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Landesamt untersuchte Lippe - „PCB-Grenzwerte sicher eingehalten“

Die Lippe ist mit PCB belastet. Allerdings wird die Umweltqualitätsnorm (UQN) mehr als eingehalten. Anders sieht es im eingeleiteten Grubenwasser aus. Hier liegen die Werte für Polychlorierte Biphenyle (PCB) deutlich oberhalb der Norm.

Das Land soll nun dafür sorgen, dass der Bergbau nicht mehr belastetes Wasser aus der Tiefe unbehandelt in die Lippe einleitet. Die Verwaltung wurde deshalb vom Ausschuss für Natur und Umwelt beauftragt, ein entsprechendes Schreiben Richtung Landesregierung zu senden.

Bergbau darf sich nicht aus Verantwortung schleichen

Wichtig ist dem Ausschuss auch, dass sich „der Bergbau nicht aus der Verantwortung heraus schleicht“. Vielmehr müssten klare Vorgaben zur Bereinigung des Problems gemacht und die Abarbeitung per Zeitstrahl festgelegt werden.

Grundlage für die politische Diskussion war der im Oktober 2015 fertiggestellte und inzwischen veröffentlichte Bericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Veranlasst worden war das Gutachten, nachdem bekannt geworden war, das PCB über Grubenwasser aus der ehemaligen Zeche Haus Aden (Bergwerk Ost) in die Lippe gelangt.

Grenzwerte im Fluss werden eingehalten

Das hat die Untersuchung des LANUV bestätigt. Dabei lautet eine zentrale Aussage: Die Umweltqualitätsnorm (UQN) für Oberflächengewässer von 20 Mikrogramm/kg Trockensubstanz (TS) für die bergbautypischen PCB wird in der Lippe sicher eingehalten.

Im Kreisgebiet werden derzeit noch Grubenwässer über die Wasserhaltung von Haus Aden unmittelbar in die Lippe eingeleitet. Nach der LANUV-Untersuchung liegen die PCB-Konzentrationen aber nur im Bereich von einem Viertel der Umweltqualitätsnorm (UQN).

Die PCB-Belastung nimmt im Längsverlauf der Lippe zu. Dies kommt nicht nur durch die aktuellen Einleitungen. Fachbereichsleiter Ludwig Holzbeck erläuterte, dass vielmehr anzunehmen sei, dass die aktuell messbare Belastung im Gewässer im Wesentlichen auf die „historische“ Belastung der Flusssedimente, die nach und nach zur Mündung transportiert werden, zurückgeht.

Grubenwasser weist deutlich zu hohe Werte auf

Für die Grubenwasser-Einleitungen von Haus Aden wurden bei zwei PCB-Messungen Konzentrationen nachgewiesen, die deutlich oberhalb der Umweltqualitätsnorm (UQN) der Oberflächengewässerverordnung liegen. Eine schlüssige Erklärung liefert das Gutachten des LANUV dafür nicht. Das Umweltministerium hat aber bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die weiter Ursachenforschung betreiben soll.
- Constanze Rauert -

 

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