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Hans Jürgen Kallmann - Die Kunst - Mein Leben

Hans Jürgen Kallmann: Die Kunst - Mein Leben

In Kooperation mit dem in der Nähe von München gelegenen Kallmann-Museum in Ismaning präsentiert der Kreis Unna auf Haus Opherdicke eine Auswahl von ca. 90 Arbeiten des Malers, Zeichners und Grafikers Hans Jürgen Kallmann (1908 bis 1991). Aufgewachsen in Halle an der Saale, erlebte der Autodidakt von 1930 bis 1944 das Zentrum der Kunst in Berlin. Bereits 1937 wurde er als „entarteter Künstler“ diffamiert und mit Ausstellungsverbot belegt. In der von den Nationalsozialisten als Abschreckung inszenierten Feme-Schau „Entartete Kunst“ hing sein Bild „Hyäne in der Nacht“ neben Werken von Emil Nolde und Franz Marc. Am 20. März 1939 wurden Arbeiten Kallmanns konfisziert und bei der Gemäldeverbrennung im Hof der Berliner Feuerwache vernichtet.

Kreolisches Mädchen
Kreolisches Mädchen, um 1949
Konrad Adenauer
Konrad Adenauer (1876-1967), Erster Bundeskanzler der BRD, 1963

Nach schweren Zeiten im Heimatland folgte Hans Jürgen Kallmann 1949 dem Ruf an die Kunstakademie in Caracas/Venezuela, wo er als Professor Akt- und Porträtmalerei unterrichtete. Drei Jahre später kehrte er schließlich nach Deutschland zurück. Als freischaffender Künstler lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod in Pullach bei München. Ab den 1950er Jahren erlangte Kallmann vor allem als Porträtmaler Aufmerksamkeit, der weitaus mehr reflektierte als nur die Physiognomie seines Modells. Kallmanns psychologisch einfühlsame Darstellung namhafter Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik reicht von Bertold Brecht, Käthe Kollwitz und Louis Armstrong bis zu Papst Johannes XXIII., Theodor Heuss, Konrad Adenauer und vielen mehr. Neben sensiblen Porträts gehören auch eindrucksvolle Tierbilder sowie die starke Urgewalt der Landschaft zu Kallmanns Schwerpunktthemen.

Stilistisch geprägt vom Impressionismus, vor allem durch Max Slevogt und Max Liebermann, sowie durch die großen Künstler des Expressionismus, entwickelte Hans Jürgen Kallmann seine individuelle Handschrift, die sich in einer expressiven, figürlichen Malerei ausdrückt. Ergänzend zu den großformatigen Leihgaben aus dem Kallmann-Museum sind weitere beeindruckende Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen in der Ausstellung zu sehen.

Sigrid Zielke-Hengstenberg, M. A.
Kulturreferentin

Pferdekopf
Pferdekopf, um 1937
Angreifender Pavian
Angreifender Pavian, 1967

Auskunft

Haus Opherdicke

Dorfstraße 29
59439 Holzwickede
Fon 0 23 01 / 91 83 97 2 (Kasse)
(während der Öffnungszeiten)
Fon 01 71 / 7 44 78 53
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