Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Tierseuchenübung - Kreis bekämpft Schweinepest

Die Theorie beherrschen sie, Technik und interne Abläufe haben sie erprobt – nun folgte der Praxistest: Erstmals sagte die auch für Hamm zuständige Kreis-Veterinärbehörde einer Tierseuche den Kampf an – zum Glück nur bei einer Übung in Werne.

Angenommen wurde der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, einer für Schweine tödlichen, für Menschen ungefährlichen Krankheit. Nachdem der Amtstierarzt den Ausbruch der Seuche amtlich festgestellt hatte, rollte die durch verschiedene Gesetze vorgegebene Bekämpfungsmaschinerie an: Sperrung des Betriebes, Einrichtung eines Sperrbezirkes und Beobachtungsgebietes, klinische Untersuchung der Tiere, Ermittlung der Kontaktwege, Tötung der Tiere oder auch Information der Bevölkerung und schließlich Aufhebung der Sperre.

Gefragt war nicht nur das Know-how der Veterinäre. Es ging auch um das Zusammenspiel der Kreis-Veterinärbehörde Unna mit anderen – und die waren zahlreich. In die Übung einbezogen waren unter anderem das Deutsche Rotes Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr Werne, das Technische Hilfswerk, Ordnungsamt und Bauhof der Stadt Werne, die Kreispolizei, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Landwirtschaftskammer, und, und, und: Allein fast 70 Personen übten den Ernstfall, die Helfer im Hintergrund sind fast ungezählt.

Der besondere Dank von Landrat Michael Makiolla, der sich erst im Lagezentrum in der Kreissporthalle in Unna und dann vor Ort in Werne ein Bild von der Lage gemacht hatte, galt Iris und Werner Schulz-Gahmen, den Besitzern des zur Übungsstätte umfunktionierten Hofes. „Ihre spontane Zusage, bei der Übung mitzumachen, ist Beweis dafür, dass Landwirte und Veterinärbehörde seit Jahr und Tag vertrauensvoll zusammenarbeiten. In einem wirklichen Krisenfall ist das einfach unbezahlbar.“

Ausgewählt worden war der Übungsort Werne nicht nur, weil dort landwirtschaftliche Strukturen vorhanden sind. „Von rund 224.000 Schweinen im Kreisgebiet stehen allein rund 80.000 in Ställen in Werne“, unterstreicht Dr. Tobias Kirschner, der die Übung vorbereitete. „Damit ist hier ein Schwerpunkt der Masttierhaltung.“

Die Bilanz der Übung fällt für Josef Merfels, den Amtstierarzt und Leiter des Krisenzentrums positiv aus: „Wir wissen jetzt, dass das Zusammenspiel nicht nur auf dem Papier klappt. An der einen oder anderen Stelle werden wir nun am Feinschliff arbeiten, doch dafür sind Übungen ja da.“
- Constanze Rauert -

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