Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Seminar zum „Wohnen im Revier“ - Auch Flüchtlinge gut unterbringen

Der Flüchtlingsstrom stellt nicht nur die Kommunen, sondern auch die Wohnungsgesellschaften vor neue Herausforderungen. „Wir wollen unseren Beitrag zur Lösung liefern“, unterstreicht UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer.

Der Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) eröffnete in Unna eine Seminarreihe der Arbeitsgemeinschaft „Wohnen im Revier“ (WiR). Hier haben sich zwölf kommunale Wohnungsgesellschaften zusammengeschlossen. Sie möchten die Wohnkultur im Revier fördern – „und das gilt auch für die Unterkünfte von Flüchtlingen und Asylbewerbern“.

Dass dieses „vor Ort“ nicht immer leicht ist, verdeutlichte Beate Lötschert, in Lünen für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Sie erläuterte ein 2012 in Lünen entwickeltes Konzept, wonach es bisher gelungen sei, über 200 Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen und knapp 60 in städtischen Einrichtungen. Die Umsetzung eines solchen Konzeptes sei nur in Kooperation mit den Wohnungsunternehmen möglich und zudem langwierig. „Aber die Zeit drängt“, mahnte Lötschert.

Ebenfalls tief in die Praxis stieg Abteilungsleiter Thomas Römer ein, in Essen für die Notfallprävention bei Wohnungen zuständig. Er hat sich mit einer großen Zahl von Asylbewerbern aus den Westbalkanländern zu befassen, deren ausländerrechtlicher Status vielfach überprüft werden muss. Römer: „Auch hier ist die Kommune verpflichtet, sich um die Menschen zu kümmern“.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung zu schaffen seien. Zudem müsse Integration gelernt und gelebt werden. Das wiederum biete sich optimal in Mietkomplexen an, die auch von heimischen Familien bewohnt würden.

Das „WiR-Seminar“ wird Ende April in der Sportschule Kamen-Kaiserau erste Zwischenergebnisse beraten und im Juni bei einer Abschlussveranstaltung in Unna gezielte Handlungsempfehlungen für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen vorlegen.
- Egbert Teimann -


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