Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Tag der offenen Tür in der Notunterkunft - „Luxus ist anders“

Der Kreis hatte eingeladen und mehr als 250 Menschen kamen, um sich selbst ein Bild von der Notunterkunft in Werne-Stockum zu machen. Vertreter der Kreisverwaltung und dem DRK-Kreisverband Unna als künftigem Betreiber standen für Fragen zur Verfügung.

Vor allem interessierte die Besucher – darunter viele Familien aus der Stockumer Nachbarschaft, aber auch aus Werne -, wie die Schlafplätze in den drei Wohnleichtbauhallen aussehen, wie sich die Decken und Kissen anfühlen und ob es Rückzugsmöglichkeiten gibt.

Privatsphäre auf engem Raum kaum möglich

Dass es eng wird, wenn sich acht Menschen 16 Quadratmeter teilen und Privatsphäre nur auf kleinstem Raum möglich ist, war schon den jüngsten Besuchern schnell klar. „Mein Kinderzimmer ist auch so groß, aber da wohne ich ganz alleine“, brachte ein Mädchen nicht nur ihren Eindruck auf den Punkt.

In Augenschein genommen wurde natürlich auch der „Speisesaal“, in dem die Asylbewerber in Schichten essen werden, um hektische Spitzenzeiten mit entsprechender Lärmkulisse zu vermeiden. Der angrenzende Spiel- und Aufenthaltsbereich wird sich noch verändern, denn neben Spielflächen sollen hier Räume für Verwaltungsarbeiten und eine kleine Kleiderkammer abgeteilt werden.

Spender werden um Geduld gebeten

„Luxus ist anders“, meinte ein Besucher nach einem Blick in die sanitären Einrichtungen, die in der Turnhalle sowie in Containern in der Nähe der Schlafplätze zu Verfügung stehen.

Viele Bürger kamen, nicht nur um zu schauen, sondern auch um ihre Hilfe anzubieten. Wer mitmachen möchte, kann sich beim Deutschen Roten Kreuz über die Internetseite www.team-westfalen.de melden. Innerhalb von rund einer Woche gibt es in der Regel eine Antwort über die Einsatzmöglichkeiten vor Ort.

Mit Spenden sollte noch gewartet werden, denn: „Erst einmal muss die Unterkunft komplett fertig werden und nach Einzug der ersten Flüchtlinge der Betrieb rundlaufen“, so Marko Wilke vom DRK.

Nur Bezirksregierung weiß, wann Flüchtlinge kommen

Fast alle Besucher interessierte, wann die ersten Flüchtlinge kommen – aber: „Das weiß hier vor Ort niemand. Das entscheidet die Bezirksregierung Arnsberg allein“, so der beim Kreis für den Bevölkerungsschutz zuständige Jürgen Wirth. Aber auch wenn Busse überraschend kommen und alles ganz schnell gehen muss, ist das DRK vorbereitet: „Wir fahren mit 15 Mitarbeitern einen drei Schicht-Betrieb. Wir sind also immer da“, so Wilke.
- Constanze Rauert -

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