Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Integration junger Flüchtlinge - Schule und Wirtschaft arbeiten Hand in Hand

Die Integration von jungen Flüchtlingen in Schule und Beruf kann nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Wirtschaft und Politik gelingen. Das kreiseigene Lippe Berufskolleg in Lünen zeigt, wie das konkret funktioniert.

Dort wird ein schulisches Integrationskonzept umgesetzt, das die jugendlichen Flüchtlinge in einer internationalen Förderklasse in einem abgestuften, einjährigen Verfahren mit dem deutschen Schulalltag und der Sprache vertraut macht. Größte Herausforderung: Das Erlernen einer für den angestrebten Hauptschulabschluss notwendigen Fachsprache trotz geringer allgemeiner Deutschkenntnisse.

Praktikum eröffnet berufliche Perspektiven

Wie das klappt und wer den Jugendlichen dabei alles zur Seite steht, ließ sich Landrat Michael Makiolla von Schulleiter Arno Franke, Dr. Michael Dannebom, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG), Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep und Vertretern der Lüner Wirtschaft erklären.

Berufskolleg-Chef Franke und der schulfachliche Koordinator Dr. Uwe Wiemann unterstrichen dabei, dass es nicht nur ums pädagogische Engagement geht. „Ein ebenso wichtiger Baustein für den Bildungserfolg der Jugendlichen ist die berufliche Perspektive“, so Franke.

Delle im Fachkräftemarkt vielleicht vermeidbar

An dieser Stelle kommen vor allem die Lüner Unternehmer und Handwerksbetriebe mit ins Boot. Sie bieten - vom Schulsozialarbeiter des Berufskollegs begleitete - Praktika an und ermöglichen so das Hineinschnuppern in unterschiedliche Ausbildungen.

„Integration geschieht nicht mit Worten, sondern mit Taten“, unterstrich Landrat Makiolla im Gespräch mit Vertretern der Lüner Wirtschaft und hob auch die Win-win-Situation hervor: „Wenn wir neben den heimischen Jugendlichen auch die zu uns kommenden jungen Flüchtlinge gut ausbilden, beulen wir die wegen des demografischen Wandels befürchtete Delle im Fachkräftemarkt vielleicht wieder aus.“

WFG und Jobcenter helfen unbürokratisch

Wichtig für den Gesamterfolg neben einer offenen Unternehmerschaft auch: kurze Wege, schneller Informationsfluss und enge Abstimmung. Mit Akquise und dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kennen sich WFG- und Jobcenter-Geschäftsführer aus. „Wir helfen möglichst unbürokratisch und räumen unnötige Hürden zügig weg“, so Dr. Dannebom und Uwe Ringelsiep übereinstimmend.
- Constanze Rauert -

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