Wirtschaft: –

Wie können Unternehmen Wandel aktiv gestalten und die Chancen neuer Technologien nutzen? Darum ging es am Dienstagabend, 15. September 2026 beim ersten Wirtschaftsempfang des Landrats mit rund 400 Gästen auf Haus Opherdicke. 

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Viele Gäste beim ersten Wirtschaftsempfang des Landrats auf Haus Opherdicke.
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Eingeladen hatten Landrat Mario Löhr und die Wirtschaftsförderungesesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG). Der Empfang stand zugleich im Zeichen des 65-jährigen Jubiläums der WFG. Ein Jubiläum, das den Bogen vom Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte zur digitalen Transformation und den Zukunftstechnologien von heute spannt.

„Von der Kohle zur KI – das ist auch die Geschichte unserer Region. Wandel ist das, was wir können. Jetzt geht es darum, gemeinsam anzupacken, Chancen zu erkennen und kreative Lösungen zu entwickeln. Der Wirtschaftsempfang soll als neues Format Menschen im Kreis Unna zusammenbringen, Kontakte ermöglichen und neue Ideen anstoßen. Ich sehe hier Macherinnen und Macher, hier ist richtig Wirtschaftskraft vorhanden“, sagte Landrat Mario Löhr bei der Begrüßung.

Von der Kohle zur KI – das ist auch die Geschichte unserer Region.

- Landrat Mario Löhr

Wie dynamisch sich die technologische Entwicklung derzeit verändert, zeigte Sebastian Hoose vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. In seiner Keynote „Automatisierung auf zwei Beinen: Humanoide Roboter in der Logistik“ gab er einen praxisnahen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen humanoider Robotik. Mitgebracht hatte er Roboter „Josef“, der seine Fähigkeiten beim Laufen, Balancieren und Tanzen live demonstrierte. Hoose machte deutlich, dass zwischen spektakulären Robotik-Videos und dem tatsächlichen industriellen Einsatz noch ein erheblicher Entwicklungsschritt liegt. „Humanoide drängen in steigender Stückzahl auf den Markt, aber für die unternehmerische Praxis zählt am Ende nicht, ob ein Roboter tanzen kann, sondern ob er einen konkreten Prozess zuverlässig übernehmen kann“, fasste er zusammen. Am Fraunhofer IML werden deshalb zunächst Prozesse innerhalb eines Unternehmens analysiert und mögliche Einsatzfelder geprüft, bevor Roboter in Simulationen und im Labor trainiert und anschließend in Pilotanwendungen erprobt werden.

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Auch „Josef“ vom Fraunhofer IML war dabei.
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Wie sich Investitionen in Zukunftstechnologien finanzieren lassen, zeigte anschließend Mirco Rienhoff, Mitglied des Vorstands der Sparkasse UnnaKamen und Hauptsponsor des Wirtschaftsempfangs. Am Beispiel der Robotik erläuterte Rienhoff, dass neben klassischen Krediten auch Fördermittel, Garantien und Eigenkapital infrage kommen. Gerade mittelständische Unternehmen ermutigte er, bestehende Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen und frühzeitig das Gespräch mit der Sparkasse zu suchen.

Wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Kooperationen bereits heute in der Praxis aussehen, diskutierten anschließend Beatrice von Buchwaldt, CFO der Paul Vahle GmbH & Co. KG, Benedikt Kummer, Geschäftsführer der KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH, sowie Ludger Rethmann, Vorstandsvorsitzender der RETHMANN SE & Co. KG.
Hier wurde deutlich, wie unterschiedlich die Wege der Unternehmen sind. Vahle setzt unter anderem KI zur Prozessoptimierung und für Sicherheitssysteme ein. KODA nutzt öffentlich geförderte Forschungsprojekte, um neue Produktionstechnologien zu entwickeln und in die industrielle Anwendung zu bringen – aktuell etwa bei einer KI-gestützten Qualitätskontrolle und robotergestützter Verpackung. Rethmann gab Einblicke in die Bedeutung von Kooperationen und Partnerschaften als Möglichkeit, gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.



Im Anschluss boten Robotik-Ausstellung, Fingerfood und Networking viel Raum für persönliche Gespräche. Gerade dieser Austausch war ein zentraler Gedanke des Abends: Die Wirtschaftskraft der Region sichtbar zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und gemeinsam nach vorne zu schauen. „Wir sind von der Resonanz auf den ersten Wirtschaftsempfang überwältigt. Das große Interesse und die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen uns darin, dieses Format fortzuführen. Ich bin überzeugt, dass viele unserer Gäste neue Impulse und Ideen mitgenommen haben, die nun auch ihren Weg in die Unternehmen finden werden. Wir freuen uns schon jetzt auf den Wirtschaftsempfang 2027“, sagt Kim Tabea Odenwald, Prokuristin der WFG, die den Empfang organisatorisch verantwortete.

Der nächste Wirtschaftsempfang ist bereits für 2027 geplant. Unter dem Titel „Gesunde Region – starke Wirtschaft“ soll dann die Gesundheitswirtschaft im Wandel im Mittelpunkt stehen und die Frage, wie sich Gesundheit und Wirtschaft noch stärker miteinander verbinden lassen und welche Chancen daraus für den Wirtschaftsstandort Kreis Unna entstehen. Der Wirtschaftsempfang wurde im Rahmen des Förderprojekts DIGI-CO (#digital#connect#ruhr-ost) durch die Europäische Union (EFRE) sowie das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

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Die Referenten gemeinsam mit Landrat Löhr: (von links) Ludger Rethmann, Vorstandsvorsitzender der RETHMANN SE & Co. KG; Benedikt Kummer, Geschäftsführer der KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH; Sebastian Hoose (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML); Mirco Rienhoff, Mitglied des Vorstands der Sparkasse UnnaKamen; Beatrice von Buchwaldt, CFO der Paul Vahle GmbH & Co. KG sowie für den Ausblick auf den Wirtschaftsempfang 2027 Prof. Dr. med. Martin Glas (St. Marien Hospital Lünen).
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Autor

Anita Lehrke - WFG

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