Schon von weitem setzt es ein markantes Zeichen: Ein überdimensionales „Riesen-Stockbett“ begrüßt die Gäste der neu eröffneten Jugendherberge Cappenberger See. Als Hingucker und Wetterschutz beim „Bettenwechsel“ steht es sinnbildlich für die neue Ausrichtung des Hauses – offen, gemeinschaftlich und zeitgemäß interpretiert.
Moderner, bunter, komfortabler und größer: „Mit der Wiedereröffnung beginnen wir nun ein neues Kapitel in der fast 70-jährigen Geschichte der Jugendherberge Cappenberger See“, freut sich Guido Varney, Vorsitzender des DJH Landesverbandes Westfalen-Lippe, beim Festakt mit rund 60 geladenen Gästen am Sonntag (28. Juni). Nach umfassender Modernisierung und Erweiterung hat der DJH-Landesverband Westfalen-Lippe die Jugendherberge offiziell wiedereröffnet. Insgesamt wurden rund 8,6 Millionen Euro in den Standort investiert. Entstanden ist eine moderne, barrierearme und naturnahe Jugendherberge mit rund 170 Betten in Zwei- bis Sechsbettzimmern mit eigenem Bad. Das neue Eingangssymbol bildet dabei den Auftakt eines Gesamtkonzepts, das Gemeinschaft, Bewegung und Naturerlebnis in den Mittelpunkt stellt. „Mit der umfassenden Modernisierung entwickeln wir die Jugendherberge Cappenberger See konsequent weiter zu einem modernen Lern- und Erlebnisort“, sagt Guido Varney. Dabei ist nicht nur das Riesen-Stockbett ein Unikat. „Auch das eigene Spielhaus mit Kletter- und Spaß-Arena sowie das riesige Außengelände sind ziemlich einmalig im Deutschen Jugendherbergswerk“, so der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins weiter.
Zu den Gratulanten zählt auch Mario Löhr, Landrat des Kreises Unna, der in seinem Grußwort die Bedeutung der Jugendherberge für die Region hervorhebt: „Die Jugendherberge als Träger der freien Jugendhilfe und außerschulischer Lernort ist ein wichtiger Bestandteil der Bildungs- und Freizeitlandschaft im Kreis Unna. Die Investition stärkt den Standort nachhaltig und schafft attraktive Bedingungen für Schulen, Gruppen und Familien.“
Martina Förster-Teutenberg, Bürgermeisterin der Stadt Lünen, ergänzt: „Die modernisierte Jugendherberge ist mit ihrer bunten Fassade nicht nur ein Hingucker, sondern ein Gewinn für unsere Stadt. Sie verbindet Natur, Freizeit und Bildung auf besondere Weise und stärkt Lünen als touristischen Standort.“
Nach rund 15-monatiger Bauzeit blickt auch Architekt Markus Ohm zufrieden auf die neue Jugendherberge. Wesentliche Aspekte des Projekts waren Nachhaltigkeit und Baukostenoptimierung: „Unsere größte planerische Herausforderung war es deshalb, die alte Bausubstanz im hohen Maße zu erhalten und mit den An- und Neubauten zu kombinieren“, berichtet er. Dabei „lebt das Haus durch die Umsetzung eines fröhlichen Farbkonzepts, im Außenbereich und Innenbereich, kombiniert mit der Einbindung in die Natur“, so Ohm weiter.
Nachfrage ist schon jetzt groß
Ebenso „bunt gemixt“ wie die Fassade sind die künftigen Gäste der Jugendherberge Cappenberger See: „Schulklassen waren und bleiben unsere Hauptzielgruppe“, berichtet Hausleiterin Bettina Tröster. Das neue Haus lockt aber ebenso Gruppen und Familien an den Cappenberger See und ermöglicht durch die in weiten Teilen barrierefreie Gestaltung ein inklusives Reisen. Auch die neue Programmwelt punktet schon jetzt bei den Gästen. Denn: Nicht nur die Zahl der Betten wurde deutlich ausgebaut. Als nachhaltiger Bildungsort – zertifiziert mit dem Siegel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) – hat die neue Herberge die (erlebnis- oder umweltpädagogische) Programmwelt deutlich erweitert. Schon jetzt ist klar: Ein Gesamtkonzept, das ankommt. Aktuell zählt die Jugendherberge mehr als 10.000 Übernachtungen für 2026 – und hat damit die Erwartungen bereits übertroffen.