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Schulpsychologie in der Einzelfallberatung

Schulpsychologie in der schülerbezogenen Beratung

Im schulischen Alltag ergeben sich täglich zahlreiche Fragestellungen und Herausforderungen. Die meisten lassen sich durch „Bordmittel“ mit den schulischen Ressourcen lösen, bei anderen bietet es sich an, außerschulische Beratung mit ins Boot zu holen. Die SBS ist ein Netzwerkpartner, der bei zahlreichen pädagogisch-psychologischen Fragenstellungen mit ihrem fachlichen Know-how dazu beitragen kann, Lösungen zu finden. 

Schulpsychologische Beratung bezieht sich in der Regel auf Fragestellungen und Herausforderungen in den Bereichen der Schulleistungen und des sozialen Verhaltens in der Schule. Gemeinsames Merkmal dieser Fragestellungen und Herausforderungen ist es, dass sie sich überwiegend in der Schule zeigen bzw. dort entstanden sind. Alle Beteiligten am Schulleben haben die Möglichkeit, sich mit einer Beratungsanfrage an die Schulpsychologische Beratungsstelle zu wenden.

Als Königsweg bietet die SBS die gemeinsame Beratung an, bei der die SBS Lehrkräfte, Eltern und je nach Alter auch Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu einer schulischen Fragestellung berät.

Es wird empfohlen, vor einer Anmeldung zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen. Das bietet die Möglichkeit herauszufinden, ob die SBS der passende Ansprechpartner ist. Viele Antworten und erste Impulse zur Problemlösung lassen sich oft bereits in einem Telefonat finden. Sollte die SBS nicht der passende Ansprechpartner sein, können Sie bei uns meistens erfahren, wer der richtige Ansprechpartner ist. Alle schulpsychologischen Fachkräfte bieten regelmäßig eine Telefonsprechstunde (Link zu den Sprechstundenzeiten) an.

Typische Beratungsthemen sind u.a.

Seit Jahrzehnten ist der angemessene Umgang mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) Gegenstand teilweise heftiger wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Unterschiedliche Lehrmeinungen stehen sich gegenüber.

Dementsprechend unterschiedlich fallen die Regelungen der Kultusministerien der Länder aus.  

In NRW gilt laut Erlass des Kultusministeriums, dass sowohl für Diagnostik als auch für Förderung bei LRS in aller Regel die Schule zuständig ist. 

Bezüglich der Diagnostik von LRS regelt der Erlass (etwas vereinfacht, aber sinngemäß) unter anderem

  • Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6, deren Leistungen im Lesen und / oder Rechtschreiben über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten mangelhaft oder ungenügend bleiben, gelten als Schüler mit LRS.
  • In besonders begründeten Ausnahmefällen (hierzu fehlen allerdings konkretere Hinweise) gilt dies auch für Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10.
  • Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 bis 13 macht der Erlass keine Angaben.

Bestehen Unsicherheiten bzgl. Vorliegen von LRS und/oder Ausmaß der Schwierigkeiten, unterstützt die Schulpsychologische Beratungsstelle die Deutschlehrkraft bei der Feststellung.

Desweiteren berät die SBS Lehrkräfte und Eltern zu Förderempfehlungen und sinnvollen Maßnahmen im Rahmen des Nachteilsausgleichs unter Berücksichtigung der jeweiligen schulischen und häuslichen Bedingungen.

Bei besonders massiven Schwierigkeiten kann es ratsam sein, zusätzlich außerschulische Förderung in Anspruch zu nehmen.

Hinweise zur Auswahl außerschulischer Förderung

FAQs zum LRS-Erlass

Im Gegensatz zu Lese- Rechtschreibschwierigkeiten finden Rechenschwierigkeiten erst seit einigen Jahren stärkere Beachtung. Dementsprechend befindet sich deren wissenschaftliche Erforschung noch in einem Anfangsstadium.

Der Ausgangspunkt von Rechenschwierigkeiten scheint in einem unzureichenden Verständnis des Zahlen- bzw. Mengenbegriffs zu liegen: Die Zahl 8 bedeutet demnach für Kinder mit Rechenschwierigkeiten nicht eine Anzahl von acht Elementen, sondern steht nur für ein Element, nämlich das achte in einer Reihenfolge.

Dieses grundlegende Unverständnis führt dann zur Ausbildung zahlreicher falscher Rechenstrategien. 

Gerade bei einer Rechenschwierigkeiten scheint dem frühzeitigen Erkennen und der zügigen Einleitung von Fördermaßnahmen besondere Bedeutung zuzukommen: Der Verfestigung falscher Rechenstrategien kann so wirksam entgegengewirkt werden.

Wenn ein Kind Ende des ersten/Anfang des zweiten Schuljahres noch zählend rechnet, ist das ein sicheres Zeichen für das Vorliegen von Rechenschwierigkeiten und es gibt dringenden Handlungsbedarf.

Die Schulpsychologische Beratungsstelle berät Lehrkräfte und Eltern zu Förderempfehlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen schulischen und häuslichen Bedingungen.

Bei besonders massiven Schwierigkeiten kann es ratsam sein, zusätzlich außerschulische Förderung in Anspruch zu nehmen.

Hinweise zur Auswahl von außerschulischer Förderung

Beim Thema „Gewalt an Schulen" denken wir in der Regel zunächst an schwere körperliche Gewalttaten. Die alltägliche Gewalt durch Mobbing findet dagegen weitaus häufiger statt. Dieses Gewaltphänomen ist in den letzten Jahren stärker in das öffentliche Bewusstsein gelangt. Das Wahrnehmen des Problems bietet bessere Handlungsmöglichkeiten. Jedoch ist es im Einzelfall oft nicht so leicht zu erkennen, ob es sich um Mobbing handelt und was man dagegen unternehmen kann.

Mobbing ist  ein sehr weit verbreitetes Problem und fügt den Opfern zum Teil erhebliche seelische Verletzungen zu. Bis zu 500.000 Kinder und Jugendliche, so wird geschätzt, sind mindestens einmal pro Woche von Mobbing-Attacken betroffen. Das bedeutet: "Etwa ein Kind von fünfundzwanzig kann als ernstes Opfer von Mobbing bezeichnet werden, das ein- oder mehrmals in der Woche Attacken über sich ergehen lassen muss", (Mechthild Schäfer, 2010).

Die Schulpsychologische Beratungsstelle unterstützt Schulen und einzelne Lehrkräfte bei der Umsetzung von Konzepten gegen Mobbing. Bei Interventionen im Einzelfall stehen der Opferschutz und die anschließende Auflösung der sozialen Mobbing-Struktur im Vordergrund. Dazu arbeiten wir mit der Lehrkraft und gegebenenfalls den Eltern zusammen.

Merkblätter zum Thema für Schülerinnen und Schülern, Lehrkräfte und Eltern

Die Frage der geeigneten Schulform stellt sich in der Regel bei der Wahl einer weiterführenden Schule oder nachfolgend bei Anzeichen der Über- bzw. Unterforderung.

Zum Schulerfolg trägt eine Vielzahl von Faktoren bei

  • kognitive Leistungsfähigkeit
  • Leistungsmotivation
  • Arbeitsdisziplin
  • häusliche Unterstützung
  • Beziehung zur Lehrkraft
  • Beziehung zu Mitschülern
  • Kontinuität und Qualität des Unterrichts
  • außerschulische Belastungen

In der Regel hat die Lehrkraft ein umfassendes und genaues Bild über den Leistungsstand und die Leistungsentwicklung ihrer Schüler. Bei Unsicherheiten kann die Inanspruchnahme einer schulpsychologischen Beratung allerdings sinnvoll sein. 
In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Schulpsychologen, Lehrkraft und Eltern werden zunächst alle relevanten Informationen zu den oben genannten Faktoren zusammengetragen, um daraus im Anschluss eine Empfehlung für die weitere Schullaufbahn abzuleiten.

Kurzlink
https://www.kreis-unna.de/x/1F-e3ba9a

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Fax 0 23 03 / 27-69 40
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schulpsychologische-beratungsstelle@kreis-unna.de

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Telefonzeit: Donnerstag von 15 bis 17 Uhr
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Telefonzeit: Dienstag von 14 bis 16 Uhr
karin.irmscher@kreis-unna.de

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Dipl.-Psych. Stefanie Lippelt
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Dipl.-Psych. Kirsten Solberg
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Telefonzeit: Freitag von 12 bis 14 Uhr
kirsten.solberg@kreis-unna.de

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marie.ebmeier@kreis-unna.de

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