Finanzierungsplanung
- Kosten kalkulierbar machen
- Finanzierung der Gesamtkosten
- Fremdmittel
- Finanzielle Hilfen des Staates
- Wohngeld als Lastenzuschuss
Kosten kalkulierbar machen
Die ersten vorsichtigen Kostenschätzungen bringen so manchem Bauherren meist schon die Ernüchterung: Soll der Bau kostengünstig bleiben, so muss man von so manch lieb gewonnener Idee Abschied nehmen.
Die Kunst des Bauens besteht letztlich darin, eine bestimmte Bau- und Wohnqualität mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand zu erreichen. Die beste Erfolgsgarantie dafür ist eine umsichtige Planung. Nur der Fachmann, am besten ein Architekt, kann sich einen sicheren Überblick über die zu erwartenden Ausgaben verschaffen und feststellen, wo noch Einsparungen möglich sind. Klare Absprachen vor Baubeginn vermeiden zudem Änderungswünsche während der Bauphase und damit unnötige Zusatzkosten.
Die Frage, wie man am preiswertesten bauen kann, hängt sehr von den individuellen Ansprüchen des Bauherren ab.
Dennoch lassen sich einige Grundsätze aufstellen, von denen die Preisgestaltung wesentlich beeinflusst wird:
- So einfach bauen wie möglich!
Die Form des Gebäudes sollte möglichst kompakt sein. So spart man nicht nur Baumaterial, sondern später auch Betriebs- und Unterhaltungskosten. "Einfache" Bauformen müssen nicht monoton und uniform wirken, mit guter Baugestaltung lässt sich gerade hier eine anspruchsvolle Architektur erzielen. - Nicht am Rohbau sparen!
Faustregel: Die Grundsubstanz soll viele Generationen überdauern. Zu knapp dimensionierte und in der Praxis wenig erprobte Bauweisen und Materialien sollten unbedingt vermieden werden.
Beispiel: Die Außenwände nicht in der Sparversion auszuführen, wirkt sich auf die Endkosten kaum merklich aus, verringert aber die späteren Energie- und Instand-setzungskosten deutlich. - Grundrisse dem tatsächlichen Bedarf anpassen!
Zu großzügig bemessene Räume verschlingen Baugelder und Heizkosten. - Beim Innenausbau übertriebenen Luxus vermeiden!
Auch hier gilt oft der Grundsatz: Weniger ist mehr! Zudem besteht immer noch die Möglichkeit, bei verbesserter "Haushaltslage" nachzurüsten. - Grundstücksfläche optimal ausnutzen!
Vielleicht hat auf dem Grundstück ein zweites Haus Platz?
Beim gemeinsamen Bauen lassen sich von der Planung und Erschließung bis zur Bauausführung erhebliche Kosten sparen. Das gleiche gilt bei großen Mengenabnahmen von Baustoffen. - Auf den Keller verzichten?
Manche Bauherren setzen ihren Sparstift zuerst beim Keller an. Mit dem Wegfall des Kellers können erhebliche Baukosten gespart werden. Platz für eine Waschmaschine findet sich im Hauswirtschaftsraum und der Trockenraum sowie die Heizung werden in den Dachraum verlagert. Es muss allerdings bedacht werden, dass die Entscheidung, ohne Keller zu bauen, endgültig ist. - Eigenleistung einbringen!
Dies gilt aber nur, wenn ausreichend Zeit und praktische Erfahrung vorhanden sind.
Beim Bau eines Hauses ist es erforderlich, sich frühzeitig ein Bild über alle Baukosten und deren Finanzierung zu machen. Erst wenn eine vollständige Entwurfsplanung vorliegt und alle Kostenansätze umfassend und detailliert festgelegt worden sind, kann der Finanzbedarf für das neue Heim ermittelt werden.
Die Kostenberechnung erstellt der Planer nach der DIN 276, in der die Kostenansätze in sieben Gruppen unterteilt sind. Aus diesen ergeben sich die Gesamtkosten
- Grundstück
- Herrichten und Erschließen
- Bauwerk - Baukonstruktion
- Bauwerk - Technische Anlagen
- Außenanlagen
- Ausstattung und Kunstwerke
- Baunebenkosten
Finanzierung der Gesamtkosten
Auf der Grundlage der so ermittelten Gesamtkosten ist für jeden Bauherrn eine individuelle Finanzierungsplanung vorzunehmen. Für die Berechnung des persönlichen Finanzierungsplanes sollten Sie fachkundige Personen Ihres Vertrauens mit in die Entscheidungsfindung einbeziehen. Neben Ihrer Hausbank, Sparkasse oder Bausparkasse kann es ratsam sein, sich z. B. an einen Steuerberater oder eine Verbraucherberatung zu wenden. Ohne Eigenleistung geht es in aller Regel nicht. Der Eigenanteil sollte bei mindestens 20% der Gesamtkosten liegen. Im geförderten Wohnungsbau gilt bei Eigentumsmaßnahmen als angemessen eine Eigenleistung von mindestens 15%, bei Haushalten mit zwei oder mehr Kindern reichen 10% aus, wenn die Belastung tragbar erscheint. Eine bewährte Faustregel der Baufinanzierung lautet
- 1/3 Eigenleistung
- 1/3 Bauspardarlehen
- 1/3 Hypothekendarlehen
Eigenleistung
Im Rahmen der Gesamtkosten gehören zu den Eigenleistungen u.a.
- Barguthaben/Wertpapiere
- Wert der Sachleistungen
- Wert der Selbsthilfe
- Wert des eigenen und bezahlten Grundstücks
Fremdmittel
Zu den Fremdmitteln gehören
- Darlehen (Bank-, Arbeitgeber-, Verwandten- und öffentl. Baudarlehen)
- gestundete Restkaufgelder
- gestundete öffentliche Lasten des Baugrundstücks
- Kapitalisierte Beträge wiederkehrender Leistungen (z.B. Leibrente)
Wohngeld als Lastenzuschuss
Als Eigentümer eines selbst genutzten Eigenheimes oder einer selbst genutzten Eigentumswohnung haben Sie Anspruch auf Bewilligung eines Lastenzuschusses nach dem Wohngeldgesetz,
wenn die finanzielle Belastung das nach den Familienverhältnissen für Sie tragbare Maß übersteigt. Die Höhe des Wohngeldes ist abhängig von der Familiengröße, dem Jahreseinkommen aller Familienmitglieder und der zu berücksichtigenden möglichen Belastung. Anträge sind an
die Wohngeldstellen der zuständigen Stadt/Gemeinde zu richten.
Finanzielle Hilfen des Staates
Unter bestimmten Voraussetzungen werden für den Bau oder Kauf von Wohnungen staatliche Hilfen gewährt.
- Wohnungsbauförderungsmittel (zinsgünstige Baudarlehen)
Weiter Informationen finden Sie unter Wohnungswesen und Bauförderung.




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