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Aktuelles - Zukunft.Wohnen im Kreis Unna

Zukunft.Wohnen im Kreis Unna

Stadtentwicklung und Wohnen spielen bei der Gestaltung der Zukunft unserer Region eine zentrale Rolle. Das Handlungsfeld Wohnen ist daher neben den Bereichen Wirtschaft und Arbeit und Wissen und Bildung eine der zentralen Säulen des 2006 initiierten Zukunftsdialoges Kreis Unna. Mit der Konferenz Stadtentwicklung und das neue Wohnen im Kreis Unna im Juni 2010 wurden bereits wichtige Akzente für das Handlungsfeld gesetzt und gezielt Menschen in den Dialog einbezogen. Auch konnten erste Projekte in den vergangenen Jahren konkretisiert oder bereits verwirklicht werden. So wird beispielsweise die Wasserstadt Aden - das geplante Stadtquartier am Dattel-Hamm-Kanal in Bergkamen - in Zukunft attraktive Wohnungen und Freizeitangebote am Wasser anbieten.

Werkzeugkoffer

Die aktuelle Phase des Zukunftsdialogs im Themenfeld Wohnen wurde mit einer weiteren Konferenz im Dezember 2012 eingeleitet: Aufbauend auf Konzepten und Aktivitäten der Städte und Gemeinden sowie einer Status Quo-Analyse »Wohnen im Kreis Unna« werden nun gemeinsam mit den lokalen Wohnungsmarktakteuren Handlungsempfehlungen im Sinne eines »Werkzeugkoffers« erarbeitet. Erfahrungsaustausch, thematische Workshops und verschiedene andere Informations- und Beratungsangebote sollen lokale Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen unterstützen. Angesprochen sind dabei nicht nur Vertreter und Vertreterinnen der Stadt- und Stadtentwicklungsplanung bzw. der Wohnungswirtschaft, sondern auch der Sozialplanung, der Sozialverbände, der verschiedenen Netzwerke der Wohn- und Pflege- sowie der Energieberatung.

Ein Bestandteil des Werkzeugkoffers ist auch die Aufbereitung und Dokumentation beispielhafter Projekte (s. Download „Best-Practice-Sammlung“).

Ziel ist es, den Kreis Unna auch weiterhin als einen attraktiven Wohn- und Lebensstandort zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu gehört es auch, Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung der Quartiere zu gestalten. Denn das Quartier ist der Bezugspunkt der Menschen.

Zukunftsfähigkeit von Einfamilenhaus-Quartieren

Viele Quartiere im Kreis Unna sind durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. Sie werden im Regelfall eine gute Entwicklung nehmen. Manche haben aber durch nicht zeitgemäße Grundrisse, schlechte Energieeffizienz etc. ungünstige Rahmenbedingungen. Negativen Entwicklungen von Quartieren soll daher frühzeitig präventiv entgegenwirkt werden, z.B. durch die Unterstützung der Immobilieneigentümer und der Entwicklung strategischer Ansätze zur Vermeidung von negativen Folgen des Generationenwechsels.

Damit wird ein sowohl von den Akteuren des Zukunftsdialoges als auch in der Status Quo-Analyse als zentral benanntes Handlungsfeld aufgegriffen. Vor allem die Einfamilienhaus-Quartiere der Suburbanisierungswellen der 1950er bis 1970er Jahre stellen die Kommunen vor große Herausforderungen.

Modellprojekt geplant

Der präventive Ansatz wurde von Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, im Frühjahr 2013 anlässlich eines Besuches begrüßt und Unterstützung zugesagt. Daraufhin startete NRW.URBAN gemeinsam mit dem Kreis Unna eine Initiative für ein Modellprojekt, das die klimagerechte Sanierung von Ein- und Zweifamilienhausquartieren beleuchten soll. Es sollen innovative Wege der energetischen Sanierung, neue Beratungsmodelle sowie innovative Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

In Vorbereitung auf ein solches Projekt beschäftigte sich ein gemeinsam mit NRW.Urban und NRW.Bank durchgeführter Workshop im September 2014 damit, wie Einfamilienhaus-Quartiere im Kreis Unna fit für die Zukunft gemacht werden können und befasste sich dabei beispielhaft anhand verschiedener Quartiere u.a. mit folgenden Fragestellungen:

  • Wann wird das Thema Wandel von Einfamilienhausgebieten für Kommunen zum Problem? Wie kann es erkannt werden?

  • Wie können energetische Erneuerung, generationengerechter Umbau, Ökonomie und Lebensentwürfe der Bewohner aufeinander bezogen werden?

  • Wie können Kommunen private Hauseigentümer erreichen, wie insbesondere ältere Immobilieneigentümer unterstützt werden, um Umbau- und Investitionsentscheidungen treffen zu können?

Ansätze und Herausforderungen für geeignete Beratungsangebote

Bereits im Januar 2014 beschäftigte sich ein erster Informations- und Erfahrungsaustausch mit Beratungsangeboten für Ein- und Zweifamilienhaugebiete im Wandel. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben der wissenschaftlichen Einordnung des Themas vor allem Praxisberichte verschiedener Beratungsangebote. Sie ließen erkennen, dass es zwar bereits eine Vielzahl sektoraler Beratungsmöglichkeiten gibt (Wohn- und Pflege-Beratungsangebot, Bau- und Energieberatungen etc.). Die Herausforderung aber vor allem darin besteht, die vielen bereits vorhandenen Beratungsmöglichkeiten zu vernetzen und für die Immobilieneigentümer „maßgeschneiderte“, quartiersbezogene Angebote zu vermitteln.

Beide Veranstaltungen wurden dokumentiert und stehen zum Download zur Verfügung

Die im Rahmen der Workshops erarbeiteten Hinweise für ein mögliches Pilotprojekt fließen in die anstehende Entwicklung einer Projektstruktur ein.

Inklusives Wohnen

Möglichst lange selbstständig bleiben: Neue Wohnformen für Senioren und auch für älter werdende Menschen mit Behinderung stehen seit langer Zeit auf der Agenda des Kreises Unna. Durch die konkrete Umsetzung der Behindertenrechtskonvention hat sich Kreis Unna im Handlungsprogramm »Kreis Unna inklusiv« den Erfordernissen, die sich aus dem demografischen Wandel und den Bedürfnissen der älter werdenden Menschen mit Behinderung ergeben, verpflichtet und ist hier auf einem sehr guten Weg. Neue inklusive Wohnformen sind auch Thema des Zukunftsdialoges, so auch im Rahmen der Regionalplanungskonferenz 2014, die in Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe durchgeführt wurde. Dabei waren die bessere Vernetzung der Planungsinstanzen und die interdisziplinäre Entwicklung neuer Wohnkonzepte zentrale Themenstellungen. Anhand verschiedener Beispiele wurden Anforderungen, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren sowie Empfehlungen für die Entwicklung inklusiver Wohnprojekte erörtert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz kamen aus den Vertretungen der Menschen mit Behinderung, den Wohlfahrtsverbänden, den örtlichen Wohnungsbauunternehmen und der Stadtplanung. Diese Zusammensetzung ermöglichte den Fachaustausch aller Beteiligten »auf Augenhöhe« - so ist die Planung neuer Wohnformen mit Betroffenen und nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg möglich.

Auch diese Konferenz wurde dokumentiert und steht zum Download zur Verfügung.

Aktivierung von Einzeleigentümern

Die Aktivierung von Einzeleigentümern auch im Geschosswohnungsbau beispielsweise im Hinblick auf eine energetische Sanierung oder einen barrierefreien Umbau der Wohnungsbestände ist ein weiteres Themenfeld, das im Zukunftsdialog als Aufgabe herausgearbeitet wurde. Dazu soll in 2015 ein Erfahrungsaustausch mit Akteuren beispielhafter Projekte in der Region organisiert werden.


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