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Raimondo Puccinelli

Raimondo Puccinelli - Zwischen plastischer Form und innerer Unendlichkeit

21. April bis 21. Juli 2013

Mit der aktuellen Ausstellung präsentiert der Kreis Unna auf Schloss Cappenberg ca. 100 Werke des amerikanisch-italienischen Bildhauers Raimondo Puccinelli. Geboren 1904 in San Francisco als Sohn eines Italieners und einer Schwedin, war Puccinelli zeitlebens von multikulturellen Einflüssen geprägt. Bereits in jungen Jahren konzentrierte er sich auf seine bildhauerische Ausbildung. So studierte er beispielsweise bei der Malerin, Bildhauerin und Kunsthändlerin Galka Scheyer, die u. a. Alexej von Jawlensky vertrat und als Begründerin der Ausstellungsgruppe „Die Blauen Vier“ gilt. 1927 erfolgte Puccinellis erster intensiver Studienaufenthalt in Italien, wo er auch in den berühmten Marmor-Steinbrüchen arbeitete.

Entscheidend für seine künstlerische Entwicklung waren neben seiner Neugier und Offenheit für alle Sparten der Kultur (Literatur, Theater, Musik und Tanz) besonders seine vielfältigen Freundschaften und Kontakte mit den Größen seiner Zeit wie Diego Rivera, Frida Kahlo, Henri Matisse, Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Alfred Adler, Edgar Varèse und Darius Milhaud. Einen nachhaltigen Einfluss auf Puccinellis künstlerisches Wirken sollte vor allem die Bekanntschaft mit zahlreichen Protagonisten des modernen Tanzes wie Martha Graham oder Mary Wigman haben. Das Thema Tanz in all seinen Ausdrucksformen wurde fortan zum inhaltlichen Schwerpunkt des Bildhauers.

In den 1930er Jahren wechselte Puccinelli oft zwischen San Francisco und New York hin und her, wo seine Skulpturen 1936 in der Ausstellung „Degas, Maillol, Puccinelli“ sowie „Barlach, Lehmbruck, Puccinelli“ zu sehen waren. Die Teilnahme an zahlreichen Gruppenausstellungen wie im San Francisco Museum of Modern Art machten Puccinelli rasch bekannt. 1942 erhielt er die Professur für Bildhauerei an der Universität von Berkeley in Kalifornien. Die mehr als 200 Einzelausstellungen des Bildhauers erweckten großes Interesse bei Galeristen. Puccinelli jedoch lehnte jede Alleinvertretung durch den Kunsthandel ab und verkaufte seine Arbeiten lieber nach persönlicher Bekanntschaft direkt an Kunstliebhaber. 1960 ließ sich der Künstler endgültig in Florenz nieder, wo er neben der Arbeit im Atelier auch an der Università Internazionale d’Arte unterrichtete. Puccinelli verstarb 1986 in Florenz und hinterließ ein umfangreiches OEuvre, dessen Facettenreichtum seine kosmo politische Persönlichkeit widerspiegelt.

Sigrid Zielke, M. A.
Kulturreferentin des Kreises Unna


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