Rund 400 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Unna sind der Einladung von Landrat Mario Löhr und seinen stellvertretenden Landrätinnen in die Kamener Stadthalle zur vierten Ehrenamtsgala am 16. Juli gefolgt. Die Festrede hielt Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Leiter der Berliner Feuerwehr. Sein Thema: der Stromausfall im Januar.
Das Interesse am Thema, das der Chef der Berliner Feuerwehr mitgebracht hat, war spürbar: Die Einsatzkräfte hörten gespannt dem Erfahrungsbericht zu. Homrighausen fasste den Einsatz im Januar 2026 in Berlin zusammen, führte durch die Ereignisse und teilte sein Wissen. „Resilienz ist das Stichwort“, so Homrighausen. „Wir können nicht überall sein und einen ganzen Stadtteil mit Strom versorgen über Generatoren. Wir müssen Prioritäten setzen. Und die hatten die fünf Krankenhäuser, zahlreichen Pflegeheime und vulnerablen Gruppen.“
In seiner Rede bekräftigte er auch, was Landrat Mario Löhr zuvor in seiner Rede sagte: „Ohne Ehrenamtler geht es nicht – sie sind die Stütze der Gesellschaft. Deshalb ist mir wichtig, danke zu sagen.“ Diesem Dank ergänzte der Verwaltungschef eine Verlosung: Fünf Gruppen erhielten ein Geldgeschenk. Gezogen worden sind die Notfallseelsorge Kreis Unna, DLRG Ortsgruppe Westhofen-Garenfeld, Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Lünen e.V., die Jugendgruppe der DLRG Ergste-Villigst-Hennen und die Freiwillige Feuerwehr Lünen.
Zum ersten Mal ist auch ein Pokal überreicht worden: Die Löschgruppe 2 Lünen Wethmar erhielt ihn für den Sieg im Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbands Unna.
Durch den Abend führte Bevölkerungsschutzdezernent Holger Gutzeit, der ebenso seine Wertschätzung zum Ausdruck brachte wie Bürgermeisterin Elke Kappen. Sie wies in ihrer Rede darauf hin, wie wichtig Jugendgruppen und der Nachwuchs für das Ehrenamt sind und ermutigte alle, sich auch weiter für den Erhalt des Ehrenamts einzusetzen.
Karsten Homrighausen schloss seinen Erfahrungsbericht zum Stromausfall mit einem weiteren wichtigen Thema: Hitzeschutz. „Wir hatten in der vergangenen Hitzewelle in Berlin im Rettungsdienst 2.000 Einsätze am Tag – und das bei 40 Grad. Da kommen auch Einsatzkräfte an die Belastungsgrenze. Und wenn es keine Gelegenheit zum Runterkühlen gibt, haben wir eine echte Herausforderung.“ Und so appellierte er nicht nur an die Entscheidungsträger, sondern wünschte allen Ehrenamtlichen allzeit sichere Einsätze.
Fotos: Max Rolke - Kreis Unna