Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Südkamener Spange wird teurer - Bauvorhaben der Bahn technisch aufwändiger

Seit Jahrzehnten plant die Deutsche Bahn (DB) die Beseitigung des bahngleichen Übergangs an der Südkamener Straße in Kamen und der Kreis im Nachgang den Bau der K 40n („Südkamener Spange“). Jetzt zeichnet sich ab, dass die bauliche Kombi (Brücke für die Bahn, Trogbau für die Straße) deutlich teurer wird.

Wie Baudezernent Dr. Detlef Timpe jüngst gegenüber der Politik erklärte, ist inzwischen von rund 20 Millionen Euro und damit von einer Kostensteigung um sieben Millionen die Rede. Grund für die Mehrkosten ist eine bei den bisherigen Planungsschritten der Bahn laut Dr. Timpe so nicht absehbare problematische Grundwassersituation. Sie macht statt der vorgesehenen „Standardbauweise den Einsatz von Bohrpfählen und damit eine technisch aufwändigere Ausführung notwendig“.

Förderzusagen auch bei höheren Investitionen sichern

Einen Großteil der Mehrkosten wird die Bahn aufbringen müssen, aber auch der mit der Straße „nachlaufende Kreis“ ist finanziell gefordert. Statt der bis dato kalkulierten 2,5 Millionen für der Kreis könnten es, so Timpe, rund 1,5 Millionen Euro mehr werden.

Der Baudezernent machte klar, dass diese Rechnung für den „besten Fall“ gilt. Denn in der sogenannten „Kreuzungsvereinbarung“ zwischen Bahn, Kreis und Stadt wird geregelt, wer was macht und dies auch mit Kosten hinterlegt – die wiederum sind maßgeblich für die Zuschüsse von Land und Bund. In Gesprächen, insbesondere mit dem Land, wird der Kreis nun klären, ob die Förderquote von derzeit 68 Prozent weiter Bestand hat.

Absehbare Mehrkosten durch Einsparungen abfedern

Parallel dazu hat der Kreis auch Möglichkeiten ausgelotet, um die Mehrkosten wieder zu senken. Günstiger als kalkuliert wird z.B. der Bau der K 44 in Selm, zeitlich nach hinten geschoben werden könnte der Ausbau der K 39 (Schwarzer Weg) in Unna. Außerdem sollen Fußgänger und Radfahrer in Südkamen nicht mehr durch einen Tunnel geleitet werden, der wegen der notwendigen Pfahlbohrungen nicht mehr 80.000 Euro, sondern eher 1,6 Million Euro kosten könnte. Vorgesehen wird stattdessen eine Bedarfsampel.

Wie es weitegeht, mochte Baudezernent Timpe gegenüber der Politik auch aufgrund der in der Vergangenheit immer wieder erlebten Verzögerungen nicht sagen, aber: „Bis Ende Oktober wollen wir von der Bahn konkret wissen, wann sie anfangen will.“
- Constanze Rauert -

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