Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Projekt "JederBus" - VKU erhält Auszeichnung

Landrat und VKU-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Makiolla ist begeistert: „Wir sind auf einem guten Weg, damit Menschen mit Einschränkungen im Alltag all das mitmachen können, was "Normalos" auch tun.“

Um den Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erleichtern, hat die VKU viel getan und dafür den Inklusionspreis vom Land NRW erhalten. Ausgezeichnet wurde das 2013 von der VKU und dem Kreis Unna ins Leben gerufene Projekt „JederBus“. Dass dieses Projekt zum Erfolgsmodell wurde, ist auch verschiedenen, in Selbsthilfegruppen aktiven Menschen aus dem ganzen Kreis zu verdanken.

Verbesserungen im Alltag

Dazu gehört Klaus Thielker, der seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist und im Alltag daher zahlreichen Herausforderungen gegenüber steht –  so zum Beispiel beim Busfahren. Auch Frank Öppert und Thorsten Eisenmenger, beide auf den Rollstuhl angewiesen, freuen sich über die Vereinfachungen im täglichen Leben. Ebenso wie für sie ist mit dem „Jeder Bus“-Projekt für die an Multiple Sklerose leidende Renate Jung und das blinde Ehepaar Silvia und Michael Gördes das Leben leichter geworden.

Zusammen mit Betroffenen hat sich Projektleiterin Gaby Freudenreich an einen Tisch gesetzt und erörtert, welche Barrieren die alltägliche Busfahrt für „Nicht-Normalos“ bietet und wie man diese überwinden kann.

Selbsthilfenetzwerk im Kreis Unna

Der Erfolg des Projekts ist auch auf das gut aufgestellte Netzwerk von Selbsthilfegruppen im Kreis Unna zurückzuführen, das der VKU fachlich kompetent und praxiserprobt zur Seite stand. „Gut zugeschnittene Angebote helfen nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern erleichtern auch Eltern mit Kind und Älteren das Busfahren“, betont Makiolla.

Starke Einbeziehung der Betroffenen

Die daraus entstandenen vielfältigen Aktivitäten zum Abbau von Barrieren im Busverkehr hat das Land NRW jetzt in Mülheim mit dem Inklusionspreis in der Kategorie „Zugänglichkeit, Barrierefreiheit, Mobilität und Wohnen“ ausgezeichnet. Die Jury überzeugte vor allem die starke Einbeziehung der betroffenen Menschen und die vielfältigen Lösungsansätze. Da die Probleme der Menschen mit Behinderung sehr vielfältig sind, hat die VKU zunächst in verschiedenen Workshops ermittelt, was für welche Beeinträchtigung eine Barriere darstellt.

Neue Türmarkierungen und Haltestellenanzeigen

So konnte die VKU feststellen, dass Menschen mit einer Sehbehinderung oftmals Probleme haben, die Einstiegstür oder die Haltestangen eines Busses zu finden. Abhilfe konnte mit schwarz-gelben Türmarkierungen und gelben Haltestangen geschaffen werden. Rollstuhlfahrer konnten die Haltestellenanzeige im Bus nicht lesen, weil sie entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Daher baute die VKU eine zweite Anzeige in die Busse ein.

Induktionsschleifen, Handy-App und vieles mehr

Für Menschen, die ein Hörgerät nutzen, hat die VKU Induktionsschleifen installiert. Dies ermöglicht den Beeinträchtigten, die Durchsagen ohne Störgeräusche direkt im Hörgerät eingespielt zu bekommen. Außerdem wurde eine Handy-App entwickelt, die Blinde sprachlich über die Ankunft der Busse informiert. Für Menschen mit Leseschwächen gibt es inzwischen drei Flyer in „leichter Sprache“. Diese und noch zahlreiche weitere Aktionen des JederBusses führten schließlich zur Verleihung des ersten „Inklusionspreises“ des Landes NRW, welcher mit 3.000 Euro dotiert ist.

Auch bei der Verleihung des Preises wurde auf das Thema Inklusion geachtet. So standen nicht nur die Projektleiter auf der Bühne, sondern alle, die sich engagieren und mitwirken. Mitten unter ihnen: Landrat Michael Makiolla und VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns. Sie gratulierten allen Projektbeteiligten zu dem Erfolg.
- Franziska Meinhold -

Blick in die Presse