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15 Wann sind die Voraussetzungen für die Feststellung des Merkzeichens aG gegeben?

Wann sind die Voraussetzungen für die Feststellung des Merkzeichens aG gegeben?

Die Definition einer außergewöhnlichen Gehbehinderung (Merkzeichen aG) ergibt sich aus §146 Abs.3 SGB IX.

Danach gelten Menschen als außergewöhnlich gehbehindert, die für eine erhebliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung einen Grad der Behinderung von mindestens 80 haben und sich deswegen dauernd nur mit fremder Hilfe oder mit großer Anstrengung außerhalb des Kraftfahrzeuges fortbewegen können. Dies gilt auch, wenn nach versorgungsärztlicher Feststellung die Auswirkungen von Gesundheitsstörungen sowie deren Kombination auf die Gehfähigkeit dauerhaft so schwer ist, dass sie einer erheblichen moblilitätsbezogenen Teilhabebeeinträchtigung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 entspricht.

Als neues zusätzliches Kriterium für die Feststellung des Merkzeichens "aG" muss nunmehr ein Mindest-GdB von 80 für eine Gesundheitsstörung oder eine Kombination von Gesundheitsstörungen vorliegen, die sich auf die Gehfähigkeit besonders auswirken.

Eine mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung im vorgenannten Sinne könnte z. B. vorliegen bei:

  • zentralnervösen, peripher-neurologischen oder neuromuskulär bedingten Gangstörungen mit der Unfähigkeit, ohne Unterstützung zu gehen oder wenn eine dauerhafte Rollstuhlbenutzung erforderlich ist (insbesondere bei Querschnittlähmung, Multipler Sklerose, Amyotropher Lateralsklerose (ALS), Parkinsonerkran-kung, Para- oder Tetraspastik in schwerer Ausprägung)
  • einem Funktionsverlust beider Beine ab Oberschenkelhöhe oder einem Funktionsverlust eines Beines ab Oberschenkelhöhe ohne Möglichkeit der prothetischen oder orthetischen Versorgung (insbesondere bei Doppeloberschenkelamputierten und Hüftexartikulierten),
  • schwerster Einschränkung der Herzleistungsfähigkeit (insbesondere bei Linksherzschwäche Stadium NYHA IV),
  • schwersten Gefäßerkrankungen (insbesondere bei arterieller Verschlusskrankheit Stadium IV),
  • Krankheiten der Atmungsorgane mit nicht ausgleichbarer Einschränkung der Lungenfunktion schweren Grades,
  • einer schwersten Beeinträchtigung bei metastasierendem Tumorleiden (mit starker Auszehrung und fortschreitendem Kräfteverfall).