X
Modellprojekt "Persönliches Pflegebudget" Kopfzeile

Modellprojekt "Persönliches Pflegebudget"

Modellprojekt "Persönliches Pflegebudget"

in der Pflegeversicherung (§ 8 Abs. 3 SGB XI)

(01. September 2004 – 30. April 2008; wissenschaftliche Auswertung bis 31. August 2008)

Die Spitzenverbände der Pflegekassen unter Federführung des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) erprobten bundesweit in sieben Regionen die Idee vom "persönlichen Budget" auch in der Pflege. Der Kreis Unna als bundes- und landesweit bekannter Vorreiter auch im Bereich der Alterssozialplanung wurde dabei einmal mehr seinem Anspruch als innovative Region gerecht: Er arbeitete bei dem Modellprojekt als einzige Modellregion in NRW mit.

Im Rahmen des Modellprojektes konnten 120 nach den Maßgaben der Pflegeversicherung von den Gutachterdiensten bereits "eingestufte" Pflegebedürftige teilnehmen. Bei Interesse wurden die ihnen zustehenden Finanzmittel der Pflegekasse in Höhe der sonstigen "Sachleistung" ausbezahlt. Beraten durch "Fallmanager" konnten dann die individuell notwendigen Hilfen flexibler als bislang über die "Sachleistung" möglich eingekauft werden. Diese "Fallmanager" halfen mit, den tatsächlichen Bedarf durch die erforderlichen und qualitativ geeigneten Hilfen abzudecken. Ihre Beratung und Betreuung war für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen kostenfrei. 

Ziele

  • Bedarfsgerechtere Hilfen sollten aus den Mitteln der Pflegekassensachleistung bezahlbar werden - z.B. Hilfen für Demenzkranke oder weitergehende Haushaltshilfen.
  • Der Pflegemarkt sollte sich nachfrageinduziert verändern, neue Angebote und neue Anbieter sollten entstehen.
  • Das gewünschte Wohnen zuhause auch bei Pflegebedürftigkeit sollte noch besser unterstützt werden als bislang.
  • Kosten sollten vor allem im Pflegeheimbereich in noch größerem Umfang vermieden oder noch länger herausgezögert werden als bislang.

Mit dem "Persönlichen Pflegebudget" wurde Neuland beschritten, daher war eine vierjährige Erprobungsphase unter der begleitenden Regie eines Forscherverbundes vorgesehen (Leitung: Prof. Dr. Thomas Klie, Ev. Fachhochschule Freiburg).

Der Kreis Unna nahm für Nordrhein-Westfalen an diesem Modellprojekt teil. Die Voraussetzungen für eine effektive Durchführung dieses schwierigen Projektes waren gut, weil die Koordinierungsstelle Altenarbeit eng mit der vom Kreis Unna finanzierten Pflegeberatung der Verbraucher-Zentrale zusammenarbeitete. Die neuen Beratungsfachleute im Projekt wurden mit ihrer Spezialaufgabe in das gut funktionierende und bekannte Team der Pflegeberatung bei der Verbraucher-Zentrale aufgenommen.

Das Land NRW (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Referat "Pflegepolitik") finanzierte dabei den größten Teil der Gesamtkosten des Projektes, damit aussagekräftige Daten auch aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland ermittelt werden konnten.

  • Projektträger
    Kreis Unna, Koordinierungsstelle Altenarbeit
  • Projektpartner 
    Verbraucher-Zentrale NRW, Pflegeberatung: 2 Fallmanager Kontaktstelle Ev. FH-Freiburg: wissenschaftliche Betreuung
  • Kostenträger
    Land NRW, MGSFF (ca. 75%)
    Spitzenverbände der Pflegekassen (ca. 25%)
    Kreis Unna mit seinem zusätzlichen Eigenanteil
  • Gesamtkosten
    Rund 570.000,00 Euro (ohne Eigenanteil des Kreises)

Den Tätigkeitsbericht September 2004 bis September 2006 der Fachleute am Projektstandort Kreis Unna finden Sie rechts nebenstehend unter "Formulare & mehr".

Unterstützung bei der Pflege boten vor allem ambulante Pflegedienste.

Einige ambulante Pflegedienste im Kreis Unna boten weitergehende Leistungen im Rahmen des Modellprojektes "Persönliches Pflegebudget" an. Hier sind z.B. die stundenweise Betreuung und Versorgung durch Hilfs- oder Fachkräfte oder die Betreuungsstunden für Menschen mit Demenz zu nennen.

Die Leistungen werden bis zum 31. Dezember 2008 für ehemalige Budgetnehmerinnen und -nehmer sowie für Privatzahler auch darüber hinaus angeboten.

Eine Liste dieser Pflegedienste und deren bekannte weitergehenden Leistungen finden Sie rechts nebenstehend nuter "Formulare & mehr".

Während der Beratungen wurde den Case-Managern häufig die Frage gestellt, welche Hilfsangebote und entlastende Unterstützungen im Kreis Unna vorgehalten werden. Es gab zwar mittlerweile zahlreiche Hilfen für die häusliche Versorgung und auch Listen zu bestimmten Anbietern, eine detaillierte Angebotsübersicht lag bisher jedoch nicht vor. Gerade die vielen kleinen Hilfen, wie Gartenhilfen sowie Begleit- und Betreuungsdienste waren bisher noch eher unbekannt. Aus diesem Grunde hat sich die Verbraucherzentrale entschieden, weiterführende Informationen und Adressen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen zu recherchieren und die Ergebnisse in einem Wegweiser "Hilfen bei der häuslichen Versorgung" zusammenzustellen. Den Wegweiser (Stand April 2008) finden Sie rechts nebenstehend unter "Formulare & mehr"

Gedruckte Exemplare erhalten Sie in den Geschäftsstellen der Verbraucherzentrale in Kamen, Kirchstr. 7 und Lünen (Adresse nebenstehend).

Am 15. April 2008 fand in Unna die Abschlussveranstaltung zum vierjährigen Modellprojekt am Standort Kreis Unna statt. Hierzu war unter anderem Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt als Rednerin anwesend.


Formulare & mehr

Tätigkeitsbericht September 2004 bis 2006 (PDF)

Angebote der Pflegedienste im Projekt Persöhnliches Pflegebudget (PDF)

Auskunft

Für weitergehende Informationen zum Modellprojekt

Kontaktstelle an der
Ev. Fachhochschule Freiburg:

Thomas Pfundstein
Fon 07 61 / 4 78 12-23

Sabine Behrend
Fon 07 61 / 4 78 12-32

www.pflegebudget.de