Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Kreis schrieb Pflegeplätze aus - Sieben Bewerber – neun Angebote

Rund 80 Zentimeter hoch und in keinem Fall ein Leichtgewicht. Soviel steht nach Ablauf der Bewerbungsfrist für knapp 200 neu zu schaffende, vollstationäre Pflegeplätze fest. Der Kreis hatte - einmalig in NRW - die Plätze öffentlich ausgeschrieben, die Frist endete am 15. Februar.

„Bis Anfang April wird es wohl dauern, bis wir die Unterlagen der sieben potentiellen Bewerber und die neun Angebote durchgearbeitet und bewertet haben und den Zuschlag erteilen können“, glaubt Fachbereichsleiter Norbert Diekmännken nach der ersten Sichtung des Bewerbungsberges.

Die Ausschreibung ist vorläufiger Schlusspunkt der verbindlichen Pflegebedarfsplanung 2015, die im Kreis Unna als einem der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen im März 2015 verabschiedet wurde. Parallel dazu arbeitet der Sozialplaner der Kreisverwaltung, Hans Zakel, bereits an der jährlichen Fortschreibung, die im Sommer beschlossen werden soll.

Auch die Versorgungsquote wurde festgeschrieben

Festgeschrieben wurde im Pflegebedarfsplan auch die Versorgungsquote mit Pflegeheimplätzen im Verhältnis zu den über 80-Jährigen. Das Soll liegt bei 16,5 Prozent, die tatsächliche Versorgung weist aber innerhalb des Kreises zum Teil große Abweichungen auf. Damit der Ausgleich gelingt, wurde der Bedarf stadt- bzw. gemeindescharf festgelegt und im November 2015 öffentlich ausgeschrieben: für Lünen 80 Plätze, für Selm 39, für Holzwickede 50 und für Unna 28. Für Lünen interessieren sich drei Anbieter, für die übrigen Standorte liegen jeweils zwei Angebote vor.

Die Bewerber mussten mehr tun als nur Interesse zu zeigen. Vielmehr mussten u.a. das jeweilige Vorhaben hinsichtlich des geplanten Standortes, der Zahl der neu zu schaffenden Plätze und der Konzeption der geplanten Einrichtung konkret beschrieben sowie umfangreiche Pläne eingereicht werden.

In den nächsten Wochen prüft der Fachbereich Arbeit und Soziales beim Kreis, ob die geplanten Vorhaben rechtlich zulässig sind. Anschließend wird anhand einer vorher festgelegten Entscheidungsmatrix das am besten geeignete Vorhaben ausgewählt. Mitzureden haben auch die drei Kommunen. Sie müssen z. B. beurteilen, ob das Vorhaben bauplanungsrechtlich zulässig ist und in die örtliche Quartiersentwicklungsplanung passt.

Nach dem Zuschlag erhalten die künftigen Betreiber Gelegenheit, ihr Vorhaben bei der „Konferenz Alter und Pflege“ am 27. April auf Haus Opherdicke in Holzwickede vorzustellen.
- Constanze Rauert -

 



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