Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Jahresbilanz 2014 - 239 Menschen eingebürgert

239 Frauen und Männer aus 37 Ländern haben im vergangenen Jahr im Kreis (ohne Lünen und Unna) ihre Einbürgerungsurkunden erhalten. Damit ist die Zahl gegenüber 2013 (282 Einbürgerungen) gesunken. Das zeigt ein Blick in die Statistik der Ausländerbehörde des Kreises.

Von Einbürgerungswilligen aus der Türkei gab es im vergangenen Jahr besonders wenig Anträge (96; 2013: 146). Diesen Rückgang führen die Mitarbeiter der Ausländerbehörde vor allem auf die Diskussion um die doppelte Staatsbürgerschaft zurück: Viele Personen aus Nicht-EU-Staaten seien fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sie künftig bei einer Einbürgerung ihre Heimatstaatsangehörigkeit behalten könnten. Deshalb warteten sie zunächst ab.

Eine solche Regelung gilt allerdings nur für Staatsangehörige aus den EU-Ländern und der Schweiz. Sie werden in Deutschland seit 2007 unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit eingebürgert.

So genannte Optionspflicht abgeschafft

Die Gesetzesänderung aus dem vergangenen Jahr hat nur Auswirkungen auf junge Leute – und zwar auch aus Nicht-EU-Ländern. Es handelt sich um die Abschaffung der so genannten Optionspflicht: Bis 20. Dezember 2014 mussten sich Kinder ausländischer Eltern, die zwei Staatsangehörigkeiten haben, bis zu ihrem 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Diese Verpflichtung ist nun größtenteils entfallen.

Neuer Lebensmittelpunkt im Kreis

Die insgesamt 239 Neubürger aus dem Kreis wählten Bergkamen (61), Kamen (58), Schwerte (47), Selm (24), Fröndenberg (14), Werne (13), Holzwickede (12) und Bönen (10) zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt.

Trotz aller Zurückhaltung im Vergleich zu den Vorjahren wechselte der mit 96 Personen weitaus größte Teil der neuen deutschen Staatsbürger von der türkischen in die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit großem Abstand folgten Menschen aus Polen (27), Italien, der Ukraine (jeweils 9), Kroatien, dem Kosovo und Sri Lanka (jeweils 8) und Bosnien-Herzegowina (7). Die weiteren Neubürger stammen unter anderem ursprünglich aus Griechenland, Russland, Mazedonien, Eritrea und dem Libanon.  

Die deutsche Staatsangehörigkeit bleibt für viele weitere Menschen erklärtes Ziel. Im vergangenen Jahr gingen 234 neue Einbürgerungsanträge beim Kreis ein. Damit ist die Zahl gegenüber 2013 (259) leicht gesunken.
- Birgit Kalle -



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