Kreispflegekonferenz

Der Kreis Unna baute ab 1989 im Zuge seiner Sozialplanung für ältere Menschen ein kreisweites "Netzwerk der Altenarbeit" auf. Zahlreiche Profis und Betroffenenvertreter aus dem gesamten Spektrum der "Seniorenarbeit" - organisiert in verschiedenen Fachgruppenarbeiten eng mit der Koordinierungsstelle Altenarbeit des Kreises zusammen. So können sie an der bedarfsgerechten Weiterentwicklung unseres sozialen Systems mitwirken.

Vor der Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes war bereits deutlich, dass sich dieses bewährte System der örtlichen Zusammenarbeit an die neuen gesetzlichen Grundlagen anpassen sollte. Der "Pflegemarkt" kann schließlich nicht wirklich "alles regeln". Die öffentliche Letztverantwortung für die bedürfnisgerechte Versorgung der Bevölkerung, für die "pflegerische Daseinsvorsorge", bleibt bestehen.

So wurde bereits 1994 die Kreispflegekonferenz im Kreis Unna offiziell gegründet, pünktlich zur Einführung des neuen Gesetzes im Januar 1995. Die entsprechende Konzeption des Kreises wurde bundesweit vielfach angefragt. Auch in Fachkreisen fand die Kreispflegekonferenz immer wieder positive Beachtung. Die Geschäftsstelle der KreisPflegekonferenz ist im Fachbereich Arbeit & Soziales verankert. Zuständig ist seit 2011 der Fachgebietsleiter Norbert Diekännken.

Zur Konstituierung der - zumindest landesweit - ersten örtlichen Pflegekonferenz sagte der damalige Sozialminister des Landes NRW, Franz Müntefering: "Örtliche Pflegekonferenzen sind der Eckstein zur Organisation der zukünftigen Pflegepraxis in NRW. Der Kreis Unna hilft Erfahrungen zu gewinnen, die später allen im Lande zu Gute kommen werden." Bund und Land führten anschließend unter Beteiligung des Kreises Unna ein diesbezügliches Modellprojekt durch.

Inzwischen gehören örtliche Pflegekonferenzen mit dem Inkraftreten des Landespflegegesetzes NRW im Juli 1996 zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben für die Kreise und kreisfreien Städte.