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Geplante Notunterkunft in Werne-Stockum - Kreis gab aktuellen Sachstand

Nach dem Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung Arnsberg wird der Kreis bis Anfang November in Werne-Stockum eine Notunterkunft für rund 200 Flüchtlinge errichten. Über den aktuellen Stand der Vorbereitungen informierte Landrat Michael Makiolla bei einer Bürgerversammlung.

Rund 400 Bürgerinnen und Bürger waren am 21. Oktober der Einladung des Verwaltungschefs in die St. Sophia Kirche in Werne-Stockum gefolgt. Eine erste Orientierung erhielten sie durch eine ausgelegte Bürgerinformation sowie eine Zusammenstellung von Antworten auf einige naheliegende Fragen.

Podium mit Fachleuten besetzt

Der direkte Austausch und der offene Dialog prägten die von Christine Pilger moderierte Veranstaltung. Um möglichst alle Fragen beantworten zu können, wurde das Podium komplettiert durch Wernes Bürgermeister Lothar Christ, Marko Wilke (Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Unna, Betreiber der Notunterkunft) und Hans Volkmann (Kreispolizeibehörde Unna, Leitender Polizeidirektor).

Landrat Michael Makiolla bat die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis dafür, dass durch die Notunterkunft die Nutzung der Kardinal-von-Galen-Turnhalle nicht mehr möglich ist und dankte allen, die sich an den verschiedensten Stellen bei der Aufnahme von Flüchtlingen engagieren, für ihre Mithilfe.   

Dank an Stadt Werne

Er erläuterte, dass viele Städte und Gemeinden im Kreisgebiet Notunterkünfte bzw. große Unterbringungseinrichtungen bereitstellen und der Kreis selbst Anfang Oktober in Bönen eine Notunterkunft für 200 Flüchtlinge eingerichtet hat. Doch damit ist dem Hilferuf der Bezirksregierung, schnellstmöglich Unterbringungsmöglichkeiten für 400 Personen bereitzustellen, noch nicht in vollem Umfang nachgekommen worden. Deshalb bedankte sich der Landrat ausdrücklich bei Bürgermeister Lothar Christ für die Zusage, innerhalb kürzester Zeit in Werne-Stockum eine weitere Notunterkunft eröffnen zu können.

Mit den Plänen ergeben sich für die Bürgerinnen und Bürger natürlich verschiedene Fragen, die in der Infoveranstaltung angesprochen wurden. Ein kurzer Überblick:

Standort-Entscheidung

Vor der Entscheidung, die Kardinal-von-Galen-Turnhalle und den angrenzenden Parkplatz zu nutzen, sind mehrere alternative Standorte geprüft worden. Letztlich war die Turnhalle in Werne-Stockum die geeignetste Immobilie, um dem Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung entsprechend kurzfristig gerecht zu werden.

Ausweichquartiere für die Sportgruppen

Stadtsportverband, Stadtverwaltung und die Verantwortlichen der betroffenen Vereine suchen gemeinsam nach Lösungen, damit der Sportbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Der Schulsport kann die Bürgermeister-Abels-Turnhalle nutzen.

Lehrschwimmbecken

Die bisherige Nutzung des Lehrschwimmbeckens wird nicht beeinträchtigt. Der Verbindungsflur zwischen Turnhalle und Lehrschwimmbecken wird mit einer Trockenbauwand und einer Bautür getrennt.

Sicherheit in und rund um die Notunterkunft

Der DRK-Kreisverband arbeitet mit einem Sicherheitsdienst zusammen, der insbesondere innerhalb der Einrichtung ein aufmerksames Auge auf das Geschehen haben wird. Die Kreispolizeibehörde hat den Bereich ebenfalls im Blick. Erster Ansprechpartner vor Ort ist der Bezirksbeamte.

Dauer des Betriebs der Notunterkunft

Wie lange die Notunterkunft bestehen bleibt, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen. Die Dauer des Betriebs hängt von der Entwicklung der Flüchtlingssituation ab.

Freiwillige Hilfe und Spendenmöglichkeiten

Helfer können sich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) über die Internetseite www.team-westfalen.de melden. Spenden wird der DRK-Kreisverband als Betreiber vor Ort annehmen, wenn die Einrichtung in Betrieb ist.

Integration ins Sozialleben der Gemeinde

Die Notunterkunft ist für Flüchtlinge nur eine Zwischenstation. Deshalb stehen die Versorgung und das Obdach im Vordergrund. Integration spielt hier wegen der kurzen Aufenthaltsdauer der einzelnen Personen keine besondere Rolle. Anders sieht das mit den der Stadt Werne fest zugewiesenen Asylbewerbern aus. Sie sollen so schnell wie möglich ins Gemeindeleben integriert werden. Das gilt vom Spracherwerb, der Unterbringung in Kita oder Schule bis hin zur Aufnahme ins Vereinsleben und der Möglichkeit einer Beschäftigung.
- Birgit Kalle -

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