Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Kreis appeliert an Pilzsammler

Pilze lieben den Spätsommer und Herbst - daher beginnt nun die Hauptsaison der Pilzsammler. Das Sammeln von Pilzen ist für viele Menschen eine wohltuende Erholung und Entspannung oder aber auch ein reizvoller Sport. Was aber, wenn dadurch wichtige Funktionen im Ökosystem Wald gestört werden?

Nicht immer sind Waldbesitzer, Forstleute und Jäger mit dem Verhalten der Pilzsammler einverstanden. In einigen besonders dicht bewaldeten Gebieten im Kreis Unna verzeichneten die Jagdpächter einiger Jagdbezirke in der Vergangenheit einen gravierenden Zuwachs an Pilzsammlern.

Das Sammeln von Pilzen im Wald ist für Privatpersonen grundsätzlich erlaubt, allerdings nur für den Eigenbedarf (max. 2 kg). „Professionelle“ Pilzsammler müssen laut Hinweis des Landesbetriebs Wald und Holz NRW mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, wenn sie ertappt werden. „Kommerzielles Sammeln ist in jedem Fall verboten“, unterstreicht Kreisjagdberater Dietrich Junge.

Problematisch ist auch die Angewohnheit einiger Pilzsammler, erst zuzugreifen und später die essbaren Pilze auszusortieren oder aber unbekannte, giftige bzw. ungenießbare Pilze zu zertreten. Vielfach geschieht dies in der Absicht, andere Waldbesucher vor der „Gefahr“ zu schützen. „Doch zahlreiche, teilweise für den menschlichen Verzehr nicht geeignete Arten spielen im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle als Nahrung für Tiere“, betont Christian Makala von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises. So stehen Pilze im Winter, wenn das übrige Angebot eingeschränkt ist, auf dem tierischen Speiseplan weit oben.

Christian Makala und Dietrich Junge bitten deshalb alle Sammler um die Einhaltung weniger, aber wichtiger Regeln. So gilt für Naturschutzgebiete, Aufforstungen und das Dickicht: Betreten verboten. Waldbesucher sollten auf den Waldwegen bleiben und ihre Autos nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Da Waldtiere besonders früh morgens und in der Dämmerung aktiv sind, sollten umsichtige Pilzsammler diese Tageszeiten vermeiden. –PK–

Blick in die Presse