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August Wilhelm Dressler - Die Poesie des Alltags

August Wilhelm Dressler - Die Poesie des Alltags

3. Dezember 2017 bis 8. April 2018

Tanzszene um 1950 | Öl auf Leinwand | Sammlung Karsch Nierendorf
Foto: Thomas Kersten - Kreis Unna
Vor dem Spiegel um 1930 | Öl auf Leinwand | Sammlung Karsch Nierendorf
Foto: Thomas Kersten - Kreis Unna

Mit seinem sachlichen, zurückhaltenden und analysierenden Blick auf die ihn umgebenden Dinge des Alltags, die Natur und die Menschen zählt der Maler und Grafiker August Wilhelm Dressler (1886- 1970) zu den eher stillen, aber schillernden Vertretern der Neuen Sachlichkeit.

Er wuchs in einer ländlichen Gegend auf, bevor er seine Lehre zum Lithografen in Chemnitz absolvierte. Nach kurzer Berufstätigkeit studierte er an der Dresdner Kunstakademie und der Königlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig. Im Anschluss ging er als freischaffender Künstler nach Berlin, wo er zeitlebens blieb.

Dort stellte Dressler regelmäßig als Mitglied der Berliner Sezession bei der Novembergruppe und bei den Juryfreien aus. 1925 nahm er an der epochalen Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in der Mannheimer Kunsthalle teil. Max Liebermann, impressionistische Autorität des lokalen Kunstbetriebs, wurde zu seinem Mentor und stellte ihn in der Preußischen Akademie der Künste aus. Dies brachte ihm 1927 die Verleihung des begehrten Rom-Preises ein.

Wie souverän Dressler das figürliche Motiv in der Fläche zu organisieren und malerisch zu psychologisieren wusste, zeigt beispielhaft unter anderen das Porträt des Mentors, das in der Ausstellung des Kreises Unna auf Haus Opherdicke gezeigt wird. Trotz zahlreicher Auszeichnungen und Preise wurde Dressler 1938 als „entartet“ gebrandmarkt. In seinen Porträts, Aktdarstellungen und Landschaften verfocht er in seinem Schaffen seine ganz eigenen Stil mittel der Neuen Sachlichkeit, einer objektivierenden Darstellungsweise, bis ins Spätwerk hinein.

Mit bedeutenden Leihgaben aus den Galerien Nierendorf, Krause und Maaß sowie den Sammlungen Brabant und Lehmann, dem Neuen Berliner Kunstverein und dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg vermittelt die Ausstellung in einer Auswahl von über 100 Werken einen Eindruck über das außergewöhnliche neusachliche Schaffen dieses Künstlers der „verschollenen Generation“.
- Arne Reimann, M. A. Kunsthistoriker -

           

Auskunft

Haus Opherdicke
Dorfstraße 29
59439 Holzwickede
Fon 0 23 01 / 91 83 97 2 (Kasse)
(während der Öffnungszeiten)
Fon 01 71 / 7 44 78 53
Weitere Information

Öffnungszeiten während der Ausstellungen
Dienstag bis Sonntag | 10.30 bis 17.30 Uhr

Öffentliche Führungen während der Ausstellungen
Sonntag 11.30 Uhr | 14.30 Uhr

Eintritt
4 Euro | ermäßigt 3 Euro
Familienkarte 8 Euro
Kinder unter 14 Jahren frei
Jahreskarte 20 Euro

Gruppen ab 10 Personen zahlen den ermäßigten Eintritt.