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Tückische Bakterien - Schutz vor Campylobacter ist einfach

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Wer weiß noch, was er vorgestern alles gegessen hat? Oder vor fünf Tagen? Weil es zwischen Ansteckung und Ausbruch der so genannten Campylobacteriose meistens zwei bis fünf Tage dauert, ist der Grund für eine Infektion oft schwer herauszufinden.

Das weiß der Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz beim Kreis und hat eine gute Nachricht: Wer auf eine ausreichende Hygiene achtet, kann sich vor der unangenehmen Krankheit schützen. Sonst ist die Gefahr, sich anzustecken, gar nicht so gering: Nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung ist Campylobacter in Deutschland der häufigste bakterielle Erreger von Darminfektionen.

Beschwerden wie andere Magen-Darm-Erkrankungen

Die Beschwerden gleichen anderen Magen-Darm-Erkrankungen: Die ersten Anzeichen sind häufig Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Heftige Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit und Durchfälle folgen später. Nach einer Woche ist normalerweise alles vorbei – in der Regel auch ohne Komplikationen.

Während der Grillsaison steigen die Infektionszahlen. Wurden dem Kreisgesundheitsamt im Januar 56 Fälle gemeldet, waren es im Juli dieses Jahres 87 labordiagnostisch bestätigte Fälle. Erfahrungsgemäß sind es aber mehr Fälle, denn: Nicht jeder geht mit diesen Beschwerden zum Arzt und einige Infektionen verlaufen sogar ohne Symptome.

Bakterien schlummern in Rohmilch und in Fleisch

Hauptansteckungsquelle sind belastete Lebensmittel. Die Bakterien schlummern hauptsächlich in Geflügel, Rohmilch und nicht durchgegartem Hackfleisch, können aber auch in roher Wurst überleben. 

Genau wie bei vielen anderen Durchfall-Erregern hilft auch gegen Campylobacter ausreichendes Durchgaren, also für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad im Kern des Fleisches. Gegrilltes Fleisch sollte zudem nicht auf demselben Teller liegen wie zuvor das rohe Fleisch.

Sauberkeit in der Küche ist guter und kostenloser Schutz

Da viele Lebensmittel wie beispielsweise Salate nicht erhitzt werden, ist sauberes Arbeiten in der Küche wichtig, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wenn Schneidebretter oder Messer nach der Zubereitung von rohem Fleisch nicht ausreichend gereinigt werden, können die Bakterien überspringen. Zur Küchenhygiene gehört auch der rechtzeitige Austausch von Spültüchern, Schwämmen und Geschirrtüchern.

Auch über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch kann man sich anstecken. Deshalb gilt auch hier, was selbstverständlich sein sollte: Regelmäßig und gründlich Händewaschen.
- PK -

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