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Boden

Bodenschutz und Altlasten

Die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen für den Bodenschutz sind durch das Bundesbodenschutzgesetz vorgegeben.

Inhaltliche Schwerpunkte der Gesetzgebung sind die

  • Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen
  • Gefahrenabwehr bei schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten.

Schädliche Bodenveränderungen und Altlasten sind von Menschen durch Schadstoffeinträge verursachte Umweltprobleme.

Sie entstehen z.B. durch

  • das Ablagern von Abfällen
  • den Umgang mit gefährlichen Stoffen auf Betriebsgeländen
  • unsachgemäße Landwirtschaft
  • Sedimentablagerungen in Überschwemmungsgebieten und
  • immissionsbedingte Schadstoffanreicherungen.

 

 

Abgrabungen sind auf Grundlage des Abgrabungsgesetzes zu Genehmigung und zu überwachen. Hinsichtlich der Planung, des Betriebs und der Rekultivierung von Abgrabungen sind auch umweltschutzrelevante Belange zu berücksichtigen. Gegebenenfalls ist auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.   

Im Altlastenkataster werden Altablagerungen, Altstandorte und schädliche Bodenveränderungen erfasst.

Die Flächendaten sind mit Hilfe eines Geoinformationssystems aufbereitet. Hierzu wurden Bauakten, Luftbilder, Gewerbe- und Adresskarteien ausgewertet. Die so ermittelten Ergebnisse werden im Altlastenkataster zusammengeführt und fortlaufend aktualisiert.

Ablauf

Auskünfte aus dem Altlastenkataster sind unter Angabe der Lage (Gemarkung, Flur, Flurstück/e) und der postalischen Anschrift des Grundstücks schriftlich anzufragen. Zur Hilfestellung sind entsprechende Formulare hinterlegt. Die Anfrage kann aber auch formlos per Briefpost, Fax oder Email erfolgen.
Da die Anfragen (mit Ausnahme der Städte Fröndenberg und Lünen) auf die entsprechenden Sachbearbeiter verteilt werden müssen, verwenden Sie bitte die Email-Adresse ingrid.mordhorstkreis-unnade

Anfragen kann der Eigentümer eines Grundstückes oder aber jeder Dritte, der eine entsprechende Beauftragung oder eine Einverständniserklärung des Eigentümers vorlegt. Sofern ein Eintrag vorliegt, erhalten Sie eine schriftliche Erläuterung der Altlastensituation, ggf. mit einem Lageplan. Auch Negativauskünfte erfolgen nur schriftlich. Daher kann die Bearbeitungszeit bis zu 4 Wochen dauern. Telefonische Auskünfte werden nicht erteilt. 

Gebühr

Für Auskünfte aus dem Altlastenkataster wird eine Gebühr erhoben, die sich nach dem Zeitaufwand berechnet. Die Stundensätze werden vom Innenministerium festgesetzt. Der Stundensatz beträgt derzeit 70 Euro. Abgerechnet wird je angefangene 15 Minuten.

Formulare

Antrag auf Auskunft aus dem Altlastenkataster

Einverständniserklärung des Grundstückseigentümers

 

 

Zur Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht dürfen in und auf Böden nur Bodenmaterialien und Gemische mit solchen Abfällen, die die stofflichen Qualitätsanforderungen der Düngemittel-, Bioabfall- und / oder Klärschlammverordnung erfüllen, auf- und eingebracht werden.
Im Rahmen von Rekultivierungsvorhaben einschließlich Wiedernutzbarmachung müssen die ein- bzw. aufzubringenden Materialien nach Art, Menge, Schadstoffgehalten und physikalischen Eigenschaften den Vorsorgeanforderungen des Bundesbodenschutzgesetzes und der Bundesbodenschutzverordnung genügen.

Bei landwirtschaftlicher Folgenutzung sollen die Schadstoffgehalte in der entstandenen durchwurzelbaren Bodenschicht 70 Prozent der Vorsorgewerte der Bundesbodenschutzverordnung nicht überschreiten.

Bodenverbesserungsmaßnahmen mit einer Gesamtmenge von über 800 Kubikmeter sind unter Angabe der Lage der betroffenen Fläche, der Art und des Zwecks der Maßnahme, des Materials sowie dessen Inhaltsstoffe und Menge mindestens vier Wochen vor Beginn der Maßnahme bei uns anzuzeigen.
Die Zustimmung erfolgt unter Beteiligung der Landwirtschaftskammer NRW und der unteren Landschaftsbehörde des Kreises Unna.

 

Formular

amtliches Formblatt zur Anzeige für das Ein- und Aufbringen von Materialien auf und in Böden

Die Verwertung von Sekundär- und Ersatzbaustoffen (Recyclingbaustoffe, mineralische Reststoffe aus industriellen Prozessen und Bodenmaterialien) kann nachteilige Auswirkungen auf die Bodenfunktionen und die Beschaffenheit von Grundwasser haben. Diese Materialien enthalten in der Regel Stoffe, die in das Grundwasser eingetragen werden können. Für eine ordnungsgemäße und schadlose Verwertung sind daher Anforderungen - nicht nur an die zulässigen Schadstoffgehalte der Sekundär- und Ersatzbaubaustoffe - sondern auch an die technischen Einbaubedingungen sowie die wasserwirtschaftlichen und hydrogeologischen Verhältnisse im Bereich der Bau- bzw. Verwertungsmaßnahme zu stellen und zu gewährleisten.

Antragsunterlagen:

Für die Verwertung und den Einsatz von Sekundär- und Ersatzbaustoffen als Trag- oder Gründungsschicht, zur Geländemodellierung, Flächenbefestigung oder Verfüllung von Kellerräumen ist eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß § 8 Wasserhaushaltsgesetz zu beantragen. Bitte reichen Sie hierzu folgende Unterlagen in zweifacher Ausfertigung ein:

  • Materialangaben: Art, Beschaffenheit, Herkunft, Einbaumengen, Einbaumächtigkeit und chemische Analysen;
  • Angaben zum Einbauort und zur Einbauweise:
    Einbauweise / Verwendungszweck, Sicherungsmaßnahmen, höchst zu erwartender Grundwasser-Flurabstand, Bodenaufbau, Bodenprofile, Bodenmächtigkeiten, Bodendurchlässigkeitsbeiwert / kf-Wert der Grundwasser-Deckschicht,
  • Lage des Einbauortes,
  • Flächengröße,
  • Übersichtsplan,
  • Lageplan 1:1.000,
  • Detailzeichnung.

Mit dem Einbau darf erst nach Erteilung der Erlaubnis durch den Kreis Unna begonnen werden.

Sofern der Antragsteller nicht Eigentümer des Grundstücks ist, auf dem das Material eingebaut wird, hat dieser sein Einverständnis zu erklären.

Die Verwertung von mineralischen Reststoffen aus industriellen Prozessen (z.B. Schlacken, Aschen, Gießerei,- Strahl- und Formsande) ist innerhalb von Wohngebieten nicht zulässig.

In den Zonen I und II der Wasserschutzgebiete ist die Verwendung von Recyclingbaustoffen bzw. industriellen Reststoffen ausgeschlossen.
Innerhalb der Wasserschutzzone III sind nur einige wenige güteüberwachte industrielle Reststoffe sowie RCL1 (Recyclingbaustoff) eingeschränkt, d.h. unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen, für den Einsatz im Straßen- und Erdbau zugelassen.

Beurteilungsgrundlage für die stoffliche Qualität der Sekundär- und Ersatzbaustoffe sind die

  • Gemeinsamen Runderlasse der Ministerien für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr
  • Aktuellen Technischen Regeln der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall "Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen / Abfällen - Technische Regeln".

 

Formulare

Antrag gem. § 8 WHG  für den Einbau von Sekundär- und Ersatzbaustoffen (Recyclingbaustoffe)

Einverständniserklärung des Grundstückseigentümers

Wirtschaftsdünger (Gülle)

Nach dem Düngegesetz bzw. der Düngeverordnung werden unter dem Begriff Wirtschaftsdünger alle tierischen Ausscheidungen, Festmist, Gülle und Jauche, die bei der Haltung von Tieren anfallen, erfasst.
Die Verwendung des Düngers hat nach guter fachlicher Praxis zu erfolgen.
Regelungen hierzu finden sich in § 17 Bundesbodenschutzgesetz, dazu gehören insbesondere die:

  • standortangepasste Bodenbearbeitung unter Berücksichtigung der Witterung,
  • Erhaltung oder Verbesserung der Bodenstruktur,
  • Vermeidung von Bodenverdichtungen durch Berücksichtigung der Bodenart, Bodenfeuchtigkeit und des von den zur landwirtschaftlichen Bodennutzung eingesetzten Geräten verursachten Bodendrucks,
  • Vermeidung von Bodenabträgen durch Berücksichtigung von Hangneigung, Wasser und Windverhältnissen sowie der Bodenabdeckung,
  • Förderung oder Erhaltung der biologischen Aktivität durch die Fruchtfolgegestaltung,
  • Erhaltung des standorttypischen Humusgehaltes,
  • Erhaltung der naturbetonten Strukturelemente der Feldflur, die zum Schutz des Bodens notwendig sind.

Ansprechpartner für die Aufbringung von Düngemitteln (u.a. Gülle) ist die Landwirtschaftskammer NRW.

 

Klärschlamm

Klärschlamm ist der bei der Behandlung in Abwasserbehandlungsanlagen anfallende Schlamm.
Klärschlamm ist eine Mischung aus Wasser und Feststoffen. Er ist reich an Pflanzennährstoffen und wird daher als Dünger in der Landwirtschaft verwertet.

Diese Verwertung unterliegt der Klärschlammverordnung. In regelmäßigen Abständen ist sowohl der Klärschlamm als auch die Bodenfläche auf bestimmte Schwermetalle zu untersuchen. Eine Aufbringung ist nur erlaubt, wenn die Grenzwerte und Aufbringungsmengen der Klärschlammverordnung eingehalten werden.

Eine Aufbringung von Klärschlamm ist auf Flächen, die besonders schützenswert sind (z.B. Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, Naturdenkmäler, gesetzlich geschützte Biotope) nicht erlaubt. Ferner darf der Klärschlamm auf Gemüse- und Obstanbauflächen sowie auf Dauergrünlandflächen und forstwirtschaftlich genutzten Flächen nicht verwertet werden.

 

Bioabfall

Bioabfälle sind alle Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können. Die Verwendung von Bioabfällen unterliegt der Bioabfallverordnung. Diese gilt für unbehandelte und behandelte Bioabfälle, z.B. Komposte und Gärrrückstände. Nicht unter die Bioabfallverordnung fallen Haus-, Nutz- und Kleingärten oder die Eigenverwertung von Bioabfällen pflanzlicher Herkunft in landwirtschaftlichen Betrieben oder Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus.

Bioabfälle dürfen aufgebracht werden, wenn die Grenzwerte für Schwermetalle  eingehalten werden. Je nach Höhe dieser Grenzwerte dürfen 20 bzw. 30 Tonnen Trockenmasse je Hektar innerhalb von 3 Jahren aufgebracht werden.

Flächen auf denen erstmals behandelte Bioabfälle oder Gemische aufgebracht werden, sind mir innerhalb von 2 Wochen nach der Aufbringung mitzuteilen.

Ist der Hersteller des Bioabfalls Mitglied eines Trägers einer regelmäßigen Güteüberwachung, wird auf die Vorlage von Untersuchungsergebnissen hinsichtlich der Behandlung, der Schadstoffe und weiterer Parameter sowie der Bodenuntersuchung und die Vorlage von Lieferscheinen verzichtet.
Andernfalls ist eine Bodenuntersuchung auf Schwermetalle und auf den pH-Wert durchzuführen. Die Untersuchungsergebnisse sind spätestens drei Monate nach der Aufbringung vorzulegen.

Nach der derzeitigen Rechtslage darf in den Wasserschutzzonen I und II kein Kompost aufgebracht werden, in der Wasserschutzzone III nur Kompost aus dem häuslichem Bereich und je nach Schutzverordnung aus Grünabfällen.

 

Formulare

Formblatt für die Aufbringung von Bioabfällen

Formblatt für die nichtgüteüberwachte Aufbringung von Bioabfällen

Bestehen konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Altlastenverdachtsfläche oder Verdachtsfläche mit schädlichen Bodenveränderungen, muss der Kreis Unna als untere Bodenschutzbehörde geeignete Maßnahmen zur Ermittlung des Sachverhaltes veranlassen.
Ein Gefahrenverdacht kann zum Beispiel auch durch eine beabsichtigte Nutzungsänderung oder geplante Baumaßnahme hervorgerufen werden.
Die Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen werden in der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung konkretisiert und geregelt. Grundsätzlich hat sich in der Praxis ein gestuftes Vorgehen bewährt. Ob alle Schritte dieser Abfolge notwendig sind, ist von der Größenordnung des jeweiligen Vorhabens und der Komplexität der jeweiligen Altlast bzw. schädlichen Bodenveränderung abhängig.

Gefährdungsabschätzung

Die Gefährungsabschätzung gliedert sich üblicherweise in eine Orientierungs- und Detailphase. Das Untersuchungsprogramm (insbesondere der Katalog der zu untersuchenden chemischen Parameter) wird auf die Vornutzung des Geländes abgestimmt.

Sanierungsuntersuchung, Sanierungsplanung

Nach Ermittlung der Belastungsdaten sind verschiedene Sanierungs- und Sicherungsvarianten zu vergleichen. Bei den Sanierungsmaßnahmen wird zwischen Dekontaminations- und Sicherungsmaßnahmen unterschieden. Nach einem Variantenvergleich wird die geeignete Maßnahme im Detail beschrieben und zur Genehmigung vorgelegt.

Sanierung

Die Sanierungsmaßnahme wird unter gutachterlicher Begleitung und Dokumentation durchgeführt. Je nach Art und Dimension der Boden- und Grundwasserkontaminationen stehen heute eine Vielzahl von Sanierungsverfahren zur Verfügung.

Überwachung / Nachsorge

Bei einer Vielzahl von Altlasten bzw. schädlichen Bodenveränderungen kommen aus Gründen der Verhältnismäßigkeit oftmals ausschließlich Sicherungsmaßnahmen zur Ausführung. Sicherungsmaßnahmen erfordern jedoch in der Regel langfristig angelegte Überwachungs- und Nachsorgemaßnahmen, die sowohl zeit- als auch kostenintensiv sein können.

Flächenreaktivierung

Die Wiedernutzbarmachung durch Sanierung von ehemals industriell oder gewerblich genutzten Flächen (Flächenreaktivierung) setzt in der Regel umfangreiche Sanierungsmaßnahmen voraus. Um eine zügige Abwicklung der nutzungsorientierten Sanierungsmaßnahmen und erforderlichen Genehmigungen zu gewährleisten, bieten wir bereits zu Beginn der Planungen Beratungsleistungen an, die einem potenziellen Investor die Einschätzung des notwendigen Aufwandes erleichtern.

Auskunft

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Ingrid Mordhorst
Fon 0 23 03 / 27 - 23 69
Fax 0 23 03 / 27 - 12 97
ingrid.mordhorstkreis-unnade

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Bergkamen, Bönen, Holzwickede, Unna
Thomas Kurth
Fon 0 23 03 / 27-27 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
thomas.kurthkreis-unnade

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Bergkamen, Bönen, Holzwickede, Unna
Anja Rüschenbaum
Fon 0 23 03 / 27-3369
Fax 0 23 03 / 27-1297
anja.rueschenbaumkreis-unnade

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Fröndenberg/Ruhr, Lünen
Carsten Willeke
Fon 0 23 03 / 27-24 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
carsten.willekekreis-unnade

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Kamen | Selm | Werne
Ulrike Bellen
Fon 0 23 03 / 27-31 69
Fax 0 23 03 / 27-17 97
ulrike.bellenkreis-unnade

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Kamen | Selm | Werne
Ulrike Oldenkott
Fon 0 23 03 / 27-34 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
ulrike.oldenkottkreis-unnade

Genehmigungsverfahren

Weitere Informationen und Kontaktdaten

Tanja Helbig
Fon 0 23 03 / 27-26 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
tanja.helbigkreis-unnade