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Louis

Louis

Liebes Tierheim-Team,

ich bin Kater Louis, und ich melde mich heute aus dem Regenbogenland, in dem ich seit einer Woche bin. Ich wollte euch schon die ganze Zeit erzählen, wie es mir gegangen ist, nachdem meine Mama mich vor knapp drei Jahren bei euch abgeholt hat, aber ich hatte vor lauter Kuscheln, Spielen, Essen, Schnurren und Schlafen gar keine Zeit dazu. Ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern, wie mein Leben „früher“ war, bevor ich damals plötzlich bei euch gelandet bin. Ich weiß noch, dass ich mit ein paar Freunden bei einer Omi gewohnt habe. Aber die Omi war plötzlich weg, und wir wurden zu euch gebracht. Ich war ja damals schon nicht mehr der Jüngste, aber wie alt ich genau war, wusstet ihr nicht. Ihr kanntet auch meinen Namen nicht, also habt ihr mir einen neuen gegeben.

Irgendwie war das alles komisch und hat mir auch gar nicht so richtig gefallen. Ich wusste ja gar nicht, was nun aus mir werden sollte und hatte Angst. Ich hab dann einfach gewartet, denn ich konnte ja sowieso nichts anderes machen. Und dann kam an einem schönen Tag meine neue Mama zu mir, und ihr könnt mir glauben – es war Liebe auf den ersten Blick! Davor waren schon viele andere Dosenöffner bei mir vorbeigekommen, aber die haben dann immer einen von meinen jüngeren „Kumpels“ mitgenommen. Aber an diesem besonderen Tag wusste ich - das ist meine neue Mama - und da habe ich mich natürlich ganz besonders ins Zeug gelegt, mich sofort auf ihrem Schoß eingekuschelt und ganz laut geschnurrt. Aber eigentlich musste ich mich gar nicht groß anstrengen, denn für meine Mama war sofort klar: Dieser kleine schwarze Eumel, und sonst keiner! Tja, ich bin eben ein ganz besonderer Kater. Meine Mama hat es auch gar nicht gestört, dass ich nur noch EINEN Zahn hatte und wohl auch ein komisches „Herzgeräusch“, wie ihr es genannt habt. Ich war sooo glücklich, als ich endlich in meinem neuen Zuhause angekommen bin. Weil ich auf meinen Tierheim-Namen gar nicht hören wollte, habe ich einen neuen Namen bekommen. Louis (Ohnezahn), der hat mir viel besser gefallen. Mit meiner neuen Freundin Lisa hab´ ich mich auch schnell gut verstanden, weil sie sehr lieb zu mir war, obwohl ich ihr ihr Essen geklaut habe. Mein Näpfchen war eben immer viel schneller leer als Lisas, da hab ich mir das dann auch noch gemopst. Meine Mama und ich haben immer total viel gekuschelt, weil wir uns so lieb hatten. Und nachts habe ich mit im Bett geschlafen und ganz laut geschnurrt. Das war sooo schön, und ich war ganz doll dankbar und hab meiner Mama immer viel Liebe geschenkt und habe lustige Sachen gemacht, damit sie lacht. Klaro musste ich auch hin und wieder zum Tierarzt, da war ich aber immer brav. Der Tierarzt hat meiner Mama gesagt, dass ich ein Loch in meinem Herzen habe. Aber das war zum Glück nur klein und hat mich gar nicht gestört. Ich war trotzdem ganz lange super fit und bin immer gerne durch die Wohnung gedüst.

So ein Katerleben ist was Wunderbares und könnte am besten ewig dauern, wenn man ein schönes, gemütliches Zuhause hat. Aber irgendwann hat die Tierärztin gesagt, dass meine Nieren wohl nicht mehr so gut funktionieren. Ich hab dann ein „besonderes“ Futter mit so einem weißen Pulver drin bekommen. Damit konnte ich eine ganze Weile gut leben, aber vor ein paar Wochen hat mir das nicht mehr geschmeckt und ich war auch gar nicht mehr so fit. Trotzdem hab ich mir viel Mühe gegeben, weil ich nicht wollte, dass meine Mama was merkt und traurig ist. Wir waren dann auch oft bei der Tierärztin.

Als mir klar war, dass ich meiner Mama nicht weiter etwas vormachen kann, habe ich mich entschieden, ihr Bescheid zu sagen. Ich weiß, dass meine Mama sehr sehr traurig war, weil sie mich nicht gehen lassen wollte. Aber sie hat mich trotzdem zu der lieben Tierärztin gebracht, wo ich dann friedlich eingeschlafen bin, während meine Mama mich gestreichelt hat. Für meine Mama war ich der liebste Kater der Welt, und sie hat immer gesagt, wie glücklich sie ist, dass wir beiden uns bei euch getroffen haben und so eine schöne Zeit zusammen haben durften.

Ich weiß, dass sie jetzt sehr traurig ist, weil ich nicht mehr bei ihr bin. Aber ich bin mir sicher, eines schönen Tages wird sie euch wieder besuchen. Und wer weiß, aller guten Katzen und Kater sind ja bekanntlich drei… Mir geht es hier im Regenbogenland sehr gut, weil mir gar nichts mehr weh tut. Und ich drücke meine vier Pfoten ganz fest für alle meine Kumpels da unten, damit sie auch so ein riesengroßes Glück finden werden, wie ich es gefunden habe!

In Dankbarkeit, Euer Louis

Fotos: privat