Fachtag Jugendhilfe
Tagesordnung
Tagungsort:
Kreishaus Unna, Freiherr-vom-Stein-Saal
Friedrich-Ebert-Straße 17, 59425 Unna
09:00–09:30 Uhr | Ankommen und Stehkaffee
Ab 09:00 Uhr starten wir mit einem offenen Ankommen im Foyer des Kreishauses Unna. Bei Stehkaffee gibt es Gelegenheit zum ersten Austausch und zur Vernetzung.
09:30–09:45 Uhr | Begrüßung und Eröffnung
Die Veranstaltung wird durch Torsten Göpfert (Dezernet des Kreis Unna) eröffnet. Anna Traub und Yara-Katharina Andree geben für den Deutschen Verein (DV) einen Einblick in die nationalen Entwicklungen und Debatten zur Jugendhilfe.
09:45–10:30 Uhr | Keynote: Angebotskrise als Herausforderung und Chance
In der Keynote „Angebotskrise in der Kinder- und Jugendhilfe – strukturelle Herausforderungen und mögliche Chancen zur Weiterentwicklung“ beleuchtet Claudia Völcker (Leitung Kinder- und Jugendhilfe, Diakonissen Speyer) die Lage und Entwicklungsoptionen.
10:30–11:00 Uhr | Kaffeepause
Zeit für Gespräche im Foyer und für den Transfer der Impulse in die eigene Praxis.
11:00–12:00 Uhr | Impuls: Kooperative Strukturen, Nachhaltigkeit und Beteiligung
Matthias Röder (Jugendamtsleitung, Landkreis Darmstadt-Dieburg) setzt einen Schwerpunkt auf die Umgestaltung von Angebotsstrukturen: ressourcenschonender, nachhaltiger, beteiligungsorientierter – und vor allem kooperativ gedacht.
12:00–12:30 Uhr | Austausch im Plenum
Im moderierten Plenum werden Fragen aus dem Publikum gebündelt, Kernpunkte aus Keynote und Impuls diskutiert und regionale Bedarfe sichtbar gemacht.
12:30–13:30 Uhr | Mittagspause
Mittagspause mit Gelegenheit zum informellen Austausch; anschließend Raumwechsel in die Workshop-Settings.
13:30–15:00 Uhr | Workshops: Lösungsansätze aus der Praxis
Am Nachmittag arbeiten wir in parallelen Workshops an konkreten Handlungsansätzen zur Überwindung der Angebotskrise (Konzeption/Moderation über den DV). Zur Auswahl stehen folgende Themenfelder:
- Workshop 1:
Aufbau einer Übergangs-Wohnform mit rechtskreis- und leistungsübergreifenden Hilfen „aus einer Hand“ (SGB VIII/IX/XII) – Claudia Völcker (Diakonissen Speyer) - Workshop 2:
Personalgewinnung und -bindung in Kooperation zwischen öffentlichem und freiem Träger: trägerübergreifendes Traineeprogramm (Stadt und Landkreis Rosenheim) – Stephan Höfer (Jugendamt Rosenheim) - Workshop 3: Bedarfsgerechte Versorgung im Kinderschutz für die Zukunft sicherstellen – Katharina Varga (Leiterin Geschäftsbereich Jugend, Stadt Wolfsburg)
- Workshop 4:
Kooperation Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie: Wie kann Zusammenarbeit verlässlich gelingen? – Gunther Kunze (Fachbereichsleiter Jugend und Familie, Stadt Würzburg) - Workshop 5:
Flexible Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf – Matthias Röder (Jugendamtsleiter Landkreis Darmstadt-Dieburg)
15:00–15:30 Uhr | Kaffeepause
Kurze Pause und Raumwechsel für die Ergebnisphase.
15:30–16:15 Uhr | Zusammenfassung und Handlungsperspektiven
Die Workshop-Ergebnisse werden stichpunktartig vorgestellt. Gemeinsam werden 2–3 Kernempfehlungen für den Kreis Unna abgeleitet und priorisiert.
16:15–16:30 Uhr | Abschluss und Ausblick
Zum Abschluss: Dank, Ausblick auf Weiterarbeit und nächste Schritte.
Fachpolitischer Hintergrund
Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe ist ein zentraler Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie greift dann, wenn ambulante und teilstationäre Hilfen nicht ausreichen oder akute Schutz- und Entwicklungsbedarfe eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses erforderlich machen. Zugleich verdichtet sich die Lage: Die Fälle werden komplexer, die Anforderungen an Sicherheit, Beziehungsarbeit, Traumakompetenz, Schul- und Teilhabeintegration steigen – und damit auch der Bedarf an spezialisierten, flexiblen Settings. In der Praxis zeigt sich häufig: Auch wenn die Anzahl stationärer Hilfen nicht zwingend steigt, nimmt der Anteil besonders auffälliger bzw. hochbelasteter Konstellationen zu, die intensive Betreuungsarrangements erfordern.
Hinzu kommen strukturelle Fragen, die kommunal kaum allein zu lösen sind: Fachkräftemangel und Fluktuation, begrenzte Angebote für sehr spezifische Bedarfe, Schnittstellenprobleme (insbesondere zur Kinder- und Jugendpsychiatrie) sowie eine starke Dynamik an den Übergängen (Inobhutnahme, Hilfeplanung, Rückführung, Verselbstständigung). Genau deshalb setzt die Fachtagung bewusst auf Kooperation statt Konkurrenz: interkommunale Zusammenarbeit, trägerübergreifende Personalstrategien, rechtskreisübergreifende Angebote und eine Steuerung, die Wirkung und Wirtschaftlichkeit zusammendenkt.
Fachpolitisch geht es damit um mehr als „Plätze schaffen“. Es geht um verlässliche Verantwortungsgemeinschaften zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe, um tragfähige Qualitätsstandards in angespannten Märkten, um Beteiligung und Nachhaltigkeit in der Angebotsentwicklung – und um die klare Orientierung am Kindeswohl. Oder zugespitzt: Das ist gut für die jungen Menschen. Und das ist gut für die Region.
Unterlagen zum Fachtag
An dieser Stelle dokumentieren wir nach der Veranstaltung öffentlich zugängliche Ergebnisse und Eindrücke des Fachtages.
Kontakt
Allgemeiner Kontakt:
sozialdezernat@kreis-unna.de
Ansprechperson Deutscher Verein für öffentliche und Private Fürsorge e.V.:
Yara-Katharina Andree
Wissenschaftliche Referentin(nen)
Arbeitsfeld II Kindheit, Jugend, Familie, Soziale Berufe
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.
yara-katharina.andree@deutscher-verein.de
Ansprechperson Kreis Unna:
Frau Kaltenbach
FB51 - Familie und Jugend
Leiterin
Viktoriastraße 4
Dienstgebäude Viktoriastraße 4
59425 Unna
- E-Mail: E-Mail: ruza.kaltenbach@kreis-unna.de
- Telefon: Telefon: 0 23 03 27-10 51
- Raum: B4.34