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Joachim Karsch – Beseelte Bronzen

Joachim Karsch – Beseelte Bronzen

12. Mai bis 15. Dezember 2019

Der in Schlesien geborene Bildhauer und Grafiker Joachim Karsch (1897 – 1945) besuchte bereits mit 14 Jahren die Breslauer Kunstgewerbeschule. Volljährig setzte er seine Ausbildung an der Königlichen Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin fort, die er jedoch enttäuscht abbrach.

Seinen radikalen Bruch mit dem Expressionismus bekräftigte er durch die Vernichtung seiner früheren Plastiken. Mit Gerhard Marcks gehörte er zu jenen Bildhauern, die mit der Körperlichkeit ihrer Bildwerke nach idealisierender und symbolhafter Darstellung strebten.

In seinen Kopf- und vor allem Ganzkörperplastiken, die als Einzelfiguren oder in Gruppen dargestellt sind, sucht der Künstler nach einem beseelten Ausdruck. Die Sichtbarmachung von Gefühlslagen durch seine geschickte plastische Modellierung von Mimik, Gestik und Haltung, zeichnen ihn als außergewöhnlichen Bildhauer der Moderne aus.

1938 wurde die im Essener Folkwang-Museum ausgestellte Plastik Lesendes Paar als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Kurz vor Kriegsende schied er aus Furcht vor der Deportation in die Sowjetunion und wegen des Vandalismus sowjetischer Soldaten an seinem Spätwerk aus dem Leben.

Erhalten sind eine Reihe überwiegend erzählerisch angelegter, figürlicher Bronze-Plastiken, die größtenteils durch seinen Sohn Florian Karsch versammelt wurden.

Die Ausstellung in der Stiftskirche von Schloss Cappenberg entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie Nierendorf, Berlin.


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