Die im Jubiläumsjahr des Kreises Unna als Kooperationsprojekt stattfindende 140. Pfingsttagung des Hansischen Geschichtsvereins, die vom 9. bis zum 2. Juni im Kreis Unna stattgefunden hat, fand großen Anklang bei den über 60 internationalen Teilnehmern der Tagung.
Zielke-Hengstenberg Kreis Unna
Auf den ersten Blick gehört der 1975 gebildete Kreis Unna nicht zu den Kerngebieten hansischer Forschung. Vielmehr werden mit der Hanse die großen Städte am Meer oder die binnenländischen Metropolen verbunden. Diese waren jedoch nur ein Glied in einem weitgespannten Handelsnetzwerk, in dem sowohl die großen als auch die mittleren und kleinen Städte in gegenseitigem Austausch standen.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Städte Kamen, Lünen, Schwerte, Werne und Unna der Hanse durchaus zugeordnet werden können. So wurde beispielsweise Werne noch 1556 über Beschlüsse des Hansetages informiert. Andere Städte wie Kamen oder Lünen waren durch ihre personellen wie wirtschaftlichen Verflechtungen tief im hansischen Netzwerk verwurzelt.
Die internationalen Referenten, die zu Beginn der Tagung von Kreisdirektor Philipp Reckermann im Kreishaus begrüßt wurden, nahmen vor allem die kleineren Städte in den Blick und stellten die Vorteile der Hansemitglieder und ihre Einflussmöglichkeiten heraus.
Zum öffentlichen Abendvortrag am Dienstag begrüßte Landrat Mario Löhr im Hotel Katharinen Hof nicht nur die zum Teil weitgereisten Gäste, sondern auch zahlreiche interessierte Bürger des Kreises Unna. Eine Exkursion nach Schloss Cappenberg und Haus Opherdicke, um den Gästen die „Geschichte zwischen Kunst, Kultur & Natur“ näherzubringen, rundete die federführend vom Kreisarchiv Unna organisierte Tagung ab – eine Veranstaltung, die für alle Beteiligten eine Bereicherung darstellte.