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Statement von Jürgen Evert

Infomesse 25.01.2007

Statement von Jürgen Evert

Beigeordneter und Planungsdezernent von Lünen und Vorsitzender des AK Wohnen

Der Arbeitskreis „Wohnen" hat sich nach der Auftaktveranstaltung am 24.05.06 viermal getroffen. Im Schnitt kamen jeweils ca. 25 Personen aus Wohnungswirtschaft und Stadtplanung, aus Politik wie Verwaltung, aber auch als einzelne Bürger mit Interesse am Thema zusammen.

Wesentliche Impulse erhielt die Arbeit durch die Beschäftigung mit den demografischen Veränderungen, die auch für den Kreis Unna zu erwarten sind: Wir werden weniger, älter und bunter! Die Arbeitsgruppe hat das sofort konstruktiv als Herausforderung und Chance begriffen und die Konsequenzen im Hinblick auf Wohnungsversorgung und -markt diskutiert. Die Folgen einer Bevölkerungsabnahme von etwa 20.000 Einwohnern bis 2020 im Kreis Unna werden nicht gleichmäßig eintreten, sondern primär da, wo die Wohnungen hässlich und das Umfeld durch unzureichende soziale, kommerzielle und technische Infrastrukturdefizite belastet ist und wo kulturelle Impulse und Naherholungsmöglichkeiten fehlen.

Umgekehrt entwickeln sich aus diesem Gedanken die Handlungsansätze: Rückzug aus der Fläche, Rezentrierung auf die alten gewachsenen Kerne, Vermeidung großer Flächenexpansionen, die die technische, soziale und kommerzielle Infrastruktur bei weniger Einwohnern unbezahlbar machen! Die Konzentration auf die Kerne mit Innenentwicklung kommt auch der Bedürfnis- und Interessenlage alter Menschen entgegen, die nicht an den Rand der Städte abgeschoben werden, sondern mitten im Leben bleiben wollen. Gleichzeitig ist mit einer solchen Strategie die Schonung
| Freihaltung der wohnungsnah gelegenen Freiräume verbunden und damit eine weitere Bedingung für Wohnattraktivität - und damit für die Stabilisierung der Bevölkerung - im Kreis Unna erreicht.

Bei der Bewahrung und Entwicklung der Freiräume im Kreis Unna sind aber nicht nur wohnungsergänzende Ziele gemeint: Die Landschaften im Kreis - im Norden die Lippe mit den Cappenberger Wäldern und dem Beverbach, in der Mitte die Seseke mit dem Hellweg und im Süden das Ruhrtal | Sauerland - sind starke Profilgeber für den Kreis als attraktiven Wohnstandort. Ihre Eigenarten und Nutzungschancen stärker herauszuarbeiten, wird Thema der „zweiten Halbzeit" für den Arbeitskreis „Wohnen" sein, ebenso wie der weitere Austausch über innovative Wohnprojekte, die von Selm bis Schwerte im Entstehen begriffen sind - und, im besten Sinne, anstößig werden können, wenn sie kommuniziert werden. Die Beginenhöfe in Schwerte und Unna, die
Mehrgenerationenprojekte, die Kern-Verdichtungsprojekte „City-Wohnen" und die Modernisierungsvorhaben nicht mehr zeitgemäßer 50iger-Jahre-Wohnungen stehen als Beispiele dafür.