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Kollwitz

Käthe Kollwitz - denkZEICHEN

Grafik & Plastik

14. August bis 20. November 2011

Mit mehr als 120 Werken präsentiert der Kreis Unna in Kooperation mit der Ernst Barlach Museumsgesellschaft auf Schloss Cappenberg eine umfangreiche Schau zum Werk der Bildhauerin und Grafikerin Käthe Kollwitz. 1867 in Königsberg geboren und 1945 in Moritzburg gestorben, gehörte sie zu jener Generation, die in Zeiten des Umbruchs nach Halt und Orientierung suchte. Käthe Kollwitz fand dieses in ihrem künstlerischen Wirken. Trotz schwieriger Lebensumstände gelang es der Künstlerin mit ihren ernsten und sozialkritischen Arbeiten einen zeitlosen Kunststil zu schaffen. Sie zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Käthe Kollwitz entstammte einem liberalen Elternhaus. Ihr Vater erkannte schon früh das zeichnerische Talent seiner Tochter und vermittelte ihr ersten Unterricht bei Gustav Naujok und Rudolf Maurer. Schon mit dreizehn Jahren schuf sie ihre ersten Kupferstiche. Die Radierzyklen Max Klingers übten nachhaltigen Einfluss auf ihre Arbeit aus und festigten das Interesse an den grafischen Techniken. Als Frau von der Ausbildung an staatlichen Akademien ausgeschlossen, erhielt Käthe Kollwitz ihre Prägung durch die Begegnung mit zahlreichen Künstlerpersönlichkeiten jener Jahre sowie den Besuch privater Künstlerinnenschulen. 1898 erlebte sie mit dem Zyklus „Ein Weberaufstand“ ihren künstlerischen Durchbruch, wofür sie ein Jahr später mit der „Kleinen Goldmedaille“ ausgezeichnet wurde. Ein Studienaufenthalt an der Akademie Julian in Paris und die Begegnung mit Auguste Rodin im Jahr 1904 beeinflussten ihre plastische Arbeit.

Nach dem Tod ihres Sohnes Peter im Jahr 1914 wirkte ihr gesellschaftskritisches und sozialpolitisches Engagement prägend auf das künstlerische Gesamtwerk. Wie viele Angehörige ihrer Generation setzte auch Käthe Kollwitz große Hoffnung auf die revolutionären Vorgänge der Jahre 1918 und 1919. An der Seite namhafter Persönlichkeiten aus dem Kreis der Kunst, der Wissenschaft und des gesellschaftlichen Lebens, wendete sich Käthe Kollwitz öffentlich gegen den erstarkenden Nationalsozialismus. Die Konsequenzen waren schmerzhaft. Sie wurde zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaft gezwungen, verlor ihr Lehramt an der Akademie der Künste und wurde mit Ausstellungsverboten belegt. Trotz aller Repressionen und Behinderungen hatte Käthe Kollwitz ein erfülltes Künstlerleben. Zahlreiche Auszeichnungen, wie z. B. der „Villa-Romana-Preis“ oder die Verleihung des Ordens „Pour le Mérite“ zeigen die Anerkennung, die der Künstlerin schon zu Lebzeiten entgegen gebracht wurde.

Thomas Hengstenberg

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Schloss Cappenberg

Im Museumsshop auf Schloss Cappenberg sind reich bebilderte Kataloge erhältlich.