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Ulrich Neujahr

Ulrich Neujahr - Die Faszination des Südens

Selbstbildnis vor dem Vesuv, 1934, Öl auf Leinwand
Der kleine Hafen von Marseille (Südfrankreich), 1930, Aquarell
Tatjana Magid-Riester, 1928, Öl auf Leinwand

In einer Auswahl von über 90 beeindruckenden Werken zeigt der Kreis Unna auf Haus Opherdicke die Arbeiten des Malers, Zeichners und Grafikers Ulrich Neujahr (1898-1977). Der Künstler zählt zur so genannten „zweiten Phase“ der „Verschollenen Generation“. Im Jahr 1919 wählte Ulrich Neujahr zunächst ein Studium der Architektur an der Technischen Universität in Berlin, das er mit dem Vordiplom abschloss. Parallel dazu nahm er von 1920 bis 1924 ein Studium der Freien Malerei und Angewandten Kunst an den Vereinigten Staatsschulen auf, ebenso wie eine Ausbildung als Kunsterzieher an der neu gegründeten Staatlichen Kunstschule für gymnasiale Lehrerbildung.

Seine Tätigkeit als Kunsterzieher in Berlin erlaubte Ulrich Neujahr zahlreiche Reisen, die ihn u. a. an die Mittelmeerküste Frankreichs und Italiens führten. Auf Ischia fand der Künstler schließlich seine zweite Heimat. Mehr als 40 Jahre lang bereiste er die vor Neapel aufragende Insel und richtete sich in dem Fischerdorf Sant' Angelo ein eigenes Atelier mit Blick auf das Meer ein. Die Schönheit und Ursprünglichkeit der Insel zog weitere Künstler in den Bann. So war Ulrich Neujahr mit Malern wie Werner Gilles, Eduard Bargheer und Hermann Poll befreundet und arbeitete oft mit ihnen „Staffelei an Staffelei“. Es entstand eine Vielfalt von Bildern, die in mediterranen Sujets die Faszination Neujahrs von dem Licht, der Wärme und den Farben des Südens spiegeln. Dabei spannt sich der thematische Bogen von der idyllischen Natur über die Stadtlandschaft bis zu den einfachen Menschen vor Ort, insbesondere den Fischern in ihren Booten oder den Maultiertreibern.

Stilistisch dominieren im Œuvre des Künstlers die Werke der Neuen Sachlichkeit, wobei sich in den späteren Arbeiten eine immer stärker werdende Abstraktion und Experimentierfreude Ulrich Neujahrs zeigt. Einfühlsame Porträts, mit charakteristischen Elementen von Stadtlandschaften im Hintergrund, runden die Präsentation ab. Neben Leihgaben von Cecilia Schoemann-Neujahr, der Tochter des Künstlers, sind auch Exponate aus der Sammlung Frank Brabant in der Ausstellung zu sehen.

Sigrid Zielke-Hengstenberg, M. A.
Kulturreferentin

Auskunft

Haus Opherdicke

Dorfstraße 29
59439 Holzwickede
Fon 0 23 01 / 91 83 97 2
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