Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Bundesweite Premiere - Rucksack Schule wird mit Kreis evaluiert

Das Kommunale Integrationszentrum leistet landesweit beispielhafte Integrationsarbeit. Ein Baustein, das „Rucksack“-Programm Schule, rückt bundesweit wegen der von der Uni Hamburg und dem Kreis erstmals durchgeführten Evaluationsstudie in den Blick.

Ausgewählt für die wissenschaftliche Untersuchung wurde der Kreis, weil das von Anne Nikbin koordinierte Programm „Rucksack“ Schule hier am längsten, am konsequentesten und mit inzwischen komplett überarbeiteten Materialien umgesetzt wird. „Der Kreis leistet echte Pionierarbeit“, unterstreicht Prof. Dr. Drorit Lengyel von der Universität Hamburg, die die Studie leitet.

Viele Sprachen – viel Möglichkeiten

Wie selbstverständlich die Übernahme einer Vorbildfunktion für den Kreis ist, macht Landrat Michael Makiolla deutlich. „Wir wollen, dass unsere Kinder gut qualifiziert sind, damit sie später ihren Weg machen. Wer als kleines Kind bereits zwei Sprachen spricht und in der Schule noch ein bis zwei lernt, hat einfach viele Möglichkeiten.“

Beteiligt an der Studie sind neben der Universität und dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) vier Schulen aus Bergkamen, Lünen und Schwerte mit insgesamt 40 türkischen Erstklässlern und ihren Eltern.

Kontrollgruppe von zentraler Bedeutung

Festgestellt werden soll die Wirksamkeit der über „Rucksack“ erfolgenden und unter aktiver Einbeziehung der Mütter stattfindenden Sprachförderung bei Kindern aus Zuwandererfamilien. Angelegt ist die Studie auf ein Jahr. „Wir können natürlich nur messen, wenn wir Vergleichsmöglichkeiten haben. Deshalb ist die vorgesehene Kontrollgruppe für die Aussagekraft der Studie von zentraler Bedeutung“, betont Prof. Dr. Drorit Lengyel. Diese Kontrollgruppe besteht aus 40 türkischen Erstklässlern von vier Lüner Schulen.

Vorgesehen sind zwei zeitliche Messstellen. Ermittelt werden dabei die Sprachkompetenz der geförderten Kinder, es gibt eine Elternbefragung und außerdem Interviews mit den Lehrkräften.

Mit viel Interesse verfolgt die Landesweite Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren (LaKi) die Studie. Dort waren die Materialien überarbeitet worden. „Deshalb haben wir natürlich ein großes Interesse zu sehen, wie passgenau sie tatsächlich sind“, so Andrea Hofer von LaKI.
- Constanze Rauert -

 

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