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10. Kreis-Seniorentag

10. Kreis-Seniorentag

Der 10. Kreis-Seniorentag fand am 1.10.2014 statt. Das Schwerpunktthema lautete: "Kriegserlebnisse und deren Folgen". Eingeladen wurden ehrenamliche Leitungen sowie Verantwortliche der Seniorenorganisationen, Seniorenbeiräte, seniorenrelevante Selbsthilfegruppen, die Kreis-Seniorenkonferenz und die von der Polizei geschulten Senioren helfen Senioren.

Auf dieser Seite finden Sie Beiträge, Präsentationen und Fotos des Kreis-Seniorentages. Bilder aus den verschiedenen Workshops finden Sie unter dem Link "Bilder aus den Workshops" am Ende der Seite.

Begrüßung

Die Anwesenden wurden durch den Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, begrüßt.

Gleichzeitig verabschiedete er die seit der Gründung der Kreis-Seniorenkonferenz im Jahre 2001 amtierende Sprecherin, Eleonore Köth-Feige und ihre Stellvertreterin Annelies Schwarzer, die aus Altersgründen ab 1.10.2014 aus der Kreis-Seniorenkonferenz ausscheiden. Beiden Damen dankte er für ihr außerordentliches Engagement, welches zudem auch weit über die Kreis-Seniorenkonferenz hinausging.

Bericht der Kreis-Seniorenkonferenz

Die Sprecherin der Kreis-Seniorenkonferenz, Eleonore Köth-Feige, gibt einen Rückblick über die Geschehnisse der letzten vier Jahre in der Kreis-Seniorenkonferenz.

Zustimmung zur Delegation in die Kreis-Seniorenkonferenz

Der stellvertretende Leiter der Stabsstelle für Planung und Mobilität, Hans Zakel, leitete die Zustimmung zur neuen Delegation in die Kreis-Seniorenkonferenz und bestätigte die neue Zusammensetzung.

Lesung

Zur Einführung in das Schwerpunktthema fand eine Lesung aus dem Buch "Vatertage" von Katja Thimm statt. Zwei Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasium Unna, Nils S. und Frederik S., hatten sich bereit, erklärt einen Auszug aus dem Buch vorzutragen. Die Textstellen hat Katja Thimm für diesen Kreis-Seniorentag persönlich ausgesucht.

Katja Thimms Vater, Horst Thimm, Jahrgang 31, hat Kriegserfahrungen gemacht, über die lange Zeit in der Familie nicht gesprochen wurde. Erst als er dement wurde und im Pflegeheim lebte, kamen einige belastende Erlebnisse  zur Sprache, die Katja Thimm in ihrem Buch niedergeschrieben hat.

©Katja Thimm: "Vatertage. Eine deutsche Geschichte" Leserechte mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2011.

Erlebnisse des 2. Weltkrieges und ihre Folgen im Alter

Der Kreis Unna widmet sich diesem Thema, weil erkannt wurde, dass die Problematik bislang nicht ausreichend Berücksichtigung fand. Sei es in Arztpraxen, wo ältere Menschen oft mit Psychopharmaka nach Hause geschickt werden, wenn unklare Symptome auftreten oder vom Pflegepersonal nicht gleich erkannt wird, dass ein russischer Pfleger von einer älteren Dame als Vergewaltiger angesehen werden kann. In Pflegeheimen ist diese Thematik besonders markant.

Es wäre fatal zu denken, mit der Kriegsgeneration nachfolgenden Generationen ist das Problem nicht mehr vorhanden. Durch bestimmte Schaltmechanismen an den Genen oder bestimmte Verhaltensmuster werden Kriegserlebnisse an Kinder und Enkel vererbt.

Tägliche Bilder in unseren Medien, wie z.B. der Krieg in Syrien oder der Ukraine, können damalige eigene Erlebnisse sehr schnell wieder in Erinnerung bringen.

Kriegserlebnisse haben viele Facetten.

"Kriegskinder" leiden häufig unter Symptomen wie Ängste, Depressionen, Schmerzsyndromen, Beziehungsstörungen, psychische Müdigkeit, Alkoholismus oder Medikamentenabhängigkeit. Typischweise verhalten sie sich oft sparsam, angepasst, funktionierend, freundlich, sich absichernd und nehmen wenig Rücksicht auf sich selbst. Sie sind sehr leistungsmotiviert und haben dabei aber Versagensängste.

Einer der führenden Experten, der sich für die Auseinandersetzung mit dieser Thematik einsetzt und erklären kann, warum es sich gesamtgesellschaftlich lohnt, hinzuschauen und zu therapieren, ist Prof. Dr. Hartmut Radebold. 

Prof. Dr. Hartmut Radebold, geb. 1935, ist deutscher Hochschullehrer, Autor und Arzt für Psychiatrie/Neurologie, Psychoanalyse und Psychotherapeutische Medizin, Lehr- und Kontrollanalytiker (DPV) und Altersforscher.
Er ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie und Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.
Er ist Begründer des Lehrinstituts für Alternspsychotherapie und selbst Betroffener!

Weitere Informationen über die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und - Psychotherapie finden Sie unter www.dggpp.de und über das Institut für Alternspsychotherapie und Angewandte Gerontologie unter www.alternspsychotherapie.

In der nachfolgenden Diskussion berichten viele Gäste über eigene Erfahrungen und ihren Umgang damit. Der Vortrag war so beeindruckend, sodass die Gäste den Rest des Tages und darüber hinaus viele Gespräche über dieses Thema führten. Von anwesenden Fachleuten flossen Erkenntnisse bereits in Beratungsgespräche ein. Genau dies entsprach auch einem Appell von Prof. Radebold: "Reden Sie darüber!"

Hier finden Sie eine Auswahl seiner Literaturwerke(PDF).

Workshops

  1. Unsere Zukunft: Depressiv, verwirrt und allein?
    Hilfsangebote bei Depressionen etc.
    Ref.: Dr. Petra Dlugosch, Chefärztin Abt. Gerontopsychiatrie, LWL-Klinik Dortmund
    Gerontopsychiatrie im Wandel der Zeit (PDF)
    Hans Zakel, Sozialplaner, Kreis Unna
    Demografische Entwicklung und gerontopsychiatrischer Bedarf (PDF)
  2. Wer rastet, der rostet (PDF)
    Neuer Schwung für die grauen Zellen
    Ref.: Almuth Schneider, Dipl.-Pädagogin, Gedächtnistrainerin
    Aufgrund der hohen Anmedezahl für diesen Workshop wurde ein weiterer Workshop angeboten. Als Referentin stand Ilka Königstein-Simons zur Verfügung.
    Weitere Informationen finden Sie unter: Bundesverbandes Gedächtnistraining e.V.
  3. Mobil bleiben, aber sicher!
    Ältere Menschen als Verkehrsteilnehmer
    Ref.: Manfred und Dörte Grod, Geschäftsführer, Kreisverkehrswacht Unna e. V.
  4. Wohnen für alle (PDF)
    Neue Wohnformen, barrierefreies Wohnen etc.
    Ref.: Sabine Matzke, Architektin, WohnBund-Beratung NRW GmbH

    Auf der Internetseite Altengerechte Quartiere.NRW finden Sie viele weitere Informationen zum Thema einschließlich der Links zum Landesbüro Altengerechte Quartiere.NRW und zum Landesbüro Innovative Wohnformen.NRW.
  5. Kommunikation mit Herz und Verstand (PDF)
    Auf das Verstehen kommt es an
    Ref.: Barbara Thierhoff, ZwAR-Zentralstelle NRW, Dipl.-Pädagogin, Kommunikationstrainerin
  6. Riegel vor!
    Tipps zum Einbruchschutz
    Ref.: Volker Timmerhoff, Kommissariat Kriminalprävention, Kreispolizeibehörde Unna
  7. Abstand vom Alltag (PDF)
    Entspannungsübungen zum Kraft schöpfen
    Ref.: Christel Hauske, Dozentin in der Erwachsenenbildung
  8. Ohne Schweiß auch einen Preis!
    Bewegt älter werden im Kreis Unna
    Ref.: Michael Kanand, Ressortleiter KreisSportBund, Sportwissenschaftler und Sportpädagoge

Hier finden Sie Bilder der jeweiligen Workshops des Kreis-Seniorentages:

Bei musikalischer Untermalung durch Herrn Meinolf Nies, den Mann am Klavier, konnten die Gäste sich während der Mittagspause unterhalten und austauschen.

Außerdem hatten folgende Anbieter Infotische aufgebaut:

  • Beratungsdienste: Pflege- und Wohnberatung, Psychosoziale Begleitung, Pflegestützpunkt(e)
  • Forum Generationen Unna
  • Katholische Arbeitnehmer-Bewegung
  • Kommissariate Kriminalprävention/ Verkehrsunfallprävention/ Opferschutz
  • Kreis Unna | Presse und Kommunikation
  • KreisSportBund Unna e. V.
  • LWL Tagesklinik Bergkamen
  • Kreis Unna | Sozialplanung und Demografie | Seniorenarbeit
  • Kreis Unna | Infobus