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Gerhard Marcks Sakrale Skulpturen

Gerhard Marcks - Sakrale Skulpturen

10. Juni bis 16. Dezember 2018

Gerhard Marcks, Madonna, 1952, Bronze
Gerhard Marcks, Madonna, 1952, Bronze
Gerhard Marcks, Jeremias, 1958, Bronze
Gerhard Marcks, Jeremias, 1958, Bronze

Hinweis: Die Ausstellung bleibt am Samstag, 17. November 2018 und am Sonntag, 18. November 2018 geschlossen.

Der christlich protestantischen Tradition, aus der Gerhard Marcks (1889-1981) stammte, blieb der autodidaktische Bildhauer verpflichtet. Durch seine von der Berliner Sezession beeinflussten Haltung, lehnt er die Ausbildung an der Akademie ab. Stattdessen drängte es ihn mit dem ausgebildeten Maler Richard Scheibe zur Bildhauerei. In seinen frühen Bronzen zeigt sich der Tierplastiker August Gaul als Vorbild. Unter der Anleitung seines künstlerischen Berliner Umfelds und besonders von Georg Kolbe, entwickelte er seine moderne, figürliche Formensprache. Die Verlagerung vom Inhalt in die plastische Form, macht ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Gerhard Marcks wird 1919 als einer der ersten Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. Walter Gropius ernennt ihn zum künstlerischen Leiter der Keramikwerkstatt in Dornburg. Dort setzt er sich mit den zeitgenössischen Kunstströmungen auseinander: dem Expressionismus, Kubismus und der Abstraktion. Außerdem entdeckt er sein Interesse für die Kunst der Naturvölker und frühen Hochkulturen, besonders der griechischen Antike. Von 1925 bis 1933 lehrt er Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale, seit 1927 auch als Direktor in Stellvertretung. Von den nationalsozialistischen Machthabern wird Marcks wegen seines Eintretens für seine jüdischen Kolleginnen aus seinem Amt entlassen und seine Kunst als »entartet« verfemt. Gefolgt von einem drohenden Arbeitsverbot zieht er sich mit seiner Familie nach Niehagen, nahe Worpswede, in eine »innerer Emigration« zurück. 1943 fällt der älteste Sohn und durch einen Bombentreffer wird das Berliner Atelier vollständig zerstört. Nach dem Krieg wählt der Künstler aus verschiedenen Angeboten die Landeskunstschule Hamburg.

Politisch unbelastet erfährt er als Altmeister der figürlichen Plastik Anerkennung und erhält zahlreiche mit dem Aufbau von Kirchen und Innenstädten zusammenhängende Aufträge. In seinen Bildwerken für katholische wie auch protestantische Kirchen brachte er sakrale Inhalte in eine neue Form. Wie auch in seinen freien Arbeiten nutzte er den überlieferten christlichen Bildfundus um diese auf unterschiedlichen Ebenen zu thematisieren.

Die Ausstellung in der Stiftskirche St. Johannes Evangelist auf Schloss Cappenberg präsentiert 14 sakrale Bronze-Plastiken aus der Zeit vor dem Krieg bis in die 1970er Jahre. Leihgeber ist die Gerhard-Marcks-Stiftung in Bremen, Partner der Ausstellung das dazugehörige Museum, das Gerhard-Marcks-Haus, mit der größten Einkünstlersammlung weltweit.
- Arne Reimann | Kurator -


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