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Statement von Michael Makiolla

Infomesse 25.01.2007

Statement von Michael Makiolla

Landrat des Kreises Unna und Initiator des Zukunftsdialoges

Das Thema der interkommunalen und regionalen Zusammenarbeit gewinnt in Zeiten des zunehmenden Wettbewerbs der Regionen um wirtschaftliche Entwicklungspotenziale und gleichzeitig knapper werdender öffentlicher Mittel immer deutlicher an Bedeutung. Die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns beschränkt sich dabei nicht nur auf originäre Fragen der Wirtschaftsförderung, sie stellt sich vielmehr im Sinne der Bildung von Akteursnetzwerken in fast allen Bereichen des wirtschaftlichen und des sozialen Handelns.

Um die unterschiedlichen Innovationsansätze für den Kreis Unna zusammenbinden zu können, habe ich im Mai 2006 den "Zukunftsdialog Kreis Unna" ins Leben gerufen. In den drei Arbeitsfeldern "Wirtschaft | Arbeit", "Wissen | Bildung" sowie "Wohnen" diskutieren rund 90 Akteure unterschiedlichster Institutionen und Unternehmen aus dem Kreis Unna aktiv und engagiert ihre Sichtweisen und arbeiten an der Entwicklung gemeinsamer zukunftsweisender und vernetzender Projekte. Sie machen mit, obwohl sie schon ohnehin viel zu tun haben. Die heutige Infomesse führt die bisherigen Arbeitsergebnisse zusammen und soll einen Austausch darüber ermöglichen.

Als ich diesen Zukunftsdialog anstieß, war eines meiner zentralen Ziele, dass wir im Kreis Unna zu mehr gemeinsamen Aktivitäten kommen sollten. Der erste Schritt ist getan. Es kommt jetzt darauf an, diese Gemeinsamkeiten, diese Prozesse und dieses Denken über Tellerrand und Kirchturm hinaus in den Grundstrukturen zu erhalten. Dabei ist nicht wichtig, dass sich Personen, Aufgaben und Zielsetzungen mal ändern. Von zentraler Bedeutung sind die kommunikative Gemeinsamkeit und diese Netzwerke.

Deshalb kann ich mir zum Beispiel auch gut einen "Förderkreis Kreis Unna" vorstellen, in dem starke Persönlichkeiten unserer Region zusammenwirken, um die regionalen Belange und die Interessen unseres Raumes in die Region und in das Land hinauszutragen.

Es ist eine zentrale Erkenntnis aus dem Zukunftsdialog, dass wir mehr an der Vermarktung unseres Standortprofils arbeiten müssen. Dazu müssen wir Verabredungen über die Formate treffen:

Was ist unsere besondere Qualität? Wo sind wir stark?  Wie drücken wir unsere besonderen Standortvorteile "Grün", "Wasser" und "Kultur" aus? Was machen wir aus unserer zentralen Lage in der Region Dortmund - Kreis Unna - Hamm und sogar in NRW?

Wichtig für den Prozess ist, dass die von uns bereits in den 1990er Jahren formulierten wirtschaftlichen Kompetenzfelder von den Akteuren des Zukunftsdialogs bestätigt wurden. Heißt: Sie sehen Zukunfts- und Wachstumschancen bei Logistik, Maschinenbau | Fabrikautomation, Kreislaufwirtschaft | Umwelttechnik und Lebenswissenschaften.

Ich werbe dafür, dass wir unser Profil bis zum Sommer 2007 entwickeln und dann auch konsequent und gemeinsam nach außen - und manchmal auch nach innen - darstellen und vertreten. Dies ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. 

Lassen Sie mich jetzt noch mal einen Blick auf die Halbzeitergebnisse des Zukunftsdialogs richten, über die wir bei dieser Infomesse gleich diskutieren werden.

Eines der Themen ist sicherlich ein „Strukturfonds Kreis Unna". Dieser könnte herausragende Unternehmensgründungen mit Geschäftsideen, die einen hohen technologischen Output bringen, unterstützen oder die Finanzierung von regional bedeutsamen Projekten sicherstellen helfen.

Ich will hier und heute auch auf das Themenfeld "Förderung und Aufbau der Wissensregion Kreis Unna" eingehen. Wir sind dicht an Hochschulen dran. Ich wünsche mir, dass wir auf Dauer auch mehr Hochschulabsolventen als Bewohner/innen und als Arbeitskräfte im Kreis Unna haben. Da müssen wir früh anfangen! Eine hervorragende Idee ist die "Kinder-Uni" im Kreis Unna. Sie wird im Frühjahr starten.

An dieser Stelle darf ich mich sicherlich bei Herrn Rektor Prof. Dr. Eberhard Becker von der Universität Dortmund bedanken. Er leitet in diesen für die Hochschulen turbulenten Zeiten nicht nur unseren Arbeitskreis "Bildung | Wissen". Er ist auch einer der Motoren für die "Kinder-Uni".

Ich kann Ihnen jetzt natürlich noch nicht sagen, wie die Ergebnisse der gleich beginnenden Infomesse im Detail aussehen werden, aber ich kenne selbstverständlich die weiteren Verfahrensschritte.

Natürlich wird in den Arbeitskreisen nach der Infomesse weitergearbeitet, um skizzierte Projekte und Ideen zu konkretisieren. Im Sommer 2007, das heißt vor der Sommerpause, wird es dann die Abschlussveranstaltung des Zukunftsdialoges geben. Voraussichtlicher Termin ist der 04.06.2007 im Hansesaal in Lünen.

Ab Herbst steht dann die Umsetzung der vereinbarten Projekte im Vordergrund. Hier könnte der von mir soeben angesprochene "Förderkreis Kreis Unna" eine wichtige Rolle spielen. In ein bis zwei Jahren wird es dann darum gehen, eine Zwischenbilanz des Erreichten zu ziehen.

Schon jetzt ist klar: Wir werden heute und in Zukunft Vieles nur erreichen, wenn wir es gemeinsam angehen. Und es gilt: Innovative Ideen machen nicht vor Verwaltungsgrenzen halt und dürfen durch diese auch nicht behindert werden. Lassen Sie uns deshalb in den für die Entwicklungsperspektiven unseres Raumes zentralen Arbeitsfeldern im Kreis Unna verstärkt nach dem Prinzip arbeiten "Denken und Handeln wie eine Stadt".

Sie sehen also: Der Zukunftsdialog ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Und ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich sage: Wir nehmen die Herausforderung an, weil wir gemeinsam entschlossen sind, den Kreis Unna zukunftsfähig zu machen.