Anlässlich der landesweiten „WohneNRW-Tage 2026“ stattete Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, am Freitag, 28. August, der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH (kurz UKBS) auf dem Gelände der ehemaligen Polizeikaserne in Kamen-Süd einen Besuch ab.
Hier entsteht in den kommenden Jahren das „Neue Wohnquartier Polizeikaserne Kamen“ mit 95 Wohnungen. Neben der Ministerin waren Vertreterinnen und Vertreter der Allianz für mehr Wohnungsbau Nordrhein-Westfalen, des Kreises Unna, der Stadt Kamen sowie regionale Partner vor Ort – darunter der Landrat des Kreises Unna und zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der UKBS, Mario Löhr, sowie die Bürgermeisterin der Stadt Kamen, Elke Kappen. Seitens der UKBS nahmen unter anderem der technische Geschäftsführer Martin Kolander sowie der Projektleiter Peter Alberti teil.
Ein Wohnquartier mit großer Bedeutung für die Menschen in der Region
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Mit Sicherheit ein gutes Zuhause: Auf dem ehemaligen Areal der Polizeikaserne entsteht ein lebendiges Quartier mit 95 Wohnungen. Wo früher die Polizei ihr Revier hatte, schaffen wir heute mit 19,6 Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung neuen Wohnraum, der auch für Menschen mit kleinerem Geldbeutel bezahlbar bleibt. Mitten im Grünen wächst so durch Neubau und Umnutzung ein Quartier in zentraler und gleichzeitig ruhiger Lage in Kamen – so geht modernes, nachhaltiges und bezahlbares Wohnen in Nordrhein-Westfalen.“
Angesichts des anhaltend hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum setzt die UKBS als kommunale Wohnungsbaugesellschaft mit ihrem bisherigen größten Bauprojekt ein starkes Zeichen für die Region.
Ein Vorbild für die Städtebauentwicklung
Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen, betonte die große Bedeutung des hier entstehenden Wohnquartiers für die Bürger*innen der Stadt Kamen. „Dieses Quartier ist mehr als die Summe seiner Teile - es ist ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie soziale Verantwortung und nachhaltige Stadtentwicklung erfolgreich verschmelzen. Besonders wertvoll ist dabei, dass die denkmalgeschützte Bausubstanz bewahrt und behutsam in die neue Nutzung integriert wird. So entsteht moderner Wohnraum, während die Geschichte dieses besonderen Ortes weiterhin sichtbar und ablesbar bleibt.“, so die Bürgermeisterin.
Auch der Landrat des Kreises Unna und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der UKBS, Mario Löhr, zeigte sich erfreut: „Wir beweisen hier, dass öffentlich geförderter Wohnraum architektonisch ansprechend, ökologisch nachhaltig sowie sozial ausgewogen sein kann. Das Projekt ist ein Vorbild für die Städtebauliche Entwicklung in unserem Kreis.“
Martin Kolander, technischer Geschäftsführer der UKBS, ergänzt: „Unser Ziel ist es, bezahlbaren und qualitativ nachhaltigen Wohnraum mit hoher Lebensqualität für die Menschen in unserer Region zu schaffen. Unser Projekt „Neues Wohnquartier Polizeikaserne Kamen“ zeigt eindrucksvoll, was durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure möglich werden kann.“
Quartiersentwicklung von besonderer städtebaulicher Bedeutung
Die Transformation des ehemaligen Kasernengeländes zu einem Wohnquartier im Grünen mit zentrumsnaher Lage steht für innovativen und zugleich bezahlbaren Wohnungsbau. Das „Neue Wohnquartier Polizeikaserne Kamen“ der UKBS zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltiges, zukunftsweisendes Bauen im Einklang mit sozialer Verantwortung stehen kann. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten, vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung über den Kreis Unna, die Stadt Kamen, bis hin zu den planenden und ausführenden Gewerken, wurden hier die Weichen für ein Wohnquartier mit großer städtebaulicher Bedeutung für die Stadt Kamen, den Kreis Unna sowie Nordrhein-Westfalen gestellt.
Hohe Lebensqualität – mitten im Grünen und dennoch zentral
Auf dem ca. 13.400 m2 großen Areal der ehemaligen Polizeikaserne an der Dortmunder Allee in Kamen entstehen 95 Wohnungen unterschiedlichster Größen und Grundrisse. Die Grundidee des Entwurfs besteht darin, ein weitgehend autofreies Wohnquartier mit attraktiven fußläufigen Durchwegungen des Grundstücks zu schaffen. In die neu gestalteten Grünanlagen mit ihrem alten Baumbestand werden zudem grüne Oasen als Rückzugsorte sowie drei Quartiersplätze für gemeinsame Freizeitaktivitäten etabliert. Mitten im Grünen wohnen und dennoch nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum Kamen entfernt, finden die Bewohner*innen Geschäfte aller Art, Ärzt*innen und Apotheken, Kindergärten und Schulen sowie Restaurants und vielfältige Freizeitmöglichkeiten vor. Die Nähe zum Bahnhof und Busbahnhof der Stadt Kamen sowie ein engmaschiges Radwegenetz sorgen zudem für ein hohes Maß an Mobilität – sowohl innerorts als auch überregional.
Denkmalschutz und Moderne – vereint in einem Wohnquartier
Geschichte und Denkmalschutz: Die historische Polizeikaserne in Kamen stellt ein selten gut erhaltenes und im Wesentlichen unverändertes Zeugnis der Bau- und Polizeigeschichte der frühen 1930er-Jahre im Ruhrgebiet dar und dokumentiert die damalige staatliche Aufrüstung und Motorisierung der Polizei. Mit dem Bau des Kamener Kreuzes und der Zunahme des Autoverkehrs im Ruhrgebiet wurden 42 motorisierte Gendarmeriebereitschaften gegründet, von denen eine mit 72 Beamten in die 1937/1938 erbaute Kamener Polizeikaserne einzog.
Ab 1945 diente die Kaserne dann mit 90 Betten als Notkrankenhaus, nachdem das HellmigKrankenhaus bei alliierten Bombenangriffen schwer getroffen wurde.
Im Jahre 1954 hielt die Verkehrsüberwachungsbereitschaft Arnsberg (VÜB-Leitung und VÜBZug 1 Kamen) Einzug auf dem Kasernengelände.
1964 folgte die Neuorganisation in die Polizeiautobahnstastion (PASt) Altenbögge, die Polizeiautobahnstastion (PASt) Beckum sowie die Verkehrsüberwachungsstation (VÜST) Nord.
In den Jahren 1968, 1974 und 1975 wurden weitere Neuorganisationen eingeführt, bevor 1997 die Autobahninspektionen API Nord mit Zuständigkeiten für die Bundsautobahnen A1, A2, A44 sowie die Bundesstraße B236 im Regierungsbezirk Arnsberg eingerichtet wurden.
Im gleichen Jahr 1997 wurde die Kaserne unter Denkmalschutz gestellt, da die Kasernengebäude, die Tankstelle und zugehörigen Bestandsstrukturen die typische Architektur und Funktionsplanung behördlicher Liegenschaften aus der Erbauungszeit nahezu im Originalzustand zeigen und daher von bauhistorischer sowie orts- und landesgeschichtlicher Bedeutung sind.
Jedoch erlangte der Ort auch als historischer Ausgangspunkt polizeilicher Verstrickungen und nationalsozialistischer Verbrechen traurige Bekanntheit, weshalb die bauliche Substanz auch als mahnendes Dokument historischer Geschichte gilt.
Heutige Entwicklung: Das Areal wird unter Vorgaben des Denkmalschutzes seitens der UKBS revitalisiert. Die drei historischen Bestandsgebäude der ehemaligen Kaserne werden saniert, zu Wohngebäuden umgebaut und um drei neue Gebäudekörper ergänzt. Diese orientieren sich städtebaulich an den denkmalgeschützten Vorbildern und verfügen über vier Vollgeschosse, die sich der Umgebungsbebauung anpassen. Das Bauprojekt zeigt eindrucksvoll, wie Denkmalschutz und Moderne im Einklang stehen können.
Kommunaler Wohnungsbau – UKBS steht für bezahlbaren Wohnraum
Auf dem Areal „Neues Wohnquartier Polizeikaserne Kamen“ entstehen 95 Wohnungen mit 1-5 Zimmern und Wohnungsgrößen von 34 m2 – 129 m2 , die langfristig sozialgebundenen, bezahlbaren Wohnraum garantieren. 60 Wohnungen werden Haushalten der Einkommensgruppe A vorbehalten sein, 25 Wohnungen der Einkommensgruppe B. 10 Wohnungen, davon 1 Gemeinschaftsraum, werden mittelbar gefördert. Dank öffentlicher Förderung bleibt die Miete für die zukünftigen Bewohner*innen dauerhaft bezahlbar.
Alle 95 Wohneinheiten verfügen über moderne Grundrisse, eigene Balkone oder Terrassen sowie eine zukunftssichere Energieversorgung durch ein eigenes Wärmenetz, das ausschließlich aus regenerativen Energiequellen gespeist wird, und somit schon heute den Standard erfüllen wird, den neue Gebäude erst ab 2045 erfüllen müssen.
Niedrige Nebenkosten dank zukunftssicherer Energieversorgung
Die Wärmeerzeugung für die 95 Haushalte des „“Neuen Wohnquartiers Polizeikaserne Kamen“ erfolgt über zwei Wärmepumpen à 150kW Leistung in Kombination mit sechs luftgekühlten Außenverdampfern. Jeder dieser Außenverdampfer verfügt über eine Leistung von 50kW bei einer Außentemperatur von -10 Grad. Der Jahreswärmebedarf aller Gebäude beläuft sich voraussichtlich auf ca. 543.000kWh. Das Energiekonzept wird ergänzt durch eine leistungsstarke Photovoltaikanlage, kombiniert mit Batteriespeichern, die eine Nennleistung von 180kW aufweisen und eine höhere Auslastung des selbst erzeugten Stroms ermöglichen. Der aus der Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird in die Wärmepumpenanlage eingespeist. Die gesamte Anlage wird an einem zentralen Ort des Wohnquartier errichtet werden.