Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Kohleausstieg - Finanzielle Unterstützung gefordert

Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache, nicht aber, wie die angekündigten finanziellen Hilfen für die betroffenen Kommunen aussehen. Der Kreis Unna ist Standort für immerhin vier Steinkohlekraftwerke. Klar also, dass Spitzenvertreter der Region den Parlamentarischen Abend der IHK NRW in Berlin nutzten, um das Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu suchen.

Bergkamens Bürgermeister und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) Roland Schäfer, Wernes Bürgermeister Lothar Christ und WFG-Chef Dr. Michael Dannebom sind der Einladung der IHK NRW zum Parlamentarischen Abend nach Berlin gefolgt. Die Delegation aus dem Kreis Unna wurde von Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, begleitet.

Was kommt nach der Kohle?

„Uns treibt die Frage um, wie der Ausstieg aus der Kohleverstromung im Kreis Unna bewältigt werden kann und welche Auswirkungen der aktuelle Beschluss der Kohlekommission für die Region hat“, so Dr. Michael Dannebom.

Mit der Schließung von vier Steinkohlekraftwerken in Werne (1), Bergkamen (1) und Lünen (2) gehen im Kreis Unna nach aktuellen Schätzungen bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren, die es zu kompensieren gilt.

Milliarden für Braunkohlereviere

„Nach derzeitigem Stand sieht es allerdings so aus, dass die zugesagten Milliarden des Bundes, die nach NRW fließen, nahezu ausschließlich für die rheinischen Braunkohlereviere vorgesehen sind und aktuell unklar ist, inwieweit auch für die zu schließenden Steinkohlekraftwerksstandorte Mittel eingeplant sind“, berichtet Dannebom von dem Treffen in Berlin.

Doch er und die beiden Bürgermeister Schäfer und Christ geben sich weiterhin kämpferisch: „Wir bleiben dran und werden alles dafür tun, dass die bereits von Landrat Michael Makiolla geäußerten Erwartungen nach finanzieller Hilfe sowohl in Düsseldorf als auch in Berlin berücksichtigt werden. Schließlich ist die geplante Stilllegung der vier Steinkohlekraftwerke mit enormen Herausforderungen verbunden.“

Denkbar ist derzeit eine Nachnutzung der riesigen Areale als Industrie- und Gewerbeflächen zur Schaffung neuer Jobs sowie der Ersatz der Kohleblöcke durch moderne Gaskraftwerke. „Doch diese Aufbereitung der Flächen ist mit enormen Kosten verbunden“, so Dannebom, Schäfer und Christ abschließend.

- Ute Heinze -

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