Natur:

Der Dezember 2023 setzte die Folge der zu nassen Monate deutlich fort. Im vergangenen Monat fielen im Schnitt im Emscher-Gebiet 155,8 mm Niederschlag. Damit ist der Dezember auf Platz 4 der nassesten Dezember ab 1931 und lag mehr als doppelt so hoch wie das 130-jährige Mittel von 73 mm.

Bild vergrößern: Lippe bei Lünen.  Blick Flussabwärts.
So breit ist die Lippe bei Lünen (Aufnahme vom 28. Dezember 2023) normalerweise nicht.
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Andreas Fritsche EGLV

Im Lippe-Gebiet sind im Gebietsmittel 148,9 mm gefallen. Damit liegt der Dezember 2023 auch dort auf Platz 4 der nassesten ab 1931 und auch mehr als doppelt so hoch wie das 130-jährige Mittel von 68 mm. Lediglich sieben von 31 Tagen waren im Dezember niederschlagsfrei.

Insgesamt betrachtet belegt das Kalenderjahr 2023 sowohl im Lippe-Gebiet als auch im Emscher-Gebiet Platz 1 der nassesten Jahre ab 1931!

Die teils andauernden Niederschläge haben in den Verbandsgebieten von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) zu hohen Wasserständen in den Flüssen und Bächen geführt. Die Teams der beiden Verbände waren daher auch über die Feiertage im Einsatz – und sind es teilweise immer noch.

„Die aktuelle Niederschlags- und Hochwasserlage bestätigt unsere bereits vielfach geäußerte Prognose, dass wir in Folge des Klimawandels immer häufiger Regenereignisse erleben werden, deren Folgen wir heute kaum einschätzen können. Wir sehen uns darin bestätigt, dass wir bereits nach dem Juli-Hochwasser 2021 frühzeitig Planungen zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes an Emscher und Lippe begonnen haben und weiter fortführen müssen. Um unsere Region klimarobust zu gestalten, benötigen wir jedoch dringend mehr Flächen für Notpolder und Rückhalteräume. Die Flächenverfügbarkeit ist aber nach wie vor ein Problem und muss in der nachfolgenden Debatte zur aktuellen Hochwasserlage dringend diskutiert werden. Das Prinzip der „Schwammstadt“ muss zudem oberste Leitlinie der Stadtplanung werden, wenn wir in Zukunft für die Folgen des Klimawandels gewappnet sein wollen", sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV).

Anpassung an Folgen des Klimawandels hat an Emscher und Lippe bereits begonnen

„An Emscher und Lippe hat die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bereits begonnen – und sie hält weiter an: Die klimawandelbedingte Zunahme von Extremwetterereignissen erfordert die Notwendigkeit weiterer Planungen für zahlreiche Maßnahmen in den kommenden Jahren“, sagt Dr. Frank Obenaus, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft.

Mehr als fünf Millionen Kubikmeter an zusätzlichem Retentionsraum entstanden zur Optimierung des Hochwasserschutzes im Emscher-Gebiet während des Emscher-Umbaus zwischen 1992 und 2021. Vor allem am Oberlauf der Emscher entfalteten ganz aktuell die zahlreichen während des Emscher-Umbaus gebauten Hochwasserschutzanlagen ihre Wirkung und milderten die Folgen des Niederschlags im Gewässerbereich deutlich ab. Allein im Raum Dortmund hatte die Emschergenossenschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten zahlreiche Hochwasserrückhaltebecken erstellt.

An der Lippe wurden seit 2016 die Deiche im Bereich Haltern-Lippramsdorf und Marl zurückverlegt und neugebaut, der Fluss hat künftig deutlich mehr Raum zur Entfaltung. Auch bei Datteln und Olfen wurde der Flussverlauf der Lippe in den vergangenen Jahren auf sechs Kilometern Länge naturnah umgestaltet. Im Hochwasserfall bieten sich dem Fluss nun natürliche Überflutungsflächen, zudem wurde die Fließgeschwindigkeit der Lippe durch die Maßnahme verringert – was einen reißenden Strom nach größeren Niederschlägen unterbindet. Auch beim Bau des Erlebensraumes Lippeauen in Hamm wurden Deiche zurückversetzt und Auenflächen geschaffen, was neben der Förderung der Artenvielfalt auch der Verbesserung des Hochwasserschutzes dient.

Mehr unter www.eglv.de.

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Autor

Leonie Bleimling - Kreis Unna

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