Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Notunterkunft in Bönen - Kreis gab aktuellen Sachstand

Nach dem Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung Arnsberg hat der Kreis am 2. Oktober in Bönen eine Notunterkunft für rund 200 Flüchtlinge bereitgestellt. In einer Informationsveranstaltung gab Landrat Michael Makiolla einen Sachstand.

Rund 180 Bürgerinnen und Bürger waren am 5. Oktober der Einladung des Verwaltungschefs in die Aula des Marie-Curie-Gymnasiums gefolgt. Eine erste Orientierung erhielten sie durch eine ausgelegte kurze Bürgerinformation sowie eine Zusammenstellung von Antworten auf einige naheliegende Fragen.

Podium mit mehreren Fachleuten besetzt

Im Mittelpunkt der von Christine Pilger moderierten Veranstaltung standen dann natürlich der direkte Austausch und offene Dialog. Um möglichst alle Fragen beantworten zu können, wurde das Podium komplettiert durch Marko Wilke (Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Kreisverband Unna = Betreiber der Notunterkunft), Hans Volkmann (Kreispolizeibehörde Unna, Leitender Polizeidirektor) und Barbara Potthoff (Gemeinde Bönen, Fachbereichsleiterin Familie, Sport, Kultur und Schule).

Bezirksregierung bat erneut erfolgreich um Hilfe

Eingangs erinnerte Landrat Michael Makiolla daran, dass bereits verschiedene Städte im Kreisgebiet Notunterkünfte bzw. große Unterbringungseinrichtungen bereitstellen (z.B. Selm, Lünen, demnächst Bergkamen) und der Kreis selbst bei der Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen eingebunden ist (Registrierung). Der neuerliche Hilferuf der Bezirksregierung sei absehbar gewesen, aber: „Ohne die Unterstützung durch die Gemeinde Bönen hätten wir nicht so schnell Vollzug melden können.“

Die Gemeinde hatte die ehemalige Ermeling-Grundschule mitsamt Turnhalle in Bönen-Lenningsen zur Verfügung gestellt. In der Nacht zu Sonntag zogen die ersten Flüchtlinge ein. „Mehr Leben“ rund um die ehemalige Schule sorgte denn auch für verschiedene Fragen.

Ausweichquartiere für die Sportgruppen

Die in der Halle trainierenden Sportgruppen erhalten unkompliziert Ausweichquartiere zum Training und Spiel inklusive Umkleidemöglichkeiten. Erste Gespräche zwischen der Gemeindeverwaltung, dem Gemeindesportverband und dem betroffenen Verein begannen bereits letzte Woche.

Sicherheit in und rund um die Notunterkunft

Der DRK-Kreisverband arbeitet mit einem Sicherheitsdienst zusammen, der insbesondere innerhalb der Einrichtung ein aufmerksames Auge auf das Geschehen hat. Die Kreispolizeibehörde hat den Bereich ebenfalls im Blick. Erster Ansprechpartner vor Ort ist der Bezirksbeamte.

Flüchtlinge haben Bewegungsfreiheit

Die Notunterkunft ist kein geschlossener Komplex. Flüchtlinge können sich in der Einrichtung und außerhalb frei bewegen. Eingehalten werden müssen innerhalb der Einrichtung bestimmte Regeln z.B. für die Essenausgabe und Nachtruhe. Für Dritte ist die Einrichtung grundsätzlich nur in Absprache mit dem DRK-Kreisverband als Betreiber oder dem Kreis zugänglich.

Allgemeine Verhaltensregeln in Deutschland

Die meisten Flüchtlinge beherrschen nicht die deutsche Sprache. Sie kommen meist aus anderen Kulturkreisen und müssen den deutschen Alltag erst kennenlernen. Deshalb sollen in der Notunterkunft allgemeine Verhaltenstipps oder auch Hinweise z.B. zum Verhalten im Straßenverkehr vermittelt werden.

Verkehrsgefahren an der Ermelingstraße

Die Flüchtlinge erkunden die Umgebung und orientieren sich. Damit ist mehr Bewegung als sonst auf den Straßen. Kreispolizeibehörde, Straßenverkehrsbehörde und Gemeinde prüfen, ob und wo besondere Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Tempolimit) sinnvoll sind.

Integration ins Sozialleben der Gemeinde

Die Notunterkunft ist für Flüchtlinge nur eine Zwischenstation. Deshalb stehen die Versorgung und das Obdach im Vordergrund. Integration spielt wegen der kurzen Aufenthaltsdauer keine besondere Rolle. Anders sieht das mit den der Gemeinde Bönen fest zugewiesenen Asylbewerbern aus. Sie sollen so schnell wie möglich ins Gemeindeleben integriert werden. Das gilt vom Spracherwerb, der Unterbringung in Kita oder Schule bis hin zur Aufnahme ins Vereinsleben und der Möglichkeit einer Beschäftigung.

Internetverbindung auch in der Notunterkunft

Die Flüchtlinge sollen und wollen z.B. mit Verwandten Kontakt halten oder aufnehmen. Das DRK richtet deshalb über die Telekom eine Internetverbindung in der Notunterkunft ein.

Besserer Gesundheitsschutz durch Impfangebote

Die Kreisgesundheitsbehörde hat in der Notunterkunft in Bönen am 6. Oktober eine Impfaktion gestartet. Freiwillig impfen lassen können sich die Flüchtlinge z.B. gegen Masern, Mumps und Röteln.
- Constanze Rauert -

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