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Aktuelle Änderungen für Öltankbesitzer

Verschärfte Umweltauflagen beim Betrieb von Ölheizungen

Die gesetzlichen Regelungen zum Umweltschutz haben sich im August 2017 unter anderem durch das Inkrafttreten der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) deutlich geändert.

 

Wasserschutzgebiete

Die wesentliche Änderung ist die Verschärfung der Prüfvorschriften für Heizöltanks in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten und Überschwemmungsgebieten. Waren bisher in den Wasserschutzzonen I, II, III und IIIA in Schwerte, Fröndenberg, Unna und Holzwickede oberirdische Tankanlagen erst ab einem Fassungsvermögen von mehr als 5.000 Litern durch Sachverständige in regelmäßigen Zeitabständen von 5 Jahren zu überprüfen, so unterliegen ab dem 01.08.2017 alle Behälteranlagen mit mehr als 1.000 Litern Fassungsvermögen diesen Prüfverpflichtungen. Für bestehende Tankanlagen gelten je nach Alter Übergangsfristen zur erstmaligen Prüfung zwischen 2019 und 2027.

 

Überschwemmungsgebiete

In Überschwemmungsgebieten und Hochwasserrisikogebieten gelten neben o.g. Prüffristen besondere Sicherheitsanforderungen an die Heizöllagerung, um bei Hochwasser mögliche Schäden zu verhindern. In Überschwemmungsgebieten müssen bestehende Anlagen bis zum 05.01.2023 hochwassersicher nachgerüstet werden. In Risikogebieten muss die Nachrüstung bis 05.01.2033 erfolgen. Dabei sind zum einen bauliche Maßnahmen möglich, die das Wasser bei drohenden Überschwemmungen von der Tankanlage fernhalten und zum anderen die Verwendung zugelassener Heizöltanks mit vorschriftsmäßiger Sicherung gegen Auftrieb. Im Kreis Unna betroffene Gewässer mit festgesetzten Überschwemmungsgebieten sind neben den „großen“ Flüssen Lippe und Ruhr auch die Gewässer Emscher, Horne, Stever mit den Nebengewässern Funne und Selmer Bach sowie die Seseke mit den Nebengewässern Lünerner Bach, Lüser Bach, Körnebach, Kuhbach und Massener Bach. Ob sich Grundstücke in einem Überschwemmungs- oder Risikogebiet befinden, kann bei den zuständigen Mitarbeitern erfragt werden.

 

Fachbetriebspflicht

Eine weitere Änderung betrifft die Verschärfung der Fachbetriebspflichten. Seit August diesen Jahres müssen sämtliche „sicherheitsrelevanten“ Arbeiten wie Errichtung, Innenreinigung, Instandsetzung und Stilllegung bei Anlagen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.000 Liter durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden. Ein Fachbetrieb nach der AwSV ist durch eine Sachverständigenorganisation oder eine Güte- und Überwachungsgemeinschaft zertifiziert. Der Betreiber sollte sich in jedem Fall vor Beginn der Arbeiten den Fachbetriebsnachweis zeigen lassen.

 

Eigenarbeiten

Durch die Fachbetriebspflicht sind Eigenarbeiten durch Privatpersonen fast gänzlich ausgeschlossen. Auch die Instandsetzung und Erneuerung von Schutzanstrichen der Auffangräume unterliegt der Fachbetriebspflicht.

 

Anzeige- und Abnahmepflichten

Wesentliche Änderungen der Anlagen sind der zuständigen Unteren Wasserbehörde 6 Wochen vor Ausführung anzuzeigen. Ein Vordruck für die Anzeige finden Sie auf dieser Seite. 

Not-Reparaturmaßnahmen bei Ausfall der Heizung, die mit wesentlichen Änderungen einhergehen, können Sie nachträglich anzeigen. Nach Ausführung der Arbeiten sind die Veränderungen, obwohl von einem zertifizierten Fachbetrieb ausgeführt, zusätzlich von einem zugelassenen Sachverständigen abnehmen zu lassen.

Als wesentliche Änderungen gelten:

  • Austausch eines Tanks durch ein nicht bau- oder typengleiches Modell,
  • Änderung der Lagermenge,
  • Einbau einer Leckschutzauskleidung,
  • Nachrüstung oder Austausch von Sicherheitseinrichtungen durch solche mit anderer Wirkungsweise, z.B. der Einbau eines Antiheberventils,
  • Umbau/Neuverlegung von Füll- oder Ölleitungen und Befüllsystemen,
  • Umbau von Be- und Entlüftungsleitungen,
  • Erneuern von Beschichtungen des Auffangraumes mit einem anderen Beschichtungsmaterial.

 

Alte Kunststofftanks

Kunststoffbehälter werden stärker im Fokus der Prüfer und Behörden stehen. Ein Gerücht, dass alle Kunststoffbehälter, die älter als 30 Jahre sind, außer Betrieb genommen werden müssen, stimmt jedoch so nicht. Allerdings ist bei älteren Kunststofftanks aus Polyethylen (PE) oder Polyamid (PA) auf bestimmte äußere Anzeichen, die auf eine kritische Materialermüdung hinweisen, insbesondere als Betreiber zu achten. Dies sind Verformungen und Einbeulungen, sogenannter Weißbruch und/oder Risse, Sattelbildung am Tankdach, Ausbildung von „Elefantenfüßen“, starke Verfärbungen, Neigungen der Tanks zur Seite. Behälter mit einer oder mehreren solcher Problemstellen sollten unbedingt ausgetauscht werden, da der sichere Betrieb der Anlagen nicht dauerhaft gewährleistet werden kann.

 

 

 

 

Foto: Gisbert Schmidt
Foto: Gisbert Schmidt

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