Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Kein Rosenkriege - Arbeitskreis erarbeitet Leitlinien für den Scheidungsfall

In Trennungs- und Scheidungssituationen gibt es oft Streit um das Sorgerecht und Umgangsregelungen für die Kinder. Der Arbeitskreis „Familie und Recht“ im Amtsgerichtsbezirk Unna setzt sich für schnelle Einigungen mit möglichst wenig Belastung für die Kinder ein.

Damit alle Beteiligten wissen, wie einvernehmliche Regelungen erzielt werden können, haben die Fachleute jetzt Leitlinien entwickelt. Die rund 20-seitige Broschüre richtet sich vor allem an Profis. „Ob Anwalt oder Fachkraft im Jugendamt, ob Familienrichter oder Fachkraft in einer psychologischen Beratungsstelle – alle sollen mit der Unnaer Praxis vertraut sein“, erläutert Monika Thünker aus dem Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna. „Uns geht es darum, die Eigenverantwortung der Eltern zu stärken und auf diesem Wege Rosenkriege mit verhärteten Fronten zu vermeiden.“

Verfahren beschleunigen

In dem Leitfaden sind nicht nur die Verfahrensabläufe dargestellt, es werden auch Zeitvorgaben gemacht, die dazu beitragen, das Verfahren zu beschleunigen. Das ist nicht immer ganz einfach, schließlich sind bei einer Klärung vor Gericht mehrere Fachkräfte beteiligt – oft bis zu zehn Fachleute aus den unterschiedlichen Bereichen.

Reibungslos zusammenarbeiten

Damit diese möglichst reibungslos zusammenarbeiten können, hat sich 2011 der Arbeitskreis „Familie und Recht“ mit zehn Professionen gegründet: Vertreter von Amtsgericht, Jugendämtern, aus der Rechtsanwaltschaft, Verfahrensbeistände, Sachverständige, Vormünder, Umgangspfleger, Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Unna e.V. und das Frauenforum im Kreis Unna treffen sich regelmäßig, um sich zu vernetzen und die einzelnen Hilfsangebote zu koordinieren.

Die jetzt erschienene Broschüre gibt Empfehlungen ab, wie tragfähige und dauerhafte Lösungen entwickelt werden können. Konkret wird unter anderem beschrieben, dass Schreiben an das Gericht kurz und sachlich gehalten sein sollen oder das Gericht spätestens innerhalb eines Monats einen Termin festsetzt.
- Birgit Kalle -


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