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Hinweis für Pilzsammler - Naturschutzgebiete sind tabu

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Naturschutzgebiete dienen vielen Tierarten als störungsarmer Rückzugsraum. Erholungssuchende sollen deshalb die befestigten Wege nicht verlassen. Dies gilt natürlich auch für Pilzsammler. Darauf weist Sebastian Napierski von der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis hin.

„Im Herbst fressen sich die Tiere Energiereserven an und legen Vorräte für die anstehende kalte Jahreszeit an. Aufgrund vorhandener Fluchtdistanzen bei den Tieren bedeutet jeder Mensch eine Störung bei der Nahrungssuche und -aufnahme und die kann eine erfolgreiche Überwinterung gefährden.“

Grundsätzlich ist das Sammeln von Pilzen für den privaten Eigenbedarf (maximal zwei Kilogramm) nach dem Bundesnaturschutzgesetzt erlaubt. Die Suche wird jedoch eingeschränkt, denn in den Naturschutzgebieten im Kreis und andernorts ist das Verlassen der befestigten Wege verboten.

Als befestigt sind alle Wege anzusehen, die durch Einbringen von Wegebaumaterial für das Befahren oder Begehen hergerichtet sind. „Diese Regelung ist in den rechtskräftigen Landschaftsplänen verankert und für jedermann einsehbar“, unterstreicht Sebastian Napierski.

Werden Pilze in größeren Mengen gesammelt, etwa zur gewerblichen Nutzung, ist neben dem Einverständnis des Eigentümers auch eine Genehmigung bei der Unteren Landschaftsbehörde einzuholen. „Ohne die entsprechenden Zustimmungen handelt der Sammler ordnungswidrig und begeht gleichzeitig einen Diebstahl“, macht Napierski klar.

Die Untere Landschaftsbehörde bittet daher alle Pilzsammler, sich an diese wichtige Regel zu halten. Wer dennoch außerhalb der befestigten Wege in einem Naturschutzgebiet erwischt wird, muss mit einer Geldbuße von bis zu 400 Euro rechnen. Die ungenehmigte gewerbliche Suche wird mit einer Strafe in Höhe des wirtschaftlichen Wertes belegt, beträgt jedoch mindestens 10 Euro. Zudem kann der betroffene Eigentümer Anzeige aufgrund der widerrechtlichen Aneignung erstatten.
- PK -

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