Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Alte Schätze an neuem Ort - Kreisarchiv ist umgezogen

Nach dem Umzug in das Naturwissenschaftliche Zentrum (NTZ) finden sich die alten Schätze des Kreisarchivs an einem neuen Ort. Damit ist die Raumnot behoben, die Kreisarchivar Josef Börste und Mitarbeiterin Jessica Hohmann seit längerem Sorgen bereiteten.

„Am alten Standort hätte der Platz nur noch für maximal zwei Jahre gereicht“, erklärt Josef Börste mit Blick auf den Keller der UKBS-Villa an der Friedrich-Ebert-Straße in Unna. Im modernisierten NTZ an der Parkstraße hingegen ist reichlich Luft nach oben. Hier werden Geschichte und Gegenwart des Kreises zukunftssicher dokumentiert - vom ältesten Stück, einer Lehnsurkunde aus dem Jahr 1651, über alte Fotos und historische Karten bis hin zu Akten der Kreisverwaltung und Kreistagsprotokollen.

Offen für alle Interessierten

Quellen zu sammeln, zu erschließen, auszuwerten und für jedermann zugänglich zu machen, gehört unter anderem zu den Aufgaben von Josef Börste (60) und seiner Mitarbeiterin Jessica Hohmann (31), die Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste ist. Deshalb können auch alle Bürgerinnen und Bürger das Archiv für unterschiedliche Forschungszwecke nutzen.

„Wir freuen uns sehr, wenn Bürger  zu uns kommen und sich für Geschichte interessieren“, unterstreicht Kultur-Fachbereichsleiter Thomas Hengstenberg. „Denn wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.“ Schüler, die an ihrer Facharbeit arbeiten, sind genauso willkommen wie Heimatkundler oder Menschen, die nach einem historischen Foto ihres Hauses oder Hofes suchen.

Wissenschaftliches Arbeiten

Börste und Hohmann selbst sammeln, sortieren und gewichten nicht nur. „Hier wird wissenschaftlich gearbeitet“, berichtet Fachbereichsleiter Hengstenberg. Zahlreiche Bücher und Veröffentlichungen dokumentieren den Anspruch der Archiv-Kräfte. Häufig aber geht es auch ums reine Handwerk: Dann wird altes Papier von Tesafilm und Heftklammern befreit. „Tesafilm ist Gift für jedes Papier und hält ohnehin nicht länger als zehn Jahre“, erklärt Jessica Hohmann. Tackern sei im Übrigen nicht viel besser: „Metall rostet. Und darunter leidet dann auch das Papier.
- Birgit Kalle -

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