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„Kein Kind zurücklassen“ - Kreis: „Wir machen mit dem Projekt weiter“

„Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“. So lautet ein von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 2012 auf den Weg gebrachtes Modellvorhaben. Das Kreis-Jugendamt war vom Start weg mit dabei und weiß nach der Evaluation: „Wir machen weiter.“

Der Fachbereich Familie und Jugend beim Kreis arbeitet als Jugendamt für Bönen, Fröndenberg/Ruhr und Holzwickede und hat sich mit dem Modellvorhaben neu aufgestellt. Unter dem Leitgedanken „Brücken für Familien“ wurde nicht nur das „klassische“ Beratungsangebot des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) in den drei Kommunen ausgebaut.

„Vom Kind her denken lernen“

Die Verwaltung vernetzte sich mit anderen Stellen wie etwa Kitas, Schulen, dem Kinderschutzbund, der Schuldnerberatung oder auch dem Jobcenter, denn: „Wir wollten nicht länger nur aus unserem Blickwinkel heraus arbeiten, sondern vom Kind her zu denken lernen“, bringt Jugenddezernent Torsten Göpfert das Konzept auf den Punkt.

Die verschiedenen Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien vor Ort wurden miteinander verbunden, so dass der Nachwuchs in den verschiedenen Lebensphasen bei Bedarf rechtzeitig die richtige Unterstützung erhält.

Viele niederschwellige Angebote gemacht

Dass die Idee der frühen Hilfen in vielfacher Hinsicht aufgeht, zeigen einige Zahlen aus dem Projektzeitraum 2012 bis 2015. Die Kontakte zu Familien liegen seit 2012 im vierstelligen Bereich, die Zahl der vermittelten niederschwelligen Hilfsangebote liegt im oberen dreistelligen Bereich. Formelle Hilfen zur Erziehung - wie z.B. eine Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) oder auch die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien oder einem Heim - sind zweistellig.

Insgesamt über 850.000 Euro eingespart

Dies sind nicht nur gute Nachrichten mit Blick auf das Wohl der Kinder und ihr „gelingendes Aufwachsen“, sondern auch für die Finanzen. Fast 350.000 Euro wurden zwischen 2012 und 2015 durch die Verstärkung des Beratungsangebotes eingespart. „Werden die Kosten für die seinerzeit neu geschaffene halbe Stelle abgezogen, bleibt unterm Strich eine Entlastung des von den drei Kommunen zu finanzierenden Jugendhilfeetats um mehr als eine viertel Million“, rechnet Fachbereichsleiterin Sandra Waßen vor.

Dazu kommen auf die vier letzten Jahre gesehen Einsparungen von weiteren knapp 600.000 Euro, weil die kostenintensive Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) durch den Ausbau sogenannter sozialer Gruppenarbeit reduziert werden konnte.
- Constanze Rauert -

                                  

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