Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Regionales Ausbildungsmanagement – Breites Bündnis geschlossen

Jugendliche finden keine Lehrstelle, Ausbildungsbetriebe keinen Nachwuchs – die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage will ein breites Bündnis mit einem „Regionalen Ausbildungsmanagement“ schließen.

Die Werkstatt im Kreis Unna hat alle Akteure an einen Tisch gebracht, um mit ihnen gemeinsam das Modell-Projekt zu entwickeln. Landrat Michael Makiolla hofft: „In unserem gemeinsamen Ziel zur Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit kommen wir so einen großen Schritt voran.“

Kräfte für bedeutsames Vorhaben bündeln
Dass sich alle relevanten Einrichtungen in der Region auf der Führungs- und Leitungsebene auf dieses Modell verständigt haben, spricht für die Bedeutung des Vorhabens, aber nach Ansicht aller Beteiligten auch für den Problemdruck. Die Bundesagentur für Arbeit, die IHK, die Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft, der DGB, die Jobcenter Kreis Unna und Hamm, der Kreis Unna und die Berufskollegs bündeln ihre Kräfte. Operativ umgesetzt wird die Gemeinschaftsinitiative von der Werkstatt im Kreis Unna, die auch die Federführung des Ausbildungsmanagement übernimmt.

Die Konzeptidee: Ausbildungsfähige Jugendliche, die sich mangels eines Ausbildungsplatzes zum Beispiel in einem Berufskolleg weiterbilden, bekommen die Chance, auf umfangreiche Unterstützung. Intensiv werden Stärken, Schwächen und Berufswünsche analysiert, danach suchen die Ausbildungsmanager für sie eine passende Lehrstelle.

Die gleiche Unterstützung gibt es für die Betriebe: Ihr Nachwuchsbedarf wird detailliert aufgenommen, danach werden ihnen passgenaue Bewerber/innen vorgestellt.

500 Unternehmen werden angesprochen
Wie groß das Problem ist, macht Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt, klar: „Rechnerisch fehlen im Kreis 1.200 Ausbildungsstellen. Auf der anderen Seite ist die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze um 119 Prozent gestiegen.“ Und das, obwohl die Schulbildung formal gut ist: „Drei Viertel der unvermittelten Jugendlichen hat mindestens den Realschul-Abschluss.“

Das Bündnis hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: 500 Betriebe sollen für die Ausbildung angesprochen werden, 250 Unternehmen sollen mitwirken. Mindestens 80 Ausbildungsplätze will das Regionale Ausbildungsmanagement bis zum Herbst besetzen. 400 Jugendliche sollen angesprochen werden, mindestens 250 in den Test gehen. „Wir wollen in den kommenden zwei Jahren 160 Übergänge in Ausbildung oder in eine Einstiegsqualifizierung schaffen“, sagt Dörmann.
- Günther Klumpp -

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