X
Deutsche Künstler im Exil Kopfzeile

Deutsche Künstler im Exil

Deutsche Künstler im Exil

Werke aus der Sammlung "Memoria Thomas B. Schumann"

20. Mai bis 7. Oktober 2012

Rudolf Jacobi, Au Bon Coin, um 1925, Öl auf Leinwand | Klicken zum Vergrößern
Rudolf Jacobi, Au Bon Coin, um 1925, Öl auf Leinwand
Charlotte Berend-Corinth, Iris in bauchiger Vase, ohne Jahr, Aquarell über Bleistift | Klicken zum Vergrößern
Charlotte Berend-Corinth, Iris in bauchiger Vase, ohne Jahr, Aquarell über Bleistift

Mit der Machtergreifung der NSDAP im Jahre 1933 wurde die rechtsstaatliche Verfassungsordnung der Weimarer Republik zerstört, alle demokratischen Funktionen ausgelöscht und bis 1945 durch die Diktatur der Nationalsozialisten ersetzt. Es entstanden zahlreiche Gesetze und Verordnungen, die die Ausgrenzung, Inhaftierung und Ermordung von Juden sowie politischen Gegnern zur Folge hatten.

Die nun einsetzende Auswanderungsbewegung entwickelte sich im Dritten Reich zur größten Massenflucht in Europa. Nachdem der Strom der Schutzsuchenden sich zunächst in Richtung der europäischen Nachbarstaaten bewegte, löste die Ausbreitung des Krieges eine weltumspannende Fluchtwelle aus. Mehr als ein Drittel der Vertriebenen ging dabei in die USA.

Rudolf Jacobi, Fischerhütten am Fluss, 1931, Gouache und Tusche | Klicken zum Vergrößern
Rudolf Jacobi, Fischerhütten am Fluss, 1931, Gouache und Tusche

Unter den 500.000 Menschen befanden sich schätzungsweise 8.000 Kunst- und Kulturschaffende aus allen Sparten des kulturellen Lebens. Ob Max Beckmann, Kurt Schwitters, Bertolt Brecht, Thomas Mann oder Kurt Weill – der Weg ins Exil war für die meisten Flüchtlinge mit einer ungewissen Zukunft verbunden. Manchen gelang die Integration und spätere Rückkehr, andere blieben Fremde, ohne ihre Heimat jemals wieder gesehen zu haben.

Mit mehr als 180 Arbeiten gibt die vom Kreis Unna präsentierte Ausstellung erstmals einen tiefen Einblick in den außergewöhn lichen Kunstbestand der Sammlung "Memoria Thomas B. Schumann", die auf jene Künstler und Künstlerinnen verweist, deren Leben und Wirken vom Schicksal des Exils gezeichnet wurde. Eine kleine Werkauswahl erinnert zudem an diejenigen, die sich zu spät zur Flucht entschlossen, verhaftet und zum Teil in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Sigrid Zielke, M. A.
Kulturreferentin des Kreises Unna