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Statement von Prof. Dr. Eberhard Becker Kopfzeile

Statement von Prof. Dr. Eberhard Becker

Statement von Prof. Dr. Eberhard Becker

Rektor der Technischen Universität Dortmund und Vorsitzender des AK Wissen | Bildung

Die Initiierung des Zukunftsdialoges Kreis Unna ist eine sehr gute und zeitgemäße Maßnahme. Bereits bestehende Anstrengungen auf den drei Feldern Wirtschaft | Arbeit, Bildung | Wissen und Wohnen zu sichten und zu bündeln, neue Wege zu denken: Das sind wichtige Schritte zur Entwicklung zukunftsweisender Visionen für den Kreis Unna. Das Engagement der Beteiligten in den Arbeitskreisen und die daraus entstandene Vielzahl qualitativ hochwertiger Projekte ist der Beleg dafür, dass der Zukunftsdialog eine tragfähige Basis für die weitere Entwicklung des Kreises Unna legen konnte.

Für die Arbeit im Arbeitskreis Wissen und Bildung möchte ich eine durchweg positive Bilanz ziehen. Es war mir eine große Freude, die angeregten Diskussionen begleiten zu dürfen. Experten aus verschiedenen Bildungseinrichtungen hatten in sechs Sitzungen über ein breites Themenspektrum berichtet - von frühkindlicher Bildung, über Schulen, Berufsakademien, Weiterbildung bis Hochschulen und Unternehmensgründungen. Ich danke allen Mitgliedern des Arbeitskreises für die zahlreichen Ideen, Diskussionsbeiträge und Berichte aus der Praxis.

Der Kreis Unna wird sich verstärkt als Bildungsregion profilieren, die unter anderem von Zukunftsbranchen wie Logistik, Lebenswissenschaften, Maschinenbau und Fabrikautomatisierung profitiert. Bei der Analyse der Situation im Bereich Bildung und Wissen wurde ein erheblicher Bedarf an technisch- und ingenieurwissenschaftlich ausgebildeten jungen Menschen im Kreisgebiet Unna und in der Region diagnostiziert. Hier gilt es, durch niederschwellige Angebote Anreize zu geben und bereits bestehende Ansätze zu bündeln und zu forcieren.

So sollen Schulen neben dem Abschluss von Schullaufbahnen zukünftig Schülerinnen und Schüler intensiver auf ein Studium vorbereiten. Schulen, Hochschulen und die Region Kreis Unna wollen daher in Kooperationsprojekte eintreten, die das Ziel haben, intensivere und systematischere Transparenzen für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Studienanfänger herbeizuführen. Aus der Vielzahl an diskutierten Projektvorschlägen werden die Entwicklung familiärer Erziehungskompetenz und ein Masterplan Hochschule für die Entwicklung im Kreis Unna als Leitprojekte des Arbeitskreises Wissen und Bildung hervorgehoben.

Um Übergangskrisen im Bildungsverlauf zwischen Schule und Beruf zu minimieren ist geplant, familiäre Erziehungskompetenz durch institutionelle Erziehungsberatung und Konzepte zur Bildungsberatung zu stärken. Netzwerke sollen den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, wissenschaftlichen Einrichtungen, Wirtschaft und Institutionen intensivieren.

Teilprojekte des Masterplans Hochschule sind bereits etabliert. Mit do-camp-ing bietet die Universität Dortmund Schülerinnen und Schülern aus Dortmund, dem Kreis Unna und dem gesamten Bundesgebiet eine neue und spannende Möglichkeit, innerhalb einer Woche projektorientiert vor der Studienwahl einen Einblick in das Studium der Technik- und Naturwissenschaften zu bekommen. Das Projekt Kinder-Universität soll 8 – 12jährige Kinder früh an das Thema Universität heranführen. Die Ausweitung der Kinder-Universität auf den Kreis Unna stößt bereits auf überwältigende Resonanz. Das Projekt Schüler-Uni zur Förderung Hochbegabter und die Einrichtung einer mobilen Studienberatung sind weitere Bestandteile des Masterplans.

Die Arbeit in den Arbeitskreisen war nur der erste Schritt. Nun gilt es, den Schwung aus den fruchtbaren Diskussionen mitzunehmen und auf konkret umsetzbare Maßnahmen zu fokussieren. Die Abschlussveranstaltung der Arbeitskreise will verstanden werden als Auftakt für die operative Ebene. Viel Vorarbeit wurde bereits geleistet, viele Projekte sind schon auf einem guten Weg. Diesen gilt es, beherzt weiter zu verfolgen.