Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Jahresbilanz 2014 - Mehr als 100.000 behinderte Menschen im Kreis

Die Zahl der Menschen ist leicht rückläufig, nicht aber die Zahl der Menschen, die mit einem Handicap durchs Leben gehen müssen: Im Kreis Unna lebten zum Stichtag 31.12.2014 insgesamt 100.888 Menschen mit einer festgestellten Behinderung. „Damit wurde zum ersten Mal die Schwelle von 100.000 überschritten“, berichtet Norbert Diekmännken, der zuständige Fachbereichsleiter für Arbeit und Soziales beim Kreis.

Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kreises. „Anders ausgedrückt: Jeder vierte Bürger in unserer Region ist in Folge einer Krankheit, eines Unfalls oder von Geburt an gesundheitlich so beeinträchtigt, dass formal eine Behinderung anerkannt wurde“, erläutert Diekmännken. Eine Behinderung ist dann gegeben, wenn der sogenannte Grad der Behinderung mindestens 20 und maximal 40 beträgt.

Fast jeder Sechste schwerbehindert

Wenn ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegt, gilt ein Mensch als schwerbehindert. Mit 64.596 Betroffenen lag die Schwerbehindertenquote Ende 2014 bei rund 16,03 Prozent. „Nahezu jeder sechste Bürger im Kreis Unna ist schwerbehindert“, rechnet der für Schwerbehindertenangelegenheiten zuständige Sachgebietsleiter Alfons Niepel vor. Der Kreis Unna ist damit im Landesvergleich eine der Regionen mit dem höchsten Anteil an schwerbehinderten Menschen und liegt landesweit an dritter Stelle.

Besondere Förderung im Beruf

Wer mit dem Handicap einer Schwerbehinderung leben muss, kann eine Reihe von Nachteilsausgleichen in Anspruch nehmen. Schwerbehinderte genießen besonderen Schutz und Förderung im Arbeitsleben. Sie haben ferner besonderen Kündigungsschutz, steuerliche Vorteile, bei besonders schweren Behinderungen auch Vergünstigungen bei der Beförderung im öffentlichen Personenverkehr und auf Antrag die Befreiung von den Rundfunkgebühren.

Mit insgesamt 18.508 Fällen, darunter allein 11.495 Erst- und Änderungsanträgen, ist die Zahl der Verfahren, die 2014 beim Kreis bearbeitet wurden, im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. 2013 waren noch insgesamt 18.460 Erst- und Änderungsanträge, Nachprüfungen und Widersprüche bearbeitet worden. Dass der Grad der Behinderung und die Anerkennung von Merkzeichen, wie z.B. aG als außergewöhnlich gehbehindert, in der Praxis sehr umstritten ist, zeigt die Anzahl von 3.051 Widersprüchen im vergangenen Jahr.
- PK -

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