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Patientenverfügung

Die Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung?

Der wissenschaftliche und technische Fortschritt macht es möglich, dass wir heute schwerstkranken Menschen helfen können, für die es noch vor fünfzig Jahren keine Rettung gegeben hätte. Während diese Perspektive für viele Menschen Hoffnung und Chance bietet, haben andere Angst vor einer Leidens- und Sterbensverlängerung durch Apparatemedizin. Jeder Mensch hat das Recht, für sich zu entscheiden, ob und welche medizinischen Maßnahmen für ihn ergriffen werden.

Ärztinnen und Ärzte brauchen für jede Behandlung die Zustimmung des Betroffenen. Das gilt für die Einleitung wie für die Fortführung einer Therapie. Solange der kranke Mensch noch entscheidungsfähig ist, kann er selbst dem Arzt diese Zustimmung geben oder verweigern.

Wie stellt man aber den Willen eines Menschen fest, wenn er nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern? Wer in einer solchen Situation nicht möchte, dass ein anderer über das Ob und das Wie der ärztlichen Behandlung entscheidet, kann in einer Patientenverfügung festlegen, ob er bei einem konkret beschriebenen Krankheitszustand bestimmte medizinische Maßnahmen wünscht oder ob sie unterlassen werden sollen. 1)

Muster verschiedener Patientenverfügungen

Es gibt eine große Vielzahl verschiedener Muster für Patientenverfügungen. Eine umfängliche Sammlung solcher Muster, die unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten werden (z.B. als "Patientenbrief", "Patientenanwaltschaft", "Vorausverfügung" u.v.m.) hat das Zentrum für medizinische Ethik Bochum zusammengestellt (www.medizinethik.de/verfuegungen.htm).

Trotz oder gerade wegen der Vielzahl an Mustern und Formularen für Patientenverfügungen, die es in der Praxis gibt, sind viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert, welches Muster sie verwenden können und ob überhaupt die Verwendung eines Musters sinnvoll ist. So vielfältig wie die Wertvorstellungen und Glaubensüberzeugungen der Bürgerinnen und Bürger sind, sind auch die individuellen Entscheidungen des Einzelnen, die sich daraus ergeben und die dann ihren Ausdruck in einer Patientenverfügung finden. Deshalb kann es kein einheitliches Muster geben, das für jeden Menschen gleichermaßen geeignet ist. 2)

Das Bundesministerium der Justiz hat eine Arbeitsgruppe "Patientenautonomie am Lebensende" eingesetzt. Diese Arbeitsgruppe hat sich damit befasst, wie man Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungshilfen geben und sie bei der Formulierung einer Patientenverfügung unterstützen kann. Hierzu wurden Textbausteine "erstellt", die als Anregungen und Formulierungshilfen dienen sollen.

1 aus: Bundesministerium der Justiz, Brigitte Zypries; Vorwort zur Broschüre "Patientenverfügung"

2 aus:  Bundesministerium der Justiz "Patientenverfügung"


Formulare & mehr

Die Broschüre "Patientenverfügung" finden Sie unter

www.bmj.bund.de

oder bei der

GVP
Gemeinnützige Werkstätten Bonn
Maarstr. 98a | 53227 Bonn
E-Mail bmjgvp-bonnde

Diese Broschüren liegen auch den Betreuungsvereinen und -behörden vor.